LinkedIn hat heute eine neue Profilfunktion vorgestellt: „Connected Apps“. Dahinter steckt der Versuch, berufliche Fähigkeiten im Profil nachvollziehbarer zu machen. Nutzer können dafür kompatible Software-Dienste mit ihrem LinkedIn-Konto verbinden, sodass im Profil konkrete Kompetenznachweise auftauchen, die sich aus der tatsächlichen Nutzung ableiten.
LinkedIn Connected Apps soll Skills glaubwürdiger machen
Laut LinkedIn lassen sich ab sofort unterstützte Software-Dienste direkt mit dem eigenen Konto verknüpfen. Ist die Verbindung hergestellt, ergänzt LinkedIn das Profil um konkrete Kompetenznachweise, basierend auf dem, was mit der jeweiligen App tatsächlich gemacht wurde. Das Netzwerk will sich damit ein Stück weit von selbst eingetragenen Skills und klassischen Empfehlungen lösen und stattdessen sichtbarer machen, was Nutzer in einer Anwendung wirklich getan haben. Für Recruiter und Arbeitgeber könnte das die Einschätzung von Profilen spürbar einfacher machen.
Sobald eine unterstützte App verbunden ist, erstellt LinkedIn automatisch eine strukturierte Zusammenfassung. Darin steht, wie Sie das jeweilige Produkt einsetzen und welche Fähigkeiten sich daraus ableiten lassen, zum Beispiel im kreativen Bereich, beim Sprachenlernen oder in der technischen Entwicklung.
Schutz vor nachträglicher Anpassung
Diese appbasierten Skill-Beschreibungen können laut LinkedIn nicht manuell verändert werden. Zusätzlich informiert Sie LinkedIn, sobald eine solche Zusammenfassung neu erscheint oder aktualisiert wurde.
Genau da liegt ein wichtiger Punkt, wenn es um Glaubwürdigkeit geht. Die Angaben lassen sich im Nachhinein nicht einfach schöner formulieren oder passend zurechtschieben.
Diese Apps werden zum Start unterstützt
Zum Start sind laut LinkedIn unter anderem Descript, Duolingo, Lovable, Relay.app und Replit dabei. Weitere Integrationen sind schon angekündigt, darunter Adobe Express, Adobe Firefly und GitHub.
Damit deckt LinkedIn ziemlich unterschiedliche Arbeitsfelder ab, von Kreativ-Tools über Lernplattformen bis zu Software für Entwickler. Wenn nach und nach mehr relevante Dienste dazukommen, wird das System für Bewerber und Personalabteilungen wahrscheinlich deutlich nützlicher.
Warum die Funktion für die Jobsuche wichtig ist
Connected Apps passt in den Trend zum skillbasierten Recruiting. LinkedIn verweist hier auf Studien, nach denen Einstellungen auf Basis von Fähigkeiten fünfmal aussagekräftiger für die spätere Arbeitsleistung sein können als eine Auswahl, die sich nur am Bildungsweg orientiert. Unternehmen, die auf eine skillbasierte Auswahl setzen, berichten laut LinkedIn außerdem von einer um 89 Prozent besseren Bindung leistungsstarker Mitarbeiter. Für LinkedIn ist Connected Apps zugleich der nächste Schritt nach früheren Verifizierungsansätzen wie den Skill Assessments. Die galten zwar als schneller Nachweis, standen aber auch in der Kritik, weil Manipulationen möglich sein könnten.
Datenschutz, Fairness und Grenzen
Wer die Funktion nutzen will, muss der Datenfreigabe zwischen LinkedIn und den jeweiligen Drittanbietern zustimmen. Gerade bei beruflichen Profilen ist das ein heikler Punkt.
Dazu kommt eine mögliche Schieflage bei der Sichtbarkeit: Wer die unterstützten Tools nicht nutzt oder sie bewusst nicht verknüpft, könnte am Ende schlechter dastehen. LinkedIn beziffert seine Reichweite inzwischen auf 1,3 Milliarden Mitglieder und meldete zuletzt ein Umsatzplus von 12 Prozent im Jahresvergleich. Connected Apps und das dazugehörige Programm für verifizierte Skills sollen laut LinkedIn weltweit auf Englisch verfügbar sein.
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