Gegen Überwachung: Detekt von Amnesty International bietet kostenlose Überprüfung auf Spyware

Detekt ist eine kostenlose Anwendung zur Überprüfung auf Spyware. Detekt kann Windows-Rechner auf Überwachungs-Trojaner und Spähsoftware überprüfen. Amnesty International, die Electronic Frontier Foundation und weitere Organisationen haben die Anwendung veröffentlicht.

An wen richtet sich Detekt?

Detekt ist vorrangig für Journalisten und Aktivisten gedacht, deren Arbeit und Handeln sie zum Ziel der Überwachung durch Regierungen und Geheimdienste macht. Den Herausgebern zufolge nimmt die Überwachung von E-Mails, Skype-Gesprächen und Online-Kommunikation stetig zu. Auch wenn Amnesty International Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Nichtregierungsorganisationen, Minderheiten und Oppositionelle als Zielgruppen sieht, steht Detekt zur freien Verfügung. Alle Anwender können die kostenlose Software herunterladen und zur Überprüfung ihres Windows-PCs nutzen.

Wie funktioniert Detekt?

Detekt empfiehlt die Ausführung ohne Internetverbindung. Zum Start der Überprüfung sind Administratorrechte erforderlich. Unter Windows XP sollte dazu ein Doppelklick reichen, unter anderen Windows-Versionen ist ein Rechtsklick und der Menüpunkt Als Administrator ausführen erforderlich.Gegen Überwachung: Detekt von Amnesty International bietet kostenlose Überprüfung auf Spyware

Im nächsten Schritt können Sie die Sprache der Benutzeroberfläche auswählen. Detekt ist momentan auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und weiteren Sprachen erhältlich. Danach können Sie eine Überprüfung starten. Diese kann abhängig von der Rechnerleistung längere Zeit in Anspruch nehmen. Nach Abschluss erhalten Sie eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einen Bericht als Datei.Gegen Überwachung: Detekt von Amnesty International bietet kostenlose Überprüfung auf Spyware

Was tun bei einem Befund durch Detekt?

Detekt bietet ausführliche Hinweise für den Fall, dass die Überprüfung tatsächlich Schadsoftware auf Ihrem System gefunden hat. Detekt kann die Schadsoftware nicht selbst entfernen. Verbinden Sie einen befallenen Rechner nicht wieder mit dem Internet und holen Sie gegebenenfalls einen Experten zur Hilfe zur Auswertung des Berichts.

Wer hat Detekt veröffentlicht?

Detekt ist ein gemeinschaftliches Projekt der Organisationen Amnesty International, Digitale Gesellschaft, Electronic Frontier Foundation und Privacy International. Die Software ist kostenlos erhältlich und der Quellcode steht zur freien Verfügung. Ziel ist eine unkomplizierte Überprüfung auf Spyware zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Resist Surveillance

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Klartext: Die NSA daddelt World of Warcraft – wo kann ich mich bewerben?

Die NSA überwacht den Internet-Datenverkehr, ortet milliardenfach Handystandorte und macht auf vor internen Firmen-Netzwerken nicht Halt. Außerdem wurde jetzt bekannt: Die Ermittler daddeln auch bei World of Warcraft und Second Life auf der Suche nach Verdächtigen. Da bleibt nur noch eine Frage: Wo kann ich mich als NSA-Gamer bewerben?

Im NSA-Skandal überrascht ja nichts mehr. Überwacht wird, was überwacht werden kann. Fraglich ist allerdings, was die Ermittler zwischen Warcraft-Wildschweinen und Second Life-Beachpartys finden wollen. Offensichtlich sucht man auch dort nach Terroristen.

Die NSA-Begründung für die Zocker-Überwachung in World of Warcraft und Second Life: Kriminelle nutzen die Anonymität der Online-Games, um Pläne auszutauschen, Geld zu verschieben und ungestört fremde Wissenschaftler zu kontaktieren.

Vielleicht aber haben findige Schlapphüte ihr Hobby einfach zum Beruf gemacht: Nicht nur zu Hause, sondern auch während der Arbeit bei World of Warcraft leveln und raiden. Zwischendurch dann Daten zur Analyse weiterleiten und fremde Gamer nach verdächtigen Inhalten aushorchen.

Für mich bleibt vor allem die Frage: Wo kann ich mich als NSA-Daddler bewerben? Der Andrang soll schon recht groß sein. Die Geheimdienste mussten ihre Aktivitäten eigens koordinieren, um sich nicht selbst auf die virtuellen Füße und Klauen zu treten.

Außer vielen toten Wildschweinen bei World of Warcraft soll es aber keine weiteren nennenswerten Erfolge gegeben haben. Somit rückt für mich der Job als World-of-Warcraft-Zocker beim amerikanischen Geheimdienst wohl erst einmal in weite Ferne. Schade.

Via the Guardian, propublica und nytimes