In der Webversion von Gemini Notebook führt Google ab sofort Collections ein. Die neue Funktion soll Ordnung in Notebooks bringen, vor allem dann, wenn es davon mit der Zeit einfach zu viele werden.
Collections ordnen Notebooks flexibler
Google geht damit einen Schwachpunkt des Dienstes an, der schon länger auffällt: Sobald sich viele Projekte, Recherchen und Quellensammlungen ansammeln, wird die Übersicht schnell zäh. Notebooks lassen sich jetzt in frei benennbare Gruppen einsortieren. Das ist deutlich flexibler als ein klassischer Ordner, weil ein Notebook eben nicht nur an genau einer Stelle liegen muss.
Collections erinnern eher an Playlists bei Musikdiensten oder an Alben in Foto-Apps.
Dasselbe Notebook kann gleichzeitig in mehreren Sammlungen auftauchen. Ein Projekt zur Marktanalyse könnte also parallel in den Collections „Arbeit“, „Q4-Planung“ und „Wettbewerb“ liegen. Man muss sich damit nicht länger auf einen einzigen Platz festlegen, obwohl ein Projekt oft zu mehreren Themen zugleich gehört.
Gerade wenn man Gemini Notebook regelmäßig nutzt, schließt das Update eine Lücke, die schon lange da war. Je mehr Notebooks zusammenkommen, desto mühsamer wurde es bisher, Inhalte wiederzufinden oder zusammenhängende Projekte sauber beieinanderzuhalten.
Keine Freigabe zum Start
Zum Start taugen Collections laut Google allerdings nur für die eigene Organisation. Sammlungen lassen sich derzeit noch nicht teilen mit anderen Nutzern. Für Einzelpersonen ist das meist noch zu verschmerzen, für Teams bleibt an der Stelle aber eine echte Lücke.
Wer ganze Projekt-Sammlungen an Kollegen weitergeben wollte, muss deshalb vorerst weiter mit einzelnen Notebooks arbeiten.
Google baut Gemini Notebook weiter aus
Das Update kommt kurz nach dem Rebranding des Produkts. Am 16. Juli 2026 hatte Google NotebookLM in Gemini Notebook umbenannt und den Dienst damit enger an die Gemini-Produktfamilie gerückt. An der eigentlichen Rolle ändert das wenig: Gemini Notebook arbeitet vor allem mit den Dokumenten und Quellen, die Sie hochladen, und sucht Antworten nicht in erster Linie frei im offenen Web.
Collections sind dabei nur ein Teil des weiteren Ausbaus. Google hat zuletzt unter anderem abgesicherte Cloud-Rechner für Code-Ausführung und tiefere Datenanalyse angekündigt, die Synchronisierung mit der Gemini-App erweitert und außerdem eine engere Verzahnung mit einem neuen Suchmodus in Google Search in Aussicht gestellt.
Rollout erfolgt schrittweise
Wie so oft schaltet Google die Funktion nicht überall gleichzeitig frei. Collections wird schrittweise ausgerollt. Eine zentrale Übersicht zu Ländern und unterstützten Sprachen ist laut Google bislang allerdings nur eingeschränkt verfügbar.
Deshalb melden Nutzer in einigen Regionen schon Verzögerungen, dazu kommen vereinzelt kleinere Inkonsistenzen in mehrsprachigen Oberflächen.
Für regelmäßige Nutzer lohnt sich die Aktualisierung trotzdem, weil sie genau das Organisationsproblem aufgreift, das mit wachsender Nutzung immer sichtbarer geworden ist.