Zurzeit findet in Barcelona das Nokia World 08 Event statt. Hier präsentiert der finnische Handy-Hersteller die neueste Antwort auf das iPhone – das N97. Apples Kultobjekt scheint die Handy-Welt ein wenig in Schock versetzt zu haben, nun will sich Nokia am iPhone messen. OnSoftware hat sich das neue N97 mit Touchscreen und Kippschaltung für eine breite QUERTZ-Tastatur nach der Präsentation einmal genauer angeschaut
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Point-and-Find: Zu deutsch Draufzeigen-und-Finden. Diese Funktion sorgt erst einmal für Aussehen: Zeigt ein Nutzer mit dem Handy auf ein Objekt, beispielsweise auf ein Gebäude, entdeckt das Handy automatisch das Objekt und zeigt Informationen dazu an, gegebenenfalls sogar ein kleines Demovideo. Das dies natürlich nur für bekannte Sehenswürdigkeiten und nicht für stinknormale Wohnhäuser gilt, versteht sich von selbst. Trotzdem erstaunlich. Wer jetzt befürchtet, dass dies auf Menschen anwendbar ist, darf vorerst aufatmen. Zur Zeit basiert der Erkennungsfaktor lediglich auf den GPS-Koordinaten des angezeigten Objekts und einer rudimentären Konturenerkennung. Die Point-and-Find-Funktion assoziiert die Richtungskoordinaten mit einem bereits von Nokias Kartendienst erfassten Objekt.
Nokia Maps 3.0: Direkt mit der bereits geschilderten Funktion in Zusammenhang stehen die neue Karten von Nokia. Neu hinzu kommen einige nette Funktionen wie eine topographische Ansicht und 3D-Gebäudeansichten, erweiterte Reiseführer und Ähnliches. Neu ist eine Art Big-Brother-Funktion, natürlich nur für Familie und Freunde: Man sieht, wer sich gerade wo befindet. In Zukunft wird es also für Besitzer von N97-Handys schwieriger mit dem Schuleschwänzen.

Kamera: Selbstverständlich bringt das N97 eine Kamera mit, diesmal mit 5 Megapixel und Carl Zeiss-Optik für DVD-Qualität-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde. Also ungefähr so gut wie vier Jahre alte Canon-Kameras ohne Effekte und Zoom. Damit zukünftige Handy-Cineasten dabei nicht zu kurz kommen, sorgen 48 Gigabyte Speicher, verteilt auf 32 GB interner Speicher und eine 16 GB große MikroSD-Karte, für genügend Platz.
App Store: Apple macht es vor, alle ziehen nach. Auch Nokia überlegt, einen App Store einzurichten. Nokia weist darauf hin, dass mehr als vier Millionen Entwickler Symbian-Software programmieren. Das Konzept eines Software-Portals scheint, trotz des Preisdumping-Phänomens und dem Wegezoll der jeweiligen Portalbetreiber, für kleine und mittlere Entwickler attraktiv zu sein.
Personalisierbarer Startbildschirm: Der neue Startbildschirm bietet allem Platz, was der Nutzer dort haben möchte. Per einfachem Drag&Drop verschiebt man Programmverknüpfungen und Gadgets wie RSS-Feeds, Uhr oder Statusleisten an die gewünschte Stelle. Dank einer neuen Touch-Funktion wählt man durch Berühren eines Kontaktfotos auf dem Startbildschirm nicht nur die betreffende Person an, sondern öffnet direkt dessen E-Mail-Adresse, Twitternachrichten und Feeds aus sozialen Netzwerken. Der N97 soll alle bekannteren Mail- und Messengerdienste unterstützen, also Google, Yahoo!, AIM, MSN und Konsorten.
Web: Der Vollbildschirm-Webbrowser scheint sich gut mit dem Touchscreen zu verstehen und unterstützt mehr Videoformate als jetzt. YouTube-Clips betrachtet man in voller Größe etwas bequemer als bisher.
Das N97 soll im ersten Quartal 2009 zum Einzelhandelspreis von 550 Euro erscheinen. Damit bewegt sich Nokias Prunkstück im Rahmen vergleichbarer Konkurrenzprodukte. Das Weihnachtsgeschäft verpasst der finnische Riese zwar, aber aufgund der Wirtschaftskrise bangt den Handy-Herstellern ohnehin vor der diesjährigen Bescherung.
OnSoftware-Redakteur James Thornton hat ein kleines Video von der Nokia World 08 mitgebracht, welches einen ersten Eindruck von den Funktionen vermittelt.
[youtube]http://de.youtube.com/watch?v=aF_hm5iPzbM[/youtube]
Via OnSoftware
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