{"id":193,"date":"2008-03-31T14:21:27","date_gmt":"2008-03-31T13:21:27","guid":{"rendered":"http:\/\/onsoftware.softonic.de\/das-verflixte-kleingedruckte-mitgegangen-mitgefangen\/"},"modified":"2024-03-08T07:31:37","modified_gmt":"2024-03-08T06:31:37","slug":"das-verflixte-kleingedruckte-mitgegangen-mitgefangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms-articles.softonic.io\/de\/das-verflixte-kleingedruckte-mitgegangen-mitgefangen\/","title":{"rendered":"Das verflixte Kleingedruckte im Web 2.0"},"content":{"rendered":"<p>Kleingedrucktes ist unangenehm. Und geh\u00f6rt sicherlich zu den Dingen, die die Mehrheit der Webnutzer gedankenlos wegklickt. In Zeiten sozialer Netzwerke und vernetzter Software kann allerdings nie genug davor gewarnt werden. Beliebt sind Klauseln, mit denen sich die Unternehmen weitgehende Rechte an Benutzerinhalten sichern. Rechte, die diese Firmen selbst Dritten nie gew\u00e4hren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>J\u00fcngstes Beispiel dieser Tage ist eine ungl\u00fccklich formulierte Klausel der Gesch\u00e4ftsbedingungen in <a href=\"https:\/\/www.photoshop.com\/express\/landing.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Adobes Photoshop Express<\/a>. Dieser in die Kritik geratene Absatz sichert Adobe Rechte an in \u00f6ffentlichen Bereichen eingestellten Benutzerbildern. Was ja jeder Nutzer macht, der seine besonders sch\u00f6nen Bilder mit anderen teilen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/articles-images.sftcdn.net\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2008\/03\/blog2.jpg\" \/><\/p>\n<p>Kaum ist diese Klausel durch die Medien gegangen, rudert Adobe auch schon zur\u00fcck, zumindest in der \u00d6ffentlichkeit. Da wird das Unternehmen mit dem Satz zitiert, sie w\u00fcrden doch so etwas &#8220;niemals&#8221; mit ihren Kunden tun. Verstehe ich. Ich w\u00fcrde ja auch &#8220;niemals&#8221; ein Foto aus dem Internet klauen, um damit eine Collage f\u00fcr einen Blogpost zu erstellen.  Ich frage mich nat\u00fcrlich, wieso diese Formulierung dann trotzdem so da steht. Jemand hat diese Gesch\u00e4ftsbedingungen schlie\u00dflich abgesegnet.<\/p>\n<p>Was das Unternehmen also &#8220;niemals&#8221; t\u00e4te: Beispielsweise ein  ver\u00f6ffentlichtes, besonders gegl\u00fccktes Baby-Bild eines Hobby-Fotografen in ein Werbeprospekt \u00fcbernehmen, ohne dass der Urheber jemals die Erlaubnis dazu gegeben h\u00e4tte. Nat\u00fcrlich auch ohne einen Pfennig daf\u00fcr zu bekommen. Aber wenn Adobe es doch einmal t\u00e4te, aus Versehen sozusagen, w\u00e4re der Fotograf aufgeschmissen. Weil es ja im Kleingedruckten stand.<!--more--><\/p>\n<p>Adobe ist nat\u00fcrlich kein Einzelfall, sondern nur ein weiteres Beispiel f\u00fcr eine zunehmende Tendenz, den Nutzer auszutricksen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Gesch\u00e4ftsidee des Web 2.0 darin besteht, die Internetuser umsonst f\u00fcr sich arbeiten zu lassen. Woher sollte der ganze Content f\u00fcr die Werbung sonst auch herkommen?<\/p>\n<p>Vor einiger Zeit versuchte MySpace sich mit einer \u00e4hnlichen Klausel, den gesamten Inhalt aller MySpace-Seiten  zur uneingeschr\u00e4nkten Nutzung zu sichern. Nach einem \u00e4hnlichen, \u00f6ffentlichen Aufschrei schlug allerdings auch dieser Versuch fehl.<\/p>\n<p>Die Datenkrake Google versucht so etwas auch immer mal wieder. Google Docs scannt nicht nur alles, sondern sichert sich auch einige Rechte an den mit Google Docs erstellten Dokumente. Sicher m\u00f6chte aber auch Google &#8220;niemals&#8221; in die Urheberrechte der Nutzer eingreifen.<\/p>\n<p>Oft ist wirklich Unachtsamkeit im Spiel: Wenn Apple zum Beispiel in seinen Lizenzbedingungen f\u00fcr die Windowsversion des Safari-Browsers die Nutzung Safaris auf Mac-fremden Systemen verbietet. Hier war das Kleingedruckte wohl selbst dem Apple-Lektor zu klein oder zu langweilig.<\/p>\n<p>Beispiele dieser Art gibt es viele. Die Konsequenz ist klar: Wer Wert auf Datenschutz und privaten Urheberschutz legt, darf das Kleingedruckte des Web 2.0 nicht untersch\u00e4tzen. Denn juristisch ist das Web f\u00fcr den Privatmann l\u00e4ngst nicht mehr benutzerfreundlich.<\/p>\n<p>Jetzt stellt sich die Frage, ob man als Nutzer dem Unternehmen seine Fotos anvertraut oder mit der Ver\u00f6ffentlichung von Bildern wartet, bis die entsprechende Klausel ge\u00e4ndert wird. Zur Umfrage im Softonic-Forum geht es <a href=\"http:\/\/foren.softonic.de\/showthread.phtml?t=4784\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleingedrucktes ist unangenehm. Und geh\u00f6rt sicherlich zu den Dingen, die die Mehrheit der Webnutzer gedankenlos wegklickt. 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