{"id":45047,"date":"2014-02-19T08:44:37","date_gmt":"2014-02-19T07:44:37","guid":{"rendered":"http:\/\/onsoftware.softonic.de\/?p=45047"},"modified":"2024-03-08T06:21:46","modified_gmt":"2024-03-08T05:21:46","slug":"kim-dotcoms-baboom-die-nachste-provokation-fur-die-musikindustrie-19-02-201","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms-articles.softonic.io\/de\/kim-dotcoms-baboom-die-nachste-provokation-fur-die-musikindustrie-19-02-201\/","title":{"rendered":"Kim Dotcoms Baboom &#8211; die n\u00e4chste Provokation f\u00fcr die Musikindustrie?"},"content":{"rendered":"<p><strong>K<\/strong>im Dotcom, der Gr\u00fcnder von MegaUpload, hat eine Vorschau seines neuesten Projekts ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"http:\/\/baboom.com\/kimdotcom\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Baboom<\/a> sieht aus wie eine Mischung aus <a href=\"http:\/\/spotify.softonic.de\/\">Spotify<\/a> und\u00a0<a href=\"http:\/\/itunes.softonic.de\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">iTunes<\/a>.<\/p>\n<p>Irgendwo  zwischen einer genialen Idee und einem Schuljungenstreich stellt Baboom  die n\u00e4chste Provokation f\u00fcr die Musikindustrie dar. Ist es nur das  Projekt eines Unruhestifters oder eine echte Alternative eines Hackers  zum traditionellen Musikvertrieb?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/articles-images.sftcdn.net\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2014\/01\/22-01-2014-15-13-05.png\" alt=\"Baboom\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Baboom dient als Sammelbecken f\u00fcr die Arbeit von Kim Dotcom<\/em><\/p>\n<h3>Die komplette Musik &#8230; von Kim Dotcom<\/h3>\n<p>Baboom  sieht sch\u00f6n aus. Nur schade, dass der Katalog keinen einzigen Musiker  auff\u00fchrt &#8211; au\u00dfer Kim Dotcom selbst. Es werden derzeit lediglich Werke  aus seinem eigenen <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MokNvbiRqCM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">musikalischen Schaffen<\/a> pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Abgesehen von diesem limitierten Angebot besitzt Baboom aber einige Eigenschaften, die an die konkurrierende Musik-Streaming-Plattform <a href=\"http:\/\/rdio.softonic.de\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Rdio<\/a> erinnern.<\/p>\n<p>Die angebotenen Dateien haben eine hohe Qualit\u00e4t. Baboom nutzt das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Free_Lossless_Audio_Codec\">FLAC<\/a>-Format,  um digitale Musikst\u00fccke zu streamen oder herunterzuladen. Das Format  bietet eine bessere Klangqualit\u00e4t als das weiter verbreitete MP3.<\/p>\n<p>Die wahre Innovation von Baboom liegt aber im vermeintlich neuen Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n<h3><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/articles-images.sftcdn.net\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2014\/01\/Rdio.png\" alt=\"Rdio\" \/><\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Baboom bietet im Vergleich zu Rdio ein hohes Qualit\u00e4tsniveau<\/em><\/p>\n<h3>Ein nicht ganz revolution\u00e4res Konzept<\/h3>\n<blockquote><p>K\u00fcnstler sollten ihre Musik kostenlos anbieten und Fans sollten nur f\u00fcr sie bezahlen, wenn sie sie m\u00f6gen.<\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Satz steckt die <a href=\"http:\/\/baboom.com\/kimdotcom\/downloads\/album\/I8abe04\/Good%20Times\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ideologie<\/a> von Kim Dotcom, die ihm zufolge zur Gr\u00fcndung von Baboom gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Musikk\u00fcnstler sollen \u00fcber die Plattform ihre Musik nach ihren eigenen Vorstellungen ver\u00f6ffentlichen, ohne Plattenlabel oder H\u00e4ndler.<\/p>\n<p>Laut  Kim Dotcom sollen die K\u00fcnstler auf diese Weise 90 Prozent der  Verkaufseinnahmen erhalten. Im Vergleich zu den 7,7 Prozent, die sie  durchschnittlich \u00fcber die traditionelle Musikindustrie verdienen, ein  verlockendes Angebot.<\/p>\n<p>Das Konzept klingt revolution\u00e4r. Aber es ist nicht neu. Im Jahr 2007 wurde <a href=\"https:\/\/bandcamp.com\/\">Bandcamp<\/a> gegr\u00fcndet. \u00dcber diese Plattform bieten Musiker ihre Werke kostenlos an.  Die Nutzer k\u00f6nnen ihre Lieblingsmusiker direkt unterst\u00fctzen. Das  Gesch\u00e4ftsmodell von Bandcamp \u00e4hnelt dem von Baboom sehr. Bandcamp  verspricht den Musikern eine Beteiligung an den Einnahmen von 85 bis 90  Prozent.<\/p>\n<p>Solche alternativen Gesch\u00e4ftsmodelle wie Bandcamp, <a href=\"http:\/\/www.mymajorcompany.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">My Major Company<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.kickstarter.com\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Kickstarter<\/a> werden immer beliebter. Die K\u00fcnstler auf Bandcamp nahmen bislang 58  Millionen Dollar ein. Baboom k\u00f6nnte jedoch daf\u00fcr sorgen, dass solche  Plattformen in der breiten Masse bekannt und beliebt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/articles-images.sftcdn.net\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2014\/01\/22-01-2014-15-17-43.png\" alt=\"Bandcamp\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Das Konzept hinter Baboom \u00e4hnelt sehr dem Gesch\u00e4ftsmodell von Bandcamp<\/em><\/p>\n<h3>Ein neues Modell f\u00fcr Online-Werbung<\/h3>\n<p>Auch  wenn das Konzept hinter Baboom nicht so revolution\u00e4r klingt, wie es Kim  Dotcom verkauft, k\u00f6nnte sich die Pr\u00e4senz auf der Plattform f\u00fcr Musiker  auszahlen. Denn sie werden an den Einnahmen aus der Werbung auf Baboom  beteiligt.<\/p>\n<p>Baboom-Nutzer k\u00f6nnen sich eine Browser-Erweiterung  herunterladen, durch die Werbung von Kim Dotcom eingeblendet wird. Als  Gegenleistung erhalten sie pro Jahr zehn Alben von Baboom kostenlos.<\/p>\n<p>Kim Dotcom versucht mit seiner Werbestrategie, Unternehmen von den traditionellen Werbeagenturen zu l\u00f6sen, indem er mit den <a href=\"http:\/\/www.wired.co.uk\/news\/archive\/2013-11\/19\/kim-dotcom-mega-baboom-music\">Preisen um 50 Prozent unter den Agenturen bleibt<\/a>.<\/p>\n<p>Sobald  Baboom an den Start geht, k\u00f6nnte die Plattform im Online-Werbemarkt f\u00fcr  viel Wirbel sorgen. Damit d\u00fcrfte Kim Dotcom den Zorn von Google auf  sich ziehen. Der Suchmaschinengigant macht den gr\u00f6\u00dften Teil seiner  Ums\u00e4tze \u00fcber Online-Werbung. Im Jahr 2012 sollen es <a href=\"http:\/\/www.adweek.com\/news\/technology\/google-finally-crosses-50-billion-annual-revenue-mark-146710\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">95 Prozent<\/a> gewesen sein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/articles-images.sftcdn.net\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2014\/01\/KimDotCom.png\" alt=\"Kim Dotcom\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Mit seinen widerspr\u00fcchlichen Aussagen macht Kim Dotcom Jagd auf unabh\u00e4ngige Musiker<\/em><\/p>\n<h3>Baboom: ein Trojaner, der wie eine Musicbox aussieht?<\/h3>\n<p>Abgesehen  von der Idee des Musikvertriebs ohne Zwischenh\u00e4ndler stellt das  Gesch\u00e4ftsmodell mit Online-Werbung die wahre Revolution von Baboom dar.<\/p>\n<p>Baboom  ist mehr als ein direkter Angriff auf den traditionellen Musikvertrieb  und seine Hauptdarsteller, den Plattenlabels. Es geht um ein neues  Gesch\u00e4ftsmodell, das mit den liberalen Ideen seines Erfinders nur wenig  zu tun hat.<\/p>\n<p>Der Zweispalt zwischen den Aussagen von Kim Dotcom und  seiner Gesch\u00e4ftsidee d\u00fcrfte unabh\u00e4ngige Musiker eher von Baboom  fernhalten als sie anzulocken.<\/p>\n<p><em>Bilder: <a href=\"http:\/\/ianmcpherson.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ian McPherson<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/articles.softonic.fr\/2014-01-22-kim-dot-com-baboom-revolution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Originalartikel<\/a> auf Franz\u00f6sisch<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kim Dotcom, der Gr\u00fcnder von MegaUpload, hat eine Vorschau seines neuesten Projekts ver\u00f6ffentlicht. Baboom sieht aus wie eine Mischung aus Spotify und\u00a0iTunes. Irgendwo zwischen einer genialen Idee und einem Schuljungenstreich stellt Baboom die n\u00e4chste Provokation f\u00fcr die Musikindustrie dar. 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