Google blockiert inoffizielle Chrome-Erweiterungen im Browser für Windows

Google sperrt inoffizielle Chrome-Erweiterungen. Seit dem 27. Mai 2014 können Anwender der Windows-Version von Googles Browser nur noch Erweiterungen aus dem Chrome Web Store installieren. Bereits vorhandene, inoffizielle Erweiterungen deaktiviert die Anwendung. Google will mit diesem Schritt Anwendern mehr Sicherheit bieten.

Damit eine Erweiterung im Chrome Web Store angeboten wird, müssen Entwickler bestimmte Richtlinien von Google einhalten, ansonsten gilt die Erweiterung als inoffiziell. Google hat die Sperre der inoffiziellen Browser-Erweiterungen bereits im November vergangenen Jahres angekündigt und seitdem mehrmals verschoben. Entwickler hatten sich mehr Zeit für die Umstellung ihrer Erweiterungen erbeten.

Die Sperre dieser inoffiziellen Chrome-Erweiterungen bedeutet für Anwender im Detail:

  • In der Windows-Version von Google Chrome lassen sich nur Erweiterungen aus dem Chrome Web Store installieren.
  • Google Chrome für Windows deaktiviert bereits installierte Erweiterungen, die nicht aus dem Chrome Web Store stammen.

Andere Betriebssysteme sind momentan von dieser Maßnahme nicht betroffen. Für Entwickler und Unternehmen macht Google eine Ausnahme: Programmierer können ihre Erweiterungen lokal testen, Firmen-Installationen von Google Chrome können auch inoffizielle Erweiterungen einsetzen.

Mit der Sperre geht Google gegen Schadsoftware vor, die unerwünschte Browser-Erweiterungen installiert. Schadsoftware kann sich in den Browsers einklinken und zum Beispiel das Surfverhalten ausspähen oder Werbeanzeigen einblenden.

Dem Autor Jakob Straub auf Twitter und Google+ folgen.

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Quelle: Google Chrome Blog

Türkei sperrt Twitter: Ministerpräsident Erdoğan kämpft gegen soziale Medien

Der türkische Ministerpräsident Erdoğan hat den Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter in der Türkei sperren lassen. Der Regierungschef kämpft gegen die sozialen Medien in seinem Land und hatte zuvor gedroht: “Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen.” Türkische Nutzer konnten die Blockade aber mit alternativen Servern, Anonymisierungsdiensten oder dem Verschicken von Tweets per SMS umgehen. Inzwischen ist die Sperre weitesgehend ineffektiv.

Angaben der Regierung begründeten die Blockade von Twitter mit einer Verfehlung des Dienstes. Die türkische Zeitung Hürriyet meldete die Schließung und berichtete, Twitter-Verantwortliche hätten Gerichtsentscheidungen ignoriert. Nach Beschwerden von türkischen Bürgern über bestimmte Links sei die Plattform ihrer Verpflichtung zur Entfernung der Links nicht nachgekommen. Die Sperre trat kurz nach Mitternacht am vergangenen Donnerstag in Kraft. Beim Aufrufen der Twitter-Seite bekamen Nutzer in der Türkei eine Meldung der türkischen Kommunikationsbehörde zu sehen. Die Sperre richtete sich nur gegen die Internetseite von Twitter.

Twitter selbst hat seine türkischen Nutzer mit einer Kurznachricht daran erinnert, dass Tweets auch per SMS abgesetzt werden können.  Zusätzlich konnte die Blockade mithilfe von alternativen DNS-Servern oder Anonymisierungsdiensten wie Tor umgangen werden. Aus anderen Apps mit Twitter-Funktion wie etwa Instagram ließen sich auch Nachrichten absetzen.

Soziale Netzwerke und vor allem Twitter zogen die Wut des türkischen Ministerpräsidenten durch die Verbreitung von Sprachaufnahmen und Dokumenten auf sich. Nutzer verteilten Informationen aus dem inneren Kreis des Regierungschefs und warfen ihm Korruption vor. Hashtags bezeichneten Erdoğan als Diktator. Durch die Sperre kam schnell das Hashtag #TwitterIsBlockedInTurkey auf, das inzwischen weltweit zu den meistgenutzten Tags zählt.

Schätzungen zufolge hat Twitter in der Türkei zwischen zehn und zwölf Millionen Nutzer. Erdoğan geht seit dem Sommer vergangenen Jahres gegen soziale Medien vor, als Bürger auf dem Taksim-Platz in Istanbul gegen die Schließung eines Parks demonstrierten. Damals bezeichnete der Ministerpräsident Twitter als “Störenfried”. Die aktuelle Sperre habe nichts mit einer Unterbindung der Meinungsfreiheit zu tun, sagte er auf einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei. Außerdem ließ der türkische Ministerpräsident wissen: “Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich nicht”.

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Quellen: Reuters 1 | Reuters 2

Bild: @_cypherpunks_