Berichte und Reports aus dem Jahr 2025 zeichnen ein ziemlich klares Bild: Für Unternehmen werden autonome Software-Agenten mehr und mehr zum Identitätsrisiko. Ein zentraler Grund dafür ist, dass viele Firmen sie noch immer wie gewöhnliche Nutzerkonten behandeln. Genau dadurch wird es schwerer, ihre Zugriffe sauber zu steuern und zu kontrollieren.
Digitale Helfer mit fremden Konten
In vielen Unternehmen laufen autonome Software-Agenten nach wie vor unter derselben Verwaltung wie normale Benutzerkonten.
Wenn digitale Helfer mit den Zugangsdaten von Beschäftigten arbeiten, werden Zuständigkeiten unscharf, Protokolle schwer lesbar, und wer worauf zugreifen durfte, lässt sich deutlich schlechter nachvollziehen.
Besonders kritisch wird es dort, wo solche Agenten keine eigene klar getrennte digitale Identität haben. Stattdessen nutzen sie Benutzerkonten von Mitarbeitern mit. Im Audit-Trail ist dann oft kaum noch verlässlich zu erkennen, ob eine Aktion von einem Menschen kam oder von einem autonomen System ausgelöst wurde.
Mehr Werkzeuge, mehr Zugriffswege
Der Druck nimmt zu, weil Unternehmen heute meist mehrere generative Tools, Agenten-Frameworks und Cloud-Dienste parallel im Einsatz haben.
Das bringt nicht nur zusätzliche Flexibilität. Es bedeutet auch mehr Identitäten, mehr Berechtigungen und sehr viel mehr mögliche Zugriffswege, die überwacht werden müssen.
Dazu kommt, dass moderne Agenten längst nicht mehr bloß Antworten ausgeben. Autonome Software-Agenten erledigen inzwischen mehrstufige Aufgaben im Kundenservice, in der Datenverarbeitung oder in internen Abläufen und treffen teils eigene Entscheidungen, mit direktem Zugriff auf Geschäftsdaten.
Schatten-Tools wachsen schnell
Dazu kommt die unkontrollierte Nutzung. Laut einem Bericht aus 2025 setzen 75 Prozent der Beschäftigten solche Werkzeuge bei der Arbeit ein, 59 Prozent davon über Angebote, die nie freigegeben wurden.
Experten halten in Reports aus 2025 außerdem fest, dass zu jedem offiziell eingeführten Tool häufig noch weitere, nicht genehmigte Dienste hinzukommen, etwa über private Konten oder separate Cloud-Umgebungen.
Rund 47 Prozent der Nutzer greifen den Daten aus 2025 zufolge über persönliche Konten auf generative Dienste zu. Damit umgehen Beschäftigte Unternehmensrichtlinien, Monitoring und zentrale Sicherheitsvorgaben. Für IT-Teams wird es so spürbar schwieriger, Datenflüsse nachzuvollziehen oder Verstöße gegen Vorgaben frühzeitig zu erkennen.
Governance bleibt lückenhaft
Die Folgen lassen sich beziffern: Laut Berichten aus 2025 ist die Nutzung solcher Schatten-Tools von 2023 bis 2025 um 156 Prozent gestiegen. 38 Prozent der Beschäftigten sagen laut diesen Daten, dass sie vertrauliche Informationen ohne Freigabe in solche Plattformen eingegeben haben. Sicherheitsvorfälle, die mit dieser unkontrollierten Nutzung zusammenhängen, können die Kosten einer Datenschutzverletzung laut einem Report aus 2025 im Schnitt um zusätzliche 670.000 Dollar erhöhen.
Gleichzeitig zeigt ein weiterer Report aus 2025, dass 63 Prozent der Organisationen für diese Systeme noch keine Governance-Regeln haben oder entsprechende Richtlinien gerade erst ausarbeiten.
Gerade bei Identitäten, Rollen und Zugriffsrechten reißen dadurch gefährliche Lücken auf. Sicherheitsverantwortliche drängen deshalb auf ein Umdenken im Identitäts- und Zugriffsmanagement. Gefordert sind eigene nicht-menschliche Identitäten, sauber geregelte Lebenszyklen, regelmäßige Prüfungen von Zugriffsrechten und klar zugewiesene Verantwortlichkeiten. Solange digitale Agenten wie Menschen behandelt werden, gehen Transparenz und Kontrolle verloren. Unternehmen müssen ihre Identitätsstrategie jetzt erweitern, bevor aus praktischen Helfern ein neues Einfallstor für Datenabfluss und Missbrauch wird.