Apple rückt die Notfallfunktionen der Apple Watch in einem neuen Video wieder ins Licht, diesmal mit einer weiteren echten Rettungsgeschichte. Im Zentrum steht nach Angaben des Unternehmens ein Mann namens Phil. Er stürzte beim Mountainbiken und bekam durch die SOS-Funktionen seiner Apple Watch Hilfe. Die Botschaft dahinter ist ziemlich eindeutig: Die Apple Watch soll längst mehr sein als Fitness-Tracker und Ergänzung zum iPhone. Im Ernstfall soll sie auch Leben retten. Gerade für Menschen, die draußen Sport treiben, älter sind oder gesundheitliche Risiken im Blick behalten möchten, sind diese Funktionen für viele inzwischen ein handfestes Kaufargument.
Apple Watch Notruf: So funktionieren Sturzerkennung und SOS
Das Kernstück der Sicherheitsfunktionen ist die Sturzerkennung, die Apple seit der Apple Watch Series 4 anbietet. Nach Angaben von Apple arbeiten dabei Beschleunigungsmesser und Gyroskop zusammen, um einen heftigen Aufprall zu registrieren. Danach kann die Uhr Ihnen automatisch anbieten, einen Notruf abzusetzen.
Wenn Sie nach einem Sturz etwa eine Minute lang nicht reagieren, wählt die Apple Watch Apple zufolge selbst den Notruf. Gleichzeitig wird der Standort an hinterlegte Notfallkontakte geschickt.
Genau diese Funktion stellt Apple jetzt wieder in den Mittelpunkt. Der neue Fall rund um den Mountainbiker Phil reiht sich dem Unternehmen zufolge in mehrere dokumentierte Rettungen ein, bei denen die Apple Watch nach einem Unfall eigenständig Hilfe organisiert hat.
Ganz neu ist das Thema allerdings nicht. Schon 2019 machte der Fall des Mountainbikers Bob Burdett Schlagzeilen. Er verlor nach einem Sturz das Bewusstsein, seine Apple Watch verständigte daraufhin Rettungskräfte und informierte seinen Sohn. Dass der Alarm schneller rausging, half dabei, die Rettung rasch in Gang zu bringen.
Mehr als Sturzerkennung: Apple baut das Sicherheitsnetz aus
Auf neueren Modellen der Apple Watch lässt sich inzwischen auch die Unfallerkennung bei schweren Autounfällen nutzen. Bei höherwertigen Modellen wie der Apple Watch Ultra 3 kommt Apple zufolge außerdem Emergency SOS via Satellit dazu. Damit können Sie selbst in Gegenden ohne Mobilfunk oder WLAN einen Hilferuf senden.
Dass solche Funktionen nicht nur gut klingen, sondern im Alltag tatsächlich etwas bringen, zeigen weitere Berichte aus den vergangenen Jahren. 2024 wurde in New York ein Radfahrer gerettet, nachdem die Sturzerkennung automatisch einen Notruf ausgelöst hatte.
In Australien setzte ein Schwimmer Apple zufolge mit seiner Apple Watch einen Hilferuf ab, nachdem er aufs Meer hinausgetrieben worden war. 2025 wurde außerdem ein Skifahrer nach einem rund 300 Meter langen Sturz gefunden, weil die Apple Watch nach Angaben des Unternehmens GPS-gestützte Notfallmeldungen verschickte.
Zwischen Rettungsanker und Fehlalarm
Seit Jahren berichten Leitstellen allerdings auch von mehr Fehlalarmen und sogenannten stillen Notrufen, die durch die Sturz- oder Unfallerkennung ausgelöst werden. Dahinter stecken zum Beispiel Skifahren, Snowboarden oder sogar Fahrten in Achterbahnen. Für Rettungsdienste bedeutet das zusätzliche Arbeit.
Trotzdem fällt für viele Nutzer die Bilanz klar aus: Der Nutzen wiegt schwerer. Apple hat die Apple Watch Schritt für Schritt von einer Smartwatch zu einem persönlichen Sicherheitsgerät gemacht.
Dazu kommen Gesundheitswarnungen bei Vorhofflimmern, Schlafapnoe oder möglichen Hinweisen auf Bluthochdruck. Zusammengenommen entsteht so ein Produkt, das immer stärker als digitaler Begleiter für Vorsorge und Notfälle wahrgenommen wird.