Meinung: Warum Skype so nervt

Sie kennen das: Man beginnt einen Videochat mit Skype, alles läuft prima, man telefoniert ein paar Minuten. Nach und nach wird die Qualität der Verbindung schlechter, bis kurz darauf gar nichts mehr funktioniert und das Gespräch abbricht. Passiert mir ständig. Ich bin ein großer Fan von Skype – gewesen. Denn die Qualität der Software geht mir mittlerweile nur noch auf den Keks.

Skype hat kostenlose Videotelefonie einfach gemacht. Millionen von Menschen können dank Skype miteinander reden und sich sehen. Leider lässt die Qualität von Skype in letzter Zeit schwer zu wünschen übrig.

Pixel-Brei und Kleingehacktes

Wenn ich Pixel-Bilder sehen will, spiele ich Minecraft. Wenn ich privat oder im Beruf Videotelefonie nutze, dann möchte ich ein möglichst ruckelfreies, wenig verpixeltes Bild. Das bietet Skype aber leider nicht mehr. Statt des netten Lächelns meines Gesprächspartners springt mir beim Skype-Gespräch viel zu oft undefinierbarer Pixel-Brei ins Gesicht. Erinnert irgendwie an die Pixel-Zensur, wie man sie aus irgendwelchen anonymen Zeugen-Interviews im Fernsehen kennt. Klingt spannend, ist es aber nicht.

Vielleicht könnte man diesen Pixel-Salat noch ertragen, wenn die Gesprächs-Qualität von Skype-Telefonaten Top-Niveau hätte. Doch auch hier Fehlanzeige. Egal ob ich per PC oder Smartphone mit Skype telefoniere – sukzessive versteht man die Stimme des Gegenübers immer schlechter. Das Gespräch entwickelt sich dann für gewöhnlich so weiter:

– “Ich hör’ dich nicht mehr, hörst du mich?”

– “Hä, ich versteh’ dich nicht mehr richtig!”

– “Was hast du gesagt?”

Nach gefühlten sieben Minuten des Telefonierens macht Skype aus der Konversation dann komplett Hackfleisch. Ich muss erahnen, was mein Gesprächspartner sagt – weil ich nur etwa jedes dritte Wort verstehe. Das Ende vom Lied: Ein kurzer Warnton von Skype und das Gespräch bricht endgültig ab.

Nein, es liegt nicht an meiner Internetverbindung

Jaaaaaa – kann man jetzt einwenden – das liegt bestimmt an einer langsamen Internetverbindung (das behauptet Hersteller Skype ja auch auf einer Problemlösungs-Seite).

Dem ist nicht so. Laut Herstellerangabe braucht Skype für normale Videoanrufe eine Download-/Upload-Datenrate von gerade einmal jeweils 300 Kbit/s. Das schafft meine DSL-Leitung und die meiner meisten Gesprächspartner aber mal locker. Die Internetverbindung als Grund für das Problem lässt sich somit ausschließen.

Aber was ist dann der Grund, warum mir Skype regelmäßig den letzten Nerv raubt? Darüber kann man nur spekulieren. Liegt die schlechte Qualität möglicherweise an einem Technologiewechsel, den Microsoft als Besitzer von Skype vor einiger Zeit durchgeführt hat? Oder sind meine Erwartungen an einen kostenlosen VoIP-Dienst einfach zu hoch?

Mir egal. Die Qualität von Skype wird ganz subjektiv gesehen Tag für Tag schlechter. Zum Glück stehen mit dem Firefox-Browser-Chat Hello WebRTC, Google Hangouts oder ooVoo genug attraktive Alternativen bereit. Skype hat auf meinen Geräten auf jeden Fall austelefoniert.

Dem Autor Wolfgang Harbauer auf Twitter folgen.

Haben Sie auch Probleme mit Skype? Schreiben Sie einen Kommentar.

Meinung: Googles Lüge vom freien Android

Liebe Android-Nutzer, Sie sind auf eine dreiste Marketing-Lüge hereingefallen. Android ist kein freies Betriebssystem. Wer anderes behauptet, ist so blind wie jeder Apple-Fan-Boy, den Sie mit so viel Herzlust als dummes Herdentier bezeichnen. Lassen Sie mich erklären, warum.

Google hat das mobile Betriebssystem im September 2008 vorgestellt. Danach hat es noch gut zwei Jahre gedauert, bis sich auch in Deutschland die ersten Android-Smartphones verbreitet haben. Ich war damals noch exklusiver iPhone-Nutzer. Keiner der Fan-Boy-Fraktion,  aber durchaus jemand, der die Qualität des iOS-Betriebssystems zu schätzen wusste und noch heute weiß. Die darauf folgenden Diskussionen mit den weniger tech-affinen Freiheitskämpfern unter den Smartphone-Nutzern sind heute den meisten bekannt.

iOS ist doof

“Android ist ein freies und offenes System, kein goldener Käfig wie iOS.”

“Android kann jeder Hersteller benutzen und verbessern. Die Produkte sind so viel besser.”

Ich will es mal bei den zwei “Argumenten” belassen, um vier Jahre vorzuspulen. Sie sind aber herzlich eingeladen, mir weitere Argumente in den Kommentaren entgegenzuschreien.

Wir schreiben das Jahr 2014, Apples iOS 8 hat endlich eine mehr oder weniger vernünftig funktionierende Mitteilungszentrale bekommen und Apps können miteinander kommunizieren. Google wird in Kürze mit Android L nachlegen und wieder einmal beweisen, wie man es besser macht. Die Vorjahres-Version ist immerhin schon bei fast 25 Prozent aller Nutzer angekommen, da wird es Zeit für etwas Neues – einer neuen Version des MADA, das Mobile Application Distribution Agreement.

Das MADA ist ein Vertrag. Dieses Dokument muss jeder Hersteller von Android-Smartphones unterschreiben, wenn er Smartphones bauen möchte, die auch den Google Play Store nutzen. Was die meisten nicht wissen: Google knüpft zahlreiche Auflagen an diesen Vertrag.

Wie man ein Monopol ausnutzt

Android hat im Smartphone-Markt mittlerweile einen Marktanteil von 85 Prozent, was gefährlich nahe an eine Monopol-Stellung heran kommt. Das Ausgefuchste an der Sache: Google hat die Android-Hersteller lange Zeit mit dem kostenlosen Open Source-Gedanken schalten und walten lassen, wie sie wollen. Die zahlreichen Hersteller-Oberflächen von HTC und Samsung zeigen, dass die Unternehmen freie Hand haben und diese Freiheit nutzen um Marktanteile zu gewinnen. Kurzum: Es herrscht Wettbewerb. Nur: Die Zeiten des Wettbewerbs neigen sich dem Ende zu.

Ein Reporter bei The Information hat die neueste Version des MADA in die Hand bekommen. Diese zeigt, dass Google keinen Wettbewerb mehr wünscht – zumindest nicht bei den eigenen Diensten, insbesondere der übermächtigen Suchmaschine. Das Widget zur Google-Suche ist mittlerweile vorgeschrieben und muss sich auf jedem Startbildschirm befinden. Außerdem müssen 20 Google-Apps, darunter YouTube, Google+, Gmail, Google Maps und der Browser Google Chrome auf jedem Gerät vorinstalliert und ebenfalls in einem Ordner auf der Startseite zugänglich sein. Der Google Play Store bekommt einen weiteren, eigenen Platz.

Das Ziel wird deutlich: Ein Galaxy S5 ist kein Samsung-Gerät mehr, ein One M8 kein HTC-Gerät mehr. Google macht die Hardwarehersteller zu dummen Vasallen, die gesichtslose Geräte bauen. Die Hersteller spielen mit, weil es keine Alternative gibt. Ein perfektes Beispiel, wie man ein Monopol ausnutzt.

Google ist nicht kostenlos

“Android ist kostenlos, bei Apple zahlt man den Namen.” Dieser Kommentar wurde mir erst kürzlich entgegen geworfen. Ich habe ihn nicht verneint, aber trotzdem geantwortet:

Android ist kostenlos, bei Google zahlst du mit deinem Namen.

Google hat den goldenen Käfig, von dem bei Apple immer die Sprache ist, im Web perfektioniert. Ein ausgeklügeltes System von verschiedenen Services lebt davon, Ihre Identität zu verkaufen. Doch damit das System funktioniert, braucht Google Nutzer – viele Nutzer. Diese kauft sich Google mit dem freien Android: Erst verschenken und dann kassieren. Google argumentiert dieses Vorgehen mit einer konsistenten Nutzererfahrung und will dabei nur eines erreichen: Mit den prominent platzierten Google-Apps landen Nutzer schnell im System Google.

Meine Kollegin Mareike hat vergangene Woche argumentiert, dass man im Netz nicht mit Euro oder Dollar zahlt. Die Währung im Netz sind unsere Daten und das Unternehmen, welches das Vergolden unsere Identitäten industrialisiert hat, ist Google.

Android ist kein freies System

Android ist kein freies System. Der Source Code mag offen sein, doch Freiheit sieht anders aus – auch beim Preis. Ich zahle lieber für den Namen (Apple®) als mit meinem Namen.

Über den Autor: Tim Vüllers

Apps, Smartphones, Statistik und das Internet of Things sind Themen, mit denen ich auch meine Freizeit verschwende. Bei Softonic schreibe ich hauptsächlich über Smartphone-Apps und E-Mail-Sicherheit. Mein aktuelles Smartphone? Ein Google Nexus 5, ein iPhone 6 und ein Lumia 520.

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Die vier schlechtesten Spiele-Umsetzungen von Spielfilmen

Spielfilm-Blockbuster ziehen. Das weiß auch die Spiele-Branche. Doch was von den beliebten Filmen in der Spiel-Umsetzung übrig bleibt, ist nicht immer ein Highlight. Ich blicke auf meine vier größten Enttäuschungen der letzten fünf Jahre zurück.

Fehlschlag 1: Rambo: The Video Game (2014)

Rambo - The Video GameRambo ist der Action-Held der 80er Jahre. Zumindest auf der Kinoleinwand konnte ihm niemand etwas anhaben. Annähernd jeder Kugel weicht der sture Einzelgänger aus, ohne die grimmige Miene zu verziehen.

Echte Kratzer fügt seinem Kämpfer-Image erst ein Spiel zu, das drei Jahrzehnte später erschien. Rambo: The Video Game wird dem Leinwand-Vorbild nicht gerecht. Das detailarme Spiel mit der grauenvollen Steuerung lässt jeden Fan kalt. Da nützt es auch wenig, dass das Spiel die gesamte Trilogie umfasst.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=31xjts9RbIs[/youtube]

Download Rambo: The Video Game

Fehlschlag 2: Herr der Ringe – Krieg im Norden (Windows 2011, Mac 2013)

Lord of the Rings - War in the NorthPeter Jackson brachte Tolkiens fantastisches Herr-der-Ringe-Epos meisterhaft auf die große Leinwand. In bildgewaltigen Szenen verfolgten Millionen Zuschauer das Spektakel rund um Frodo, seine Freunde und den verführerischen Ring der Macht. Die gelungen in Szene gesetzten Kampfszenen und die unter Spielern beliebte Fantasy-Umgebung sind eine Steilvorlage für ein Spiel.

Als Action-Rollenspiel greift Herr der Ringe – Krieg im Norden die Filmvorlage auf. Genau genommen greift das Spiel nur den Namen auf und streut ein paar namentlich bekannte Figuren ein. Die Verbindung zur Romanhandlung ist bestenfalls lose. Es bleibt ein etwas wirr steuerbares, sehr kurzes Spiel mit vielen technischen Macken, dessen herausragender Glanzpunkt die Musik ist.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_rseSHIZXoU[/youtube]

Download Herr der Ringe – Krieg im Norden (Windows)

Download Herr der Ringe – Krieg im Norden (Mac)

Fehlschlag 3: James Cameron’s Avatar: Das Spiel (2009)

AvatarAvatar – Aufbruch nach Pandora hat die Kinokassen klingeln lassen und ist mit rund 2,8 Milliarden Dollar Einnahmen der umsatzstärkste Kinofilm aller Zeiten. Das actionlastige Öko-Drama rund um den erdähnlichen Planeten Pandora mischt Spezialeffekte gekonnt mit realen Filmaufnahmen und setzte als 3D-Film Maßstäbe. Die vielen Effekte drängen eine Umsetzung als Videospiel förmlich auf.

Trotz der guten Ausgangslage verkommt James Cameron’s Avatar: Das Spiel wegen der vielen stets gleichen Aufgaben zu einem stupiden Botengang-Spielchen, das einfach nur langweilig ist. Die wirre Kamera steht ebenso wie die schlecht dosierbare Steuerung der Action im Weg. Das Schlimmste: Ohne Vorkenntnis des Films erfährt der Spieler nicht, worum es überhaupt geht.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_LstNbhOIqQ[/youtube]

Download James Cameron’s Avatar

Fehlschlag 4: Terminator: Die Erlösung (2009)

Terminator SalvationOk, Terminator: Die Erlösung gehört nicht unbedingt zur cineastischen Extraklasse. Im vierten Terminator-Film geht es um den Überlebenskampf gegen unbeherrschbare Maschinen rund um die Helden-Ikone John Connor. Trotz einer mageren Story bleibt bei dem effektvollen Action-Feuerwerk eine gute Ausgangslage für ein kurzweiliges Action-Spiel.

Das mit der Kurzweil nimmt Terminator: Die Erlösung offenbar wörtlich. Das viel zu kurze Spiel wird dem Material nicht gerecht und macht aus dem durchschnittlichen Film unterdurchschnittliche Action-Kost. Auf die ewig gleichen Gegner ballern viele Zocker nur deshalb beharrlich ein, um ihre virtuellen Trophäen-Vitrine ohne große Anstrengung aufzustocken.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ThuU3C9pYbQ[/youtube]

Download Terminator: Die Erlösung

Fazit: Vorsicht bei Begleit-Spielen zu Film-Blockbustern!

Ein guter Film macht noch kein gutes Spiel. Die Beispiele zeigen, dass Spiele guten Filmen längst nicht immer das Wasser reichen können. Das ist schade, denn eines haben diese Filme gemein: Potenzial für ein gutes Spiel. Es wurde nur nicht genutzt.