Über 200 Millionen Internetnutzer sind inzwischen bei Facebook registriert. Bei einer derartigen Nutzerzahl sind Peinlichkeiten durch Partyfotos oder indiskrete Angaben natürlich auch nicht auszuschließen. Private Desaster sind allerdings mit Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre vermeidbar. Wir stellen in diesem Teil der Facebook-Serie die wichtigsten Optionen vor. Damit beugt man unangenehmen Überraschungen vor, beispielsweise vor anstehenden Bewerbungsgesprächen.
Im Eingangsbereich von Facebook findet man die Privatsphäre-Einstellungen im oberen Menü. Hier gibt es die Bereiche Profil, Suche, Neuigkeiten und Pinnwand sowie Anwendungen. In jedem Bereich konfiguriert man den Datenschutz separat.

Profil
Das Facebook-Profil bündelt den größten Teil der persönlichen Angaben. Die richtige Konfiguration ist hier entscheidend für den Schutz der Privatsphäre. Man nimmt die Einstellungen über ausklappbare Menüs vor:

Standardmäßig bietet Facebook fünf Optionen für jedes Element im persönlichen Profil an: Alle, Freunde von Freunden, Nur Freunde und Mein Netzwerk und Freunde. Wer keine Datenschnüffler mag, wählt hier am Besten die Option Nur Freunde aus.

Interessant ist allerdings auch die fünfte Option: Benutzerdefiniert.
Angenommen, man hat am Vorabend etwas über den Durst gebechert und möchte nun vermeiden, dass die Freunde peinliche Fotos davon hochladen.
Es gibt die Möglichkeit, Bilder auf anderen Seiten, in denen man namentlich in den Bildunterschriften erwähnt wird, zu blocken. Damit kann man zwar nicht verhindern, dass peinliche Fotos in Umlauf kommen. Man schränkt aber den Wirkungskreis erheblich ein. Die Bilder bleiben damit nur für einen kleinen Kreis sichtbar. Das gibt dem Nutzer Zeit, den Besitzer der Bilder anzuschreiben und um das Entfernen der Fotos zu bitten.
Wenn man nur ganz bestimmte Personen von der Ansicht kompromittierender Bilder ausnehmen möchte, definiert man diese Nutzer über eine zusätzliche Ausschlussliste. Damit sperrt man beispielsweise Kollegen, Vorgesetzte, Eltern von der Sicht auf bestimmte Fotos aus.
Durch die Einstellungen der Privatsphäre wird das Profil dynamischer. Wer beispielsweise die Option Alle nur für Status und Links aktiviert, bietet Außenstehenden fast eine Twitter-ähnliche Ansicht. In anderen Momenten ist es nützlich, bei der Jobsuche die beruflichen Angaben zu öffnen und gleichzeitig die Freundesliste zu verbergen. Kombinationsmöglichkeiten gibt es so viele wie Lebenslagen.
Suche
Der zweite konfigurierbare Bereich betrifft die Suchen. Hier definiert man, welche Informationen Facebook über das eigene Profil in einer Suchergebnisliste zeigt. Es kommt immer wieder vor, dass man von Unbekannten eingeladen wird. Man kann dies natürlich prinzipiell ignorieren. Oder aber die Freundschaftsgesuche annehmen, aber nur einen Teil der vorhandenen Profilinformationen zeigen.
Eine gängige Option ist hier die Einschränkung der Anfragen auf die Option Freunde von Freunden. Aber auch hier ist es ratsam, einige private Angaben zu verschleiern und dabei die Möglichkeit zum Empfangen von Nachricht.
Nachrichten und Pinnwand

Die Privatsphäre betrifft nicht nur das eigene Profil, sondern auch das der eigenen Tätigkeiten auf den Seiten der Freunde. Auch dort kann man die Spuren der eigenen Bewertungen oder Kommentare verwischen. Damit erscheinen beispielsweise Änderungen des Beziehungsstatus nicht automatisch auf den Pinnwänden der Freunde. Wer alle Häkchen entfernt, taucht quasi ab. Nur noch die unmittelbaren Adressaten von Kommentaren oder Bewertungen erfahren davon.
Anwendungen
Facebook-Anwendungen sind – was Datenschutz betrifft – eine Art schwarzes Loch. Was auch immer man auf Facebook anstellt, es geschieht meist mit erheblicher Gruppendynamik. Mitglieder von Netzwerken erhalten viel Informationen über das eigenen Profil und zeigen sie oft anderen Freunden, mit denen man selbst gar nichts zu tun hat.
In den Einstellungen zur Privatsphäre von Anwendungen schränkt man die Sichtbarkeit der eigenen Informationen bei Netzwerkaktivitäten ein. Sind alle Optionen deaktiviert, funktionieren manche Anwendungen eventuell nicht korrekt. Hier sollte man immer mal prüfen, welche Facebook-Anwendungen man wirklich braucht und den Rest löschen.
Andere Nutzer blockieren
Das Sperren von anderen Nutzern ist oft der letzte Ausweg vor Stalkern. Die blockierten Nutzer müssen nicht unbedingt der Freundesliste angehören. Meist fügt man eher jemanden hinzu, der aufdringlich ist oder oft vergeblich um Konkakt gebeten hat. Man gibt den Namen ein und sucht dann unter den Facebook-Einträgen den richtigen für die blockierte Person aus. Damit wird der blockierte Nutzer das eigene Profil nicht mehr auf Facebook vorfinden und auch keine Aktionen auf den Profilseiten anderer nachspüren können.
Eine Prise Verstand
Facebook verdankt seine Popularität nicht zuletzt dem vielen Tratsch und Klatsch der Facebook-Nutzer. Der beste Schutz gegen jegliche Indiskretionen ist natürlich die totale Facebook-Enthaltsamkeit. Wessen Sozialleben sich aber viel im Netz abspielt, der wird dieser Option wenig abgewinnen. Um zu verhindern, dass aus kleinen Fugen riesige Kloaken mit intimen Informationen werden, gilt es, einige Ratschläge zu befolgen.
- Nur Leute als Freunde hinzufügen, die man persönlich kennt
- Zweimal überlegen, bevor man etwas auf Facebook postet
- Sich möglichst keine Feinde auf Facebook schaffen
- Die Pinnwand nicht für private Nachrichten nutzen
- Nur Anwendungen hinzufügen, die man auch wirklich benötigt
Wenn doch mal etwas Privates unbeabsichtigt an der falschen Stelle landet ist einfach Geduld angesagt! Netzereignisse sind sehr kurzlebig und wenn man diskret darüber hinwegsieht auch meist sang und klanglos nach wenigen Tagen verschwunden. Bestenfalls gibt es ein paar Lacher im Freundeskreis, schlimmstenfalls wird halt aus dem geplanten Bewerbungsgespräch nichts.

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