Der Epic Games Store für PC hat seine Geschäftszahlen für 2024 veröffentlicht und dabei auch gleich angekündigt, die Plattform weiter auszubauen.
Die Reichweite legt weiter zu: Bis Ende 2024 kam der Epic Games Store laut Epic auf 295 Millionen PC-Accounts, also 25 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Im Dezember 2024 erreichte die Plattform nach Unternehmensangaben außerdem einen Höchstwert von 74 Millionen monatlich aktiven Nutzern.
Mehr Umsatz, aber schwächeres Drittanbieter-Geschäft
Auf den ersten Blick sehen die Zahlen ordentlich aus. Die Gesamtausgaben im Epic Games Store für PC stiegen 2024 laut Epic um 15 Prozent auf 1,09 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sanken die Ausgaben für Spiele anderer Publisher nach Unternehmensangaben um 18 Prozent auf 255 Millionen US-Dollar. Das Drittanbieter-Geschäft schrumpft damit schon im zweiten Jahr hintereinander.
Und genau da liegt weiter Epics größtes Problem. Der Epic Games Store zieht zwar viele Nutzer an, schafft es aber nur bei einem kleinen Teil davon, sie auch zu Käufern von Third-Party-Titeln zu machen.
Im Markt für PC-Spiele anderer Publisher kommt der Epic Games Store nach den vorliegenden Schätzungen deshalb nur auf rund 3 Prozent Marktanteil. Steam liegt auf dem PC mit etwa 74 bis 75 Prozent Marktanteil weiter klar vor der Konkurrenz und erzielte 2024 Schätzungen zufolge einen Jahresumsatz zwischen 9,8 und 10,8 Milliarden US-Dollar.
Für Sie als Spieler bedeutet das vor allem eins: Wenn Sie bei Steam ohnehin von großer Auswahl, Community-Funktionen und über Jahre gewachsenen Gewohnheiten profitieren, gibt es bisher nur wenige Gründe, dauerhaft zu wechseln.
Gratis-Spiele bleiben der wichtigste Hebel
Ein zentrales Element der Strategie bleibt das Gratis-Spieleprogramm. 2024 verschenkte Epic laut eigenen Angaben insgesamt 89 Spiele, die 595 Millionen Mal eingelöst wurden. Epic-Chef Tim Sweeney hatte das wöchentliche Freebie-Programm schon zuvor als das kosteneffizienteste Mittel zur Nutzergewinnung bezeichnet.
Weniger gut liefen dagegen die Exklusivdeals, die Epic früher mit viel Nachdruck vorangetrieben hatte. Das Unternehmen zahlte hohe Summen dafür, dass einzelne PC-Spiele für eine gewisse Zeit nur im eigenen Store erhältlich waren. Inzwischen hat Tim Sweeney selbst eingeräumt, dass viele dieser Vereinbarungen als Investition deutlich weniger sinnvoll waren als die Gratis-Aktionen.
Epic baut Launcher und Shop-Oberfläche um
Damit der Epic Games Store für PC auf Dauer mehr ist als nur eine Adresse für kostenlose Spiele, will Epic sowohl den Launcher als auch die Storefront von Grund auf neu aufbauen.
Künftig soll die Plattform laut Epic unter anderem Nutzerbewertungen, Spielerprofile, zusätzliche Community-Funktionen, eine bessere Bibliotheksverwaltung, Controller-Support, Geschenke, eine Download-Planung sowie erweiterte Social- und Chat-Tools bekommen.
Für Entwickler bleibt der Store trotzdem interessant. Epic hält an seinem 88/12-Umsatzmodell fest, während Steam im Standard mit 70/30 arbeitet. Dazu kommen Programme wie Epic First Run, bei denen Studios in den ersten sechs Monaten einer Exklusivität sogar 100 Prozent der Einnahmen behalten dürfen.
Ob das reicht, um Steam ernsthaft unter Druck zu setzen, ist weiter offen. Klar ist aber: Acht Jahre nach dem Start steckt Epic noch immer Geld in seinen PC-Store und setzt jetzt stärker auf Funktionen, Nutzerbindung und kostenlose Spiele statt auf teure Exklusivvereinbarungen.