Sony Interactive Entertainment hat am 1. Juli 2026 bekanntgegeben, dass ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Titel mehr auf physischen Discs erscheinen sollen. Begründet wird der Schritt mit dem hohen Anteil digitaler Verkäufe auf PS5 und PS4. Für Käufer, Sammler und den stationären Handel ist das trotzdem ein Einschnitt mit historischem Gewicht.
Ab 2028: PlayStation-Spiele ohne Disc
Die Ankündigung von Sony Interactive Entertainment vom 1. Juli 2026 dürfte bei Konsolenfans, Sammlern und auch im stationären Handel lange nachhallen. Sony verweist dabei auf klare Verkaufszahlen: Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 entfielen laut Unternehmen 85 Prozent der Vollversionen für PS5 und PS4 auf digitale Downloads. Über das gesamte Geschäftsjahr hinweg lag der Anteil nach Sony-Angaben bei 78 Prozent.
Aus Sicht des Konzerns spricht die Entwicklung eine ziemlich klare Sprache.
Für Käufer heißt das zugleich: Ein klassischer Teil der PlayStation verschwindet. Mit neuen Discs fallen unter anderem Spieleboxen weg, Sammlereditionen im regulären Handel und auch die Möglichkeit, Spiele weiterzuverkaufen oder zu verleihen.
In der Branche gehen viele außerdem davon aus, dass eine PlayStation 6 um das Jahr 2028 herum sehr wahrscheinlich ohne eingebautes Disc-Laufwerk auf den Markt kommen könnte.
Kojima sieht darin weit mehr als nur einen Formatwechsel
Für Hideo Kojima steckt in der Entscheidung deutlich mehr als nur ein anderer Vertriebsweg. Der Schöpfer von Death Stranding sagt selbst, dass er mit physischen Medien aufgewachsen ist, und dass ihr Verschwinden ihn „wirklich traurig“ macht.
Noch schärfer fällt seine Sicht auf Cloud-Gaming aus. Das bezeichnet Hideo Kojima sogar als das eigentliche Albtraumszenario.
Im Kern geht es ihm um die Frage, was Besitz bei digitalen Spielen überhaupt noch bedeutet. Schon bei reinen Downloads ist ein Kauf aus seiner Sicht oft eher eine Lizenz als tatsächliches Eigentum.
Beim Cloud-Gaming verschärft sich das noch einmal, weil die Daten nicht einmal mehr lokal gespeichert werden. Dann hängt alles an entfernten Servern.
digitale Besitzrechte geraten immer stärker unter Druck
Genau da liegt für Hideo Kojima das eigentliche Risiko. Wenn Anbieter Inhalte entfernen, Server abschalten oder politische oder wirtschaftliche Entscheidungen den Zugang verändern, kann ein Spiel im schlimmsten Fall komplett aus dem Alltag der Nutzer verschwinden. Nicht nur aus dem Store, sondern aus der gesamten Bibliothek.
Dass solche Warnungen gerade mehr Resonanz bekommen, hat auch mit jüngeren Kontroversen zu tun. Sony hatte zuletzt mehr als 550 gekaufte Filmtitel aus digitalen Bibliotheken entfernt, ohne Rückerstattungen anzubieten.
Kein Wunder also, dass die Reaktion der Community heftig ausfällt: Eine Petition zum Erhalt physischer PlayStation-Spiele kam in weniger als 24 Stunden auf mehr als 16.000 Unterschriften. In einer Umfrage von Digital Foundry mit über 45.000 Teilnehmern sagten 86 Prozent, dass physische Medien weiterhin wichtig seien.
Bei der Hardware spielen Discs vorerst weiter eine Rolle
Auffällig ist der Widerspruch zwischen Software und Hardware. Nach Daten von Circana verfügten in den USA bis Oktober 2024 noch 82 Prozent der verkauften PS5-Konsolen über ein Disc-Laufwerk.
Die Option wollen also weiterhin viele Käufer haben, selbst wenn sie ihre Spiele oft digital kaufen.
Für Händler, Sammler und auch für die Bewahrung von Spielegeschichte ist Sonys Kurs deshalb ein Warnsignal. Ohne Discs verschwinden der Gebrauchtmarkt, der Tauschhandel und ein Teil dessen, was langfristige Archivierung überhaupt möglich macht.
Genau deshalb trifft Hideo Kojimas Kritik einen wunden Punkt. Das Ende der Disc ist einschneidend. Die größere Frage lautet aber, wie viel von Ihren Spielen Ihnen in einer vollständig serverabhängigen Welt am Ende überhaupt noch gehört.