Sony wirbt jetzt für die digitalen PlayStation-Versionen von Call of Duty: Black Ops und Call of Duty: Black Ops 2. Viele Beobachter sahen darin einen der jüngsten PlayStation-Posts, der mitten in der Debatte über Digital-only-Verkäufe und den Boykottaufruf „No Disc, No Buy“ nicht massiv „ratio’d“ wurde. Statt deutlich mehr Kritik als Zustimmung fiel die Reaktion diesmal vergleichsweise positiv aus. Das sieht nach einem Stimmungswechsel aus: Wenn die Marke nur groß genug ist, rückt der Ärger über Digital-only bei vielen offenbar schneller in den Hintergrund.
„No Disc, No Buy“ verliert an Zugkraft
Der Boykott bekam Rückenwind, nachdem Berichte die Runde machten, Sony könnte die Produktion physischer Spielediscs bis 2028 auslaufen lassen. Für viele Spieler hing daran deutlich mehr als nur die Frage nach dem Format.
Eine Disc steht für Eigentum, Sammelwert, Weiterverkauf und die Möglichkeit, Spiele langfristig zu archivieren. Außerdem macht sie unabhängiger von Store, Lizenzen und Servern.
Genau daraus entstand die Gegenbewegung. Ein komplett digitaler Markt würde Plattformbetreibern wie Sony aus Sicht der Kritiker spürbar mehr Kontrolle geben, während Käufer dabei Rechte einbüßen.
Bei Call of Duty: Black Ops zeigt sich jetzt aber auch, wie schnell diese Entschlossenheit Risse bekommt, sobald ein besonders gefragter oder nostalgisch aufgeladener Titel auftaucht.
Sony verdient an Digitalverkäufen viel mehr
Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Sache eindeutig. Im Geschäftsquartal bis zum 31. März 2026 wurden laut den zuletzt von Sony genannten Zahlen 85 Prozent aller PlayStation-Softwarekäufe digital abgeschlossen, 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Beim Umsatz lagen digitale Verkäufe laut Sony bei rund 1,5 Milliarden Dollar. Physische Verkäufe kamen auf 109 Millionen Dollar.
Für Sony ist das ein sehr lukratives Modell. Bei digitalen First-Party-Spielen im PlayStation Store bleibt dem Konzern fast der komplette Umsatz. Bei physischen Exemplaren gehen Handelsspannen ab, dazu kommen Produktions- und Vertriebskosten. Und bei Third-Party-Titeln verdient Sony digital in der Regel ebenfalls mit, oft mit rund 30 Prozent.
Der Markt zieht in dieselbe Richtung
Sony ist mit dieser Entwicklung nicht allein. Capcom soll Berichten zufolge Anfang 2026 bereits bei 93 Prozent digitalen Verkäufen gelegen haben.
Bei EA standen laut den zuletzt veröffentlichten Geschäftszahlen 528 Millionen Dollar aus digitalen Veröffentlichungen in den Büchern, verglichen mit 81 Millionen Dollar aus physischen Veröffentlichungen.
Daran zeigt sich ein Muster, das man schon länger kennt: In Umfragen, Kommentaren und Petitionen bekennen sich viele Spieler klar zu physischen Medien. Gekauft werden am Ende aber längst vor allem Downloads, besonders bei großen Reihen, Live-Service-Spielen oder beliebten Klassikern.
Verkaufszahlen zu Black Ops fehlen noch
Zu weit sollte man diese Entwicklung trotzdem nicht auslegen. Dass der Boykott an Schärfe verliert, lässt sich bisher vor allem an Reaktionen in sozialen Netzwerken ablesen. Harte Verkaufsdaten zu den von Sony beworbenen Black-Ops-Veröffentlichungen für PlayStation gibt es bislang nicht. Klar ist aber schon jetzt: Der Widerstand gegen Sonys Digitalstrategie ist nicht verschwunden. Er zeigt sich nur nicht immer, wenn ein Fan-Liebling im Store auftaucht.
Downloads: Call of Duty: Black Ops und Call of Duty: Black Ops 2 für PlayStation
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