Spotify bringt ab heute, dem 14. Juli 2026, eine neue Gesprächsfunktion in die App: Talk to Spotify. Nach Angaben des Unternehmens startet die Beta für Premium-Abonnenten in den USA, Irland und Schweden. In der Spotify-App für Android und iOS soll sich Musik und Podcasts damit per Sprache oder Text in deutlich natürlicheren Gesprächen finden lassen.
So funktioniert Talk to Spotify
In der Beta können Nutzer Musik laut Spotify nicht mehr nur nach Titel, Künstler oder Genre suchen. Anfragen lassen sich freier formulieren, anschließend per Rückfrage eingrenzen und im laufenden Gespräch weiter auf passende Empfehlungen zuschneiden.
Dabei verarbeitet Talk to Spotify nach Unternehmensangaben sowohl Spracheingaben als auch Text. Die Suche soll sich weniger wie ein klassisches Suchfeld anfühlen und mehr wie eine normale Unterhaltung.
So können Sie laut Spotify Songs oder Playlists starten, Vorschläge Schritt für Schritt verfeinern, Fragen zu Liedern oder Podcasts stellen und sogar die eigene Hörhistorie durchforsten.
Spotify nennt dafür unter anderem Anfragen nach einem entspannten Mix für den Abend, energiegeladenen Tracks fürs Training oder einer Playlist, die an einen bestimmten Künstler erinnert, aber etwas frischer klingt.
Entscheidend ist aus Sicht des Unternehmens der Gesprächsverlauf. Wenn das erste Ergebnis nicht passt, können Nutzer mit Folgeanfragen weiter eingrenzen.
Genau darin soll sich die Funktion von der herkömmlichen Suche unterscheiden.
Spotify baut personalisierte Empfehlungen aus
Mit Talk to Spotify schiebt Spotify seine Funktionen rund um Playlists und den Einstieg in neue Musik weiter aus.
Der Dienst setzt schon länger auf Werkzeuge, die Hörer schneller zu passenden Songs bringen sollen. Dazu gehören automatisch erstellte Playlists und interaktive Empfehlungssysteme.
Die neue Funktion wirkt deshalb wie der nächste Schritt: weg von Menüs und Suchfeldern, hin zu einer App, die Wünsche direkter versteht.
Dafür baut Spotify nach eigenen Angaben unter anderem einen Datensatz auf, der Sprachanfragen mit Musik verknüpft.
Am Ende steht laut Spotify die Idee einer Oberfläche, mit der Sie tatsächlich mit Spotify sprechen können, statt sich durch Kategorien zu tippen.
Frühere Funktionen und Konkurrenz
Ganz neu ist die Richtung also nicht.
Spotify hatte zuvor bereits einen persönlichen DJ eingeführt und außerdem Werkzeuge gestartet, mit denen sich Playlists aus freien Beschreibungen erstellen lassen.
Nach Angaben des Unternehmens wurde die DJ-Funktion bislang von rund 90 Millionen Abonnenten genutzt.
Auch andere Anbieter ziehen in diese Richtung.
Amazon Music setzt mit Alexa+ stärker auf sprachbasierte Musikabfragen.
YouTube Music bietet Premium-Nutzern außerdem einen Playlist-Generator mit Gemini-Anbindung.
Für Streaming-Dienste wird damit immer wichtiger, wer die Musiksuche am bequemsten und am persönlichsten macht.
Offene Fragen für Künstler und Nutzer
Trotzdem bleiben einige Punkte offen.
Kritiker weisen seit Längerem auf Risiken rund um Trainingsdaten und Urheberrechte hin. Dazu kommt die Sorge, dass automatisch erzeugte Empfehlungen bekannte Künstler noch sichtbarer machen könnten, während unabhängige Acts seltener auftauchen.
Es gibt auch ganz praktische Einschränkungen. Zum Start läuft Talk to Spotify nach Angaben von Spotify nur in drei Märkten als Beta.
Unklar bleibt außerdem, wie gut die Funktion in anderen Sprachen arbeitet, wie barrierefrei sie ausfällt und ob sich Musik von aufstrebenden Künstlern damit am Ende wirklich leichter finden lässt.
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