PlayStation könnte seine PC-Strategie nach einem aktuellen Bloomberg-Bericht spürbar umbauen. Künftige PC-Ports von Singleplayer-Spielen würden dann entweder weitgehend wegfallen oder zumindest deutlich seltener werden.
Solche Spiele hätten damit wieder stärker die Rolle, die eigene Konsole attraktiver zu machen. Bloomberg nennt dafür vor allem zwei Gründe: die teils unbeständige Qualität bisheriger PC-Versionen und Einnahmen, die intern offenbar nicht als überzeugend genug gelten.
Ein kompletter Abschied vom PC wäre das trotzdem nicht. Für PC-Spieler wären die Folgen aber gerade bei großen Story-Spielen klar zu merken.
Weniger PC-Ports für Singleplayer-Spiele
Bloomberg zufolge hat Sony-Interactive-Entertainment-CEO Herman Hulst diese neue Linie bereits in einer Mitarbeiterversammlung angesprochen. Vor allem große, erzählerisch ausgerichtete Singleplayer-Produktionen sollen demnach enger an die PlayStation-Hardware gebunden bleiben. So will Sony den Wert des eigenen Konsolen-Ökosystems stärken.
Das fügt sich in die zuletzt vorsichtigere Kommunikation des Unternehmens. Sony-Führungskräfte hatten bereits erklärt, dass die Frage nach einer Plattform in Zukunft stärker vom jeweiligen Spiel abhängen soll. Zugleich hat Sony den Stellenwert eigener Singleplayer-Blockbuster für das PlayStation-Erlebnis noch deutlicher betont.
Schwankende Port-Qualität und begrenzter Umsatz
Als wichtigsten Grund nennt der Bloomberg-Bericht die durchwachsenen Ergebnisse früherer PC-Releases. Manche Ports kamen bei Spielern gut an. Andere starteten mit klaren technischen Problemen und mussten dafür einiges an Kritik einstecken.
Besonders oft fällt in diesem Zusammenhang The Last of Us Part 1. Die PC-Version wurde zum Launch wegen Performance-Problemen und Bugs heftig kritisiert.
Dazu kommt die wirtschaftliche Seite. PlayStation-Spiele auf dem PC sollen laut Bloomberg in den drei Jahren bis 2023 zusammen mehr als 300 Millionen US-Dollar Nettoumsatz erzielt haben. Gemessen an den Software-Erlösen innerhalb der PS4- und PS5-Ökosysteme war dieser Beitrag dem Bericht nach aber eher überschaubar.
Ein weiterer Punkt dürfte laut Bloomberg das Timing gewesen sein. Viele PlayStation-Ports erschienen erst Monate oder sogar Jahre nach dem Konsolenstart. Dadurch fehlte oft der Schwung eines frischen Releases. Ein Teil des Interesses war schon verpufft, bevor die Spiele auf Steam und anderen PC-Plattformen überhaupt ankamen.
Live-Service-Spiele bleiben Teil der PC-Strategie
Ganz vom PC verabschiedet sich Sony dem Bloomberg-Bericht nach allerdings nicht. Vor allem Live-Service-Titel sollen weiter plattformübergreifend geplant werden. Solche Spiele leben von einer möglichst großen aktiven Community und von laufenden Einnahmen über einen längeren Zeitraum.
Dass dieses Modell funktionieren kann, hat Helldivers 2 mit seinem gleichzeitigen Start auf PS5 und PC gezeigt. Genau solche Veröffentlichungen dürfte Sony in Zukunft aber eher für passende Projekte reservieren als als Vorlage für das komplette First-Party-Portfolio zu sehen. Offiziell bestätigt ist dieser Kurswechsel bisher nicht. Falls sich der Bloomberg-Bericht bestätigt, würde PlayStation seine bisherige PC-Strategie in Zukunft deutlich selektiver weiterführen.
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