Laut einer Auswertung von 53.597 Steam-Veröffentlichungen für Windows, Mac und Linux zwischen Juli 2023 und Juli 2026 kommen inzwischen 60 bis 90 Prozent des Wachstums bei den monatlichen Neuerscheinungen von Titeln, die generativ erzeugte Inhalte offenlegen. Für Steam heißt das vor allem: mehr Menge. Für viele Entwickler heißt es noch lange nicht, dass ihre Spiele dadurch wirtschaftlich relevant werden.
Die Analyse deckt 53.597 Releases zwischen Juli 2023 und Juli 2026 ab. Für Steam ist das in erster Linie zusätzliches Volumen, für viele Entwickler auf der anderen Seite eben nicht automatisch mehr Geschäft.
Steam: Generativ erzeugte Inhalte treiben das Wachstum der Releases
Im untersuchten Zeitraum stieg die Zahl der Neuveröffentlichungen ohne entsprechenden Hinweis laut der Analyse von rund 1.030 auf etwa 1.320 pro Monat. Bei den gekennzeichneten Titeln ging es deutlich schneller nach oben, auf ungefähr 530 neue Releases im Monat. Ein großer Teil des zusätzlichen Volumens auf Steam kommt laut dieser Auswertung also genau aus dieser Ecke.
Für Entwickler ist das allerdings keine direkte gute Nachricht. Mehr Releases führen bislang nur selten dazu, dass am Ende auch nennenswerte Umsätze stehen.
Die meisten dieser Spiele verdienen kaum Geld
Die geschätzten Steam-Umsätze aller gekennzeichneten Titel lagen laut der Analyse bis November 2025 bei rund 660 Millionen. Das klingt erst einmal nach viel. Laut Schätzung blieb der Großteil dieser Spiele aber unter 10.000 Umsatz. Gerade einmal 45 Titel kamen überhaupt über die Marke von 1 Million.
Man muss das allerdings einordnen: Schwache Einnahmen sind kein Problem, das nur diese Gruppe trifft. Der Steam-Markt ist insgesamt extrem ungleich verteilt. Laut der zugrunde liegenden Analyse vereint das oberste 1 Prozent aller Spiele rund 94 Prozent des Gesamtumsatzes auf sich. Heißt im Klartext: Auch bei klassischen Releases verdient die große Mehrheit fast nichts.
Trotzdem deuten mehrere Datensätze darauf hin, dass gekennzeichnete Titel im Schnitt noch schlechter abschneiden. Eine Untersuchung von Game Oracle mit knapp 10.000 Steam-Releases von Januar bis Oktober 2025 kam zu dem Ergebnis, dass Spiele mit entsprechendem Hinweis im ersten Monat rund 53 Prozent weniger Reviews bekamen. Diese Zahl gilt oft als brauchbarer Näherungswert für Verkäufe. Auch die mittleren Nutzerwertungen fielen niedriger aus.
Valve, Sony und Nintendo verschärfen die Regeln
Valve, Betreiber von Steam, hat seine Vorgaben im Januar 2026 schon angepasst. Entwickler müssen seitdem nicht mehr offenlegen, wenn generative Werkzeuge nur intern genutzt wurden, um die Arbeit zu erleichtern. Entscheidend ist die Offenlegung jetzt vor allem bei Inhalten, die tatsächlich im Spiel oder im Marketing auftauchen.
Auch andere Plattformbetreiber reagieren. Sony soll im März 2026 mehr als 100 mutmaßlich schnell produzierte Low-Effort-Spiele aus dem PlayStation Store für PlayStation 5 und PlayStation 4 entfernt haben. Nintendo hat die Richtlinien für den eShop auf Nintendo Switch ebenfalls verschärft. Andere Anbieter, etwa der Xbox Store für Xbox Series X/S und Xbox One oder der Epic Games Store für Windows und Mac, gelten dagegen als vergleichsweise offen.
Stimmung bleibt angespannt
Dazu kommt noch ein Imageproblem. Einer Umfrage der Game Developers Conference (GDC) von 2026 unter mehr als 2.300 Entwicklern zufolge sehen inzwischen 52 Prozent generative Werkzeuge als negativen Einfluss auf die Branche. Zwei Jahre zuvor waren es erst 18 Prozent. Eine Untersuchung von Quantic Foundry von Ende 2025 zeigte außerdem, dass 85 Prozent der befragten Spieler dem Thema eher negativ oder höchstens neutral gegenüberstehen.
Auffällig ist dabei der regionale Unterschied: Laut der Untersuchung von Quantic Foundry ist die Akzeptanz in Japan und China deutlich höher. Für westliche Plattformen gilt damit erst einmal etwas ziemlich Nüchternes: Mehr automatisch erzeugte Spiele bedeuten noch lange nicht mehr Hits.