Der Mensch ist von Natur aus ein ungeduldiges Wesen. Tut er etwas, will er auch sehen, dass etwas passiert. Nun ist es so, dass gewisse Prozesse wie etwa eine Software-Installation eine gewisse Rechenleistung und damit auch eine gewisse Zeit benötigen. In dieser Zeit passiert auf dem Bildschirm das schlimmste für den ungeduldigen Nutzer – nämlich nichts! Auftritt: Fortschrittsbalken!
Diese augenscheinlich geniale Lösung um den nervös auf der Tischplatte fingertrommelnden Nutzer zu beruhigen, treibt mich an manchen Tagen erst recht zur Weißglut. Wie viele Varianten dieser virtuellen Baldriantropfen sind nicht schon über meinen Bildschirm geflimmert, haben bunte Zuckerstangenbalken aufgebaut, psychedelisch blau blinkende Rädchen gedreht und digitale Sanduhren umgedreht.
Es gibt ja durchaus angenehme und sinnvolle Vertreter der Spezies. Wenn mir ein Fortschrittsbalken anzeigt, wie weit eine beispielsweise Installation tatsächlich fortgeschritten ist, in Prozent und am besten noch mit verbleibender Zeit, freue ich mich über fünf Minuten Kaffeepause. Allerhöchstens schwindelig macht mich dagegen ein sich endlos im Kreis drehendes Rädchen mit hübschen Farbeffekten.
Besondere Freude kommt auf, wenn sich ein Fortschrittsbalken schön gleichmäßig und schnell aufbaut, nur um, kaum am Ende angelangt, wieder völlig zu verschwinden. Was soll das denn? Fängt die Installation jetzt wieder bei null an? Wenn ich so etwas sehe, bin ich nicht mehr nur ungeduldig, dann werde ich aggressiv.
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