Bungie, das Studio hinter Destiny 2, hat nach eigenen Angaben am 25. Juni 2026 eine weitere Entlassungsrunde angekündigt. Sony Interactive Entertainment spricht von einer „signifikanten“ Zahl an Betroffenen. Besonders hart trifft es demnach das Destiny-Team.
Einschnitte kurz nach dem Finale von Destiny 2
Am 25. Juni 2026 machte Bungie bekannt, im Zuge einer Umstrukturierung Stellen abzubauen. Der Zeitpunkt fällt auf: Gerade einmal gut zwei Wochen zuvor war das letzte Inhaltsupdate für Destiny 2 erschienen, laut Bungie am 9. Juni für PS5, Xbox Series X/S, PS4, Xbox One und PC.
Hermen Hulst von Sony Interactive Entertainment sagte, dass eine „signifikante“ Zahl an Beschäftigten betroffen sei. Nach seinen Angaben trifft es vor allem den Großteil des Destiny-Teams. Dazu kommen einzelne Mitarbeitende von Marathon für PS5, Xbox Series X/S und PC sowie Support-Personal bei Sony, das Bungie zugeordnet ist.
Bis zu 400 Mitarbeitende könnten betroffen sein
Eine genaue Zahl hat Bungie nicht genannt. Berichte von außen zeichnen allerdings ein deutlich härteres Bild: Ihnen zufolge könnte rund die Hälfte des Studios betroffen sein, also bis zu etwa 400 Mitarbeitende. Bestätigt ist diese Größenordnung bisher nicht. Falls sie sich am Ende doch als richtig erweist, wäre das trotzdem einer der schwersten Einschnitte in der Geschichte von Bungie.
In seiner Mitteilung führte Bungie den Schritt auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zurück. Destiny 2 habe die Erwartungen laut Bungie über mehrere Jahre hinweg nicht erfüllt. Gleichzeitig befänden sich neue Projekte noch in einer frühen Inkubationsphase.
Unter diesen Bedingungen, so die Argumentation des Studios, lasse sich die bisherige Größe der Organisation nicht mehr halten. Dass laut Sony Interactive Entertainment ausgerechnet der Großteil des Destiny-Teams betroffen ist, deutet auf einen tiefen Neustart hin, oder zumindest auf ein deutlich kleineres Bungie nach dem Ende der aktiven Destiny-2-Phase.
Weitere Einschnitte seit der Sony-Übernahme
Die neuen Entlassungen passen damit in eine Entwicklung, die sich seit der laut Sony Interactive Entertainment 2022 für 3,6 Milliarden abgeschlossenen Übernahme schon länger abzeichnet. Ende 2023 wurden Berichten zufolge rund 100 Stellen gestrichen. Mitte 2024 kamen laut weiteren Berichten noch einmal etwa 220 hinzu.
Die aktuelle Runde fällt also in eine Phase, in der das Studio schon seit geraumer Zeit unter Druck steht. Für zusätzliche Unruhe sorgen Meldungen, wonach Bungie-Studio-Chef Justin Truman seinen Posten räumen soll. Bungie selbst erklärte lediglich, man wolle sich zu künftigen Projekten erst später ausführlicher äußern.
Marathon bleibt wichtig, der Markt schwierig
Parallel dazu hält Sony Interactive Entertainment an Marathon fest. Der Extraction-Shooter soll nach mehreren Berichten seit seinem Start im März ebenfalls hinter den Erwartungen geblieben sein.
Trotzdem stellte Hermen Hulst klar, dass Marathon für Sonys Portfolio weiter wichtig bleibt. Bungie war für Sony Interactive Entertainment eigentlich als zentraler Baustein gedacht, um das Live-Service-Geschäft auszubauen. Nur haben weder Destiny 2 in seiner späten Phase noch Marathon bisher die Zugkraft entwickelt, auf die man offenbar gehofft hatte.
Bungies Probleme stehen zudem nicht für sich allein. In der Games-Branche läuft seit Monaten eine breite Korrektur bei Live-Service-Projekten. Nach Jahren mit hohen Investitionen, ehrgeizigen Roadmaps und teuren Studiozukäufen ist vielerorts Ernüchterung eingekehrt.
Mehrere große Projekte wurden bereits eingestellt, andere blieben bei Umsatz und Spielerzahlen hinter den Zielen zurück. Für Sony ist der neuerliche Kahlschlag bei Bungie deshalb mehr als nur die Krise eines einzelnen Studios.
Downloads: Download Destiny 2 für PS5, Xbox Series X/S, PS4, Xbox One und PC