Sony beschreibt in dem am 21. Mai 2026 veröffentlichten Patent „Controller-Driven Video Game Console Login“ einen Anmeldeweg, bei dem sich der Login ins PlayStation Network auf der PlayStation 5 zusätzlich über den DualSense-Controller bestätigen ließe. Auf dem Papier wirkt das wie eine weitere Sicherheitsstufe für PSN-Konten. In der Praxis bleiben dabei aber noch etliche Punkte ungeklärt.
Der Controller als Teil des Anmeldevorgangs
Laut dem Sony-Patent „Controller-Driven Video Game Console Login“ würde die PlayStation-5-Konsole den Login starten und die Anfrage an den DualSense-Controller weiterreichen. Danach würde der DualSense mit einem Gerät in der Nähe kommunizieren, zum Beispiel mit einem Smartphone, um die Anmeldung zu bestätigen.
Erst dann würde die Freigabe wieder an die PlayStation-5-Konsole zurückgehen. Ein PSN-Login ließe sich damit also nicht mehr allein über Benutzername, Passwort oder Passkey bestätigen. Der DualSense-Controller bekäme in diesem Ablauf die Rolle eines physischen Schlüssels.
Mehrere Verfahren für die Bestätigung
Dem Patent zufolge kämen dafür unter anderem Bluetooth, NFC, Näherungssensoren, Lichtsignale, Töne oder haptisches Feedback infrage. Am eigentlichen Prinzip ändert das wenig: Es soll nicht nur geprüft werden, ob die Zugangsdaten stimmen. Auch ein vertrauenswürdiger DualSense-Controller und ein weiteres Gerät müssten tatsächlich in Reichweite sein.
Damit würde Sony 2FA und Passkeys um noch eine Bestätigungsebene erweitern. Wenn Zugangsdaten kompromittiert wurden, wäre ein reiner Remote-Login auf diese Weise deutlich schwieriger.
Bekannte Schwachstelle bleibt außen vor
Ein Punkt taucht im Sony-Patent allerdings offenbar gar nicht erst auf: die Kontowiederherstellung über den Support. Genau dieser Bereich gilt bei Sicherheitsbeobachtern und betroffenen Nutzern schon länger als heikel.
Berichten zufolge wurden einzelne PSN-Konten per Social Engineering übernommen, teils schon mit einer Transaktions-ID, selbst dann, wenn 2FA oder Passkeys aktiv waren. Läuft eine Übernahme über solche Recovery-Prozesse, hilft ein Controller-Login eben nur begrenzt.
Fragen zur Praxistauglichkeit bleiben offen
Unklar bleibt außerdem, was bei einem verlorenen, defekten oder schlicht gerade nicht verfügbaren DualSense-Controller passieren würde. Ein hardwaregestützter Login kann die Sicherheit erhöhen. Er kann aber genauso das Risiko mitbringen, dass Nutzer aus dem eigenen Konto ausgesperrt werden.
Offen ist auch, ob vorhandene DualSense-Controller dafür technisch genügen oder ob Sony neue Hardware bräuchte. Dazu kommt der größere Zusammenhang: der PSN-Hack von 2011 mit 77 Millionen betroffenen Konten, zwei bestätigte Sicherheitsvorfälle im Jahr 2023 und neuere Nutzerberichte über Schwächen bei der Absicherung im Backend.
Wie bei Patenten oft der Fall, schafft es am Ende längst nicht jede Idee in ein fertiges Produkt. Ob daraus wirklich eine Funktion für PlayStation 5 und PSN wird, ist derzeit offen. Für viele Nutzer dürfte am Ende ohnehin etwas anderes wichtiger sein: ob Sony bekannte Schwächen bei der Kontowiederherstellung transparenter und konsequenter angeht.
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