Blu-ray gewann den Formatkrieg gegen HD-DVD im Februar 2008. Sony brachte Blu-ray über die PlayStation 3 in Millionen Wohnzimmer, Warner Bros. wechselte im Januar 2008 laut Warner Bros. exklusiv zu Blu-ray, und Toshiba stellte im Februar 2008 laut Toshiba die Produktion von HD-DVD-Playern und HD-DVD-Discs ein. Für Sie als Käufer wirkte HD-DVD anfangs oft wie der günstigere und naheliegendere DVD-Nachfolger. Durchgesetzt hat sich am Ende trotzdem Blu-ray.
HD-DVD bot Ihnen den einfacheren Einstieg
Als HD-DVD und Blu-ray 2006 an den Start gingen, ging es um den nächsten Standard für hochauflösende Filme im Wohnzimmer. Für Sie als Konsument war die Lage erst einmal ziemlich unübersichtlich: zwei konkurrierende Disc-Formate, zwei Lager, und niemand wusste so recht, welches davon bleiben würde.
HD-DVD hatte dabei einige Vorteile. Player waren meist günstiger, und auch die Herstellung fiel oft billiger aus, weil Hersteller große Teile der vorhandenen DVD-Produktionsinfrastruktur weiter nutzen konnten.
Dazu kam, dass HD-DVD früher im Handel war und sich so einen Vorsprung sichern konnte. Genau deshalb gilt das Format für viele Beobachter bis heute als verbraucherfreundlicher. Es lag näher an der vertrauten DVD-Welt, wirkte weniger riskant und hielt die Einstiegskosten für Sie niedriger.
Die PlayStation 3 verbreitete Blu-ray schneller
Den entscheidenden Schub bekam Blu-ray aus dem Spielemarkt. Sony verbaute laut Sony in jeder PlayStation 3 ein Blu-ray-Laufwerk.
Damit standen in kurzer Zeit weltweit Millionen Blu-ray-fähige Geräte in Wohnzimmern, auch bei Käufern, die sich nie einen separaten Blu-ray-Player zugelegt hätten. Microsoft ging bei der Xbox 360 einen anderen Weg und setzte nur auf ein optionales externes HD-DVD-Laufwerk.
Für HD-DVD war das ein echter Nachteil. Blu-ray kam mit jeder PlayStation 3 automatisch ins Haus, HD-DVD blieb dagegen eine zusätzliche Kaufentscheidung.
Warner Bros. kippte das Kräfteverhältnis
Am Ende entschieden nicht nur Hardware und Preis, sondern auch die Filmstudios. In einem Formatkrieg zählen exklusive Inhalte oft mehr als technische Details, weil Sie nur ungern ein Gerät kaufen, wenn absehbar ist, dass dafür bald keine neuen Filme mehr erscheinen.
Der Punkt, an dem das Kräfteverhältnis kippte, kam im Januar 2008: Warner Bros. setzte laut Warner Bros. von da an ausschließlich auf Blu-ray. Für Händler, Hersteller und Kunden war das ein ziemlich klares Signal, dass HD-DVD auf lange Sicht keine Zukunft mehr hatte.
Nur einen Monat später kündigte Toshiba laut Toshiba an, die Produktion von HD-DVD-Playern und HD-DVD-Discs einzustellen. Spätestens damit war der Formatkrieg im Februar 2008 faktisch entschieden.
Der Sieger gewann nur kurzzeitig
Trotz dieses Erfolgs blieb Blu-ray nicht dauerhaft das Zentrum des Heimvideomarkts. Schon kurz nach dem Sieg veränderten Streaming-Dienste den Markt grundlegend, und die Bedeutung von Discs nahm über Jahre hinweg ab.
Ganz verschwunden ist das physische Medium trotzdem nicht. 4K-Ultra-HD-Blu-rays sind bei Sammlern und Heimkino-Fans weiter gefragt, weil sie Ihnen bei Bild und Ton oft eine bessere Qualität liefern als stark komprimierte Streams. HD-DVD scheiterte damit nicht zwangsläufig am schlechteren Format, sondern an Sonys besserer Verbreitungsstrategie und daran, dass Hollywood die Seite wechselte.
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