Meinung: Software als Abo ist Abzocke

Es mag ja altmodisch sein, aber ich kaufe nicht auf Kredit. Ich lease auch kein Auto. Wenn ich etwas brauche oder haben will, spare ich darauf, kaufe es mir und dann gehört es mir. Jetzt und für immer. Bei Software werde ich aber immer mehr in Abo-Modelle gezwungen.

Ich bin durchaus bereit, für gute Software zu bezahlen. Aber eben einmal. Viele Hersteller setzen jedoch immer mehr auf Abo-Modelle, bei denen ich monatlich oder jährlich für die Nutzung der Software bezahle. Microsoft, Adobe, Spotify, Wunderlist… Die Liste ist endlos.

Einfache Rechnung

Auf den ersten Blick wirken diese Angebote günstig. Eine Einzelplatz-Lizenz für Microsoft Office 365 (Office 365 Personal) beispielsweise gibt es für schlappe sieben Euro im Monat. Klingt großartig? Die Rechung ist schnell gemacht: Bei einmaligen 139 Euro für die vergleichbare Office Home & Student Version hat sich der Kauf der klassischen Desktop-Software nach 20 Monaten amortisiert.

Office 365 Personal

Office für 7 Euro im Monat klingt günstig. (Screenshot von office.microsoft.com)

Oh, ich vergaß, bei Office 365 gibt es die großartigen Abo-Vorteile: ein Gigabyte zusätzlichen Speicherplatz bei OneNote und 60 Skype-Gesprächsminuten pro Monat inklusive. Außerdem immer die neueste Office-Version. Mal ehrlich, Microsoft: Ein Gigabyte bei OneDrive? 60 Minuten bei Skype? Das sind Peanuts, für euch allemal und für mich auch. Auf die “Vorteile” falle ich nicht rein!

Aber Microsoft lässt mir immerhin noch die Wahl zwischen Abo- und klassischer Lizenz.

Anders Adobe: Wer Photoshop braucht, kommt an der Creative Cloud nicht vorbei. Als Einzelnutzer bekomme ich Photoshop und Lightroom für 12,29 Euro im Monat. Eine klassische Desktop-Lizenz gibt es nicht mehr. Das klingt schon verlockend: Das Maß aller Dinge an Fotobearbeitungssoftware für weniger als 15 Euro im Monat! Früher berappte man für Photoshop mehrere hundert Euro.

Als Privatnutzer sollte man sich allerdings fragen: Brauche ich wirklich das Komplettpaket? Das abgespeckte Photoshop Elements bietet für den durchschnittlichen Nutzer immer noch mehr Funktionen, als man je nutzen wird und kostet gerade einmal rund 50 Euro – einmalig!

Das Argument der regelmäßigen und kostenlosen Updates zieht auch nicht. Große Versions-Updates mit entscheidenden Neuerungen gibt es von Office oder Photoshop alle paar Jahre. Und kleinere Updates und Bug-Fixes bekommt man für die Desktop-Version ebenfalls kostenlos.

Nutzer fesseln

Die vermeintlich günstigen Preise der Abos binden die Nutzer außerdem langfristig an die Software oder WebApp. Eigentlich wollte man die Spotify-Premium-Mitgliedschaft ja schon lange kündigen, aber es sind ja nur 10 Euro im Monat. Außerdem sind alle Playlists dort gespeichert! Da bleibt man dann eben doch dabei und berappt brav jeden Monat seinen Zehner.

Besonders dreist finde ich das Pro-Angebot von Wunderlist. Die WebApp und mobilen Apps sind wirklich großartig und ich wäre gern bereit, etwas dafür zu bezahlen. Aber 4,50 Euro im Monat für ein paar minimal erweiterte Funktionen gegenüber der kostenlosen Version? Wir sprechen hier von einer To-do-Liste! Unternehmer zahlen übrigens bei professionellem Einsatz denselben Betrag pro Nutzer wie Privatanwender. Nein, danke! Da fühle ich mich als Privatanwender leicht verschaukelt.

Abo-Modelle haben nur einen Gewinner

Abo-Modelle für Software mit großem Namen klingen auf den ersten Blick günstig. Rechnet man das Ganze jedoch einmal im Kopf durch, kommt man schnell darauf, dass die Modelle vor allem für eine Seite günstig sind: Für die Software-Hersteller!

Der Autorin Mareike Erlmann auf Twitter folgen.

Minecraft: Die kostenpflichtige Online-Erweiterung Minecraft Realms ist weltweit gestartet

Minecraft Realms ist ein Abo-Angebot des Herstellers Mojang und eine einfache Art, Minecraft online zusammen zu spielen. Vor kurzem erst ist der kostenpflichtige Dienst in vielen weiteren Ländern gestartet, darunter auch in Deutschland. Jetzt steht Minecraft Realms weltweit zur Verfügung.

Minecraft Realms

Minecraft Realms läuft auf eigenen Servern von Mojang und nimmt Spielern dadurch die etwas komplizierte Serverkonfiguration ab. Die Server sind immer erreichbar und bieten einen schnellen Einstieg in die Welt von Minecraft. Neben dem Zusammenspiel mit anderen Spielern stehen stehen viele Minispiele von Mojang zur Auswahl. Die Wiederherstellung eines früheren Status der Welt ist möglich, falls ein Konstruktionsexperiment einmal nicht glücken sollte.

Kindersicherung inklusive

Minecraft Realms bietet außerdem eine Art Kindersicherung für Eltern: Da nur eingeladene Spieler auf einem Realms-Server zusammen spielen können, steht dadurch ein Kontrollmechanismus zur Verfügung. Eltern können auswählen, wen sie auf einen Server mit ihren Kindern lassen. Bis zu zwanzig Spieler lassen sich zu einem Server einladen, maximal zehn können jedoch gleichzeitig spielen.

Minecraft Realms für mobile Geräte ist noch in Arbeit

Minecraft Realms ist ein kostenpflichtiges Abo-Angebot von Mojang, Rabbatt gibt es bei der Buchung von sechs oder zwölf Monaten auf einmal. Realms ist derzeit nur für die PC- und Mac-Version von Minecraft verfügbar. Mojang plant aber, in Zukunft auch weitere Plattformen zu unterstützen. Ausführliche Details zu den Möglichkeiten von Minecraft Realms und den Unterschieden zur Server-Version fassen wir in unserer Übersicht zusammen.

Dem Autor Jakob Straub auf Twitter und Google+ folgen.

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Quelle: Mojang

The Elder Scrolls Online: Problemen mit Abo-System und 30 freien Spieltagen verärgern Spieler

Das Online-Rollenspiel The Elder Scrolls Online ist am 4. April 2014 gestartet. Das Spiel ist nicht kostenlos, sondern legt ein Abonnement zugrunde. Zum Probespielen bietet der Hersteller 30 kostenlose Spieltage an, allerdings müssen Spieler trotzdem ein Abo abschließen und sich auf eine Zahlungsmethode festlegen. Diese Praxis führt zu Problemen und verärgert viele Spieler.

Um in den Genuss der 30 freien Spieltage zu kommen, müssen Spieler ihr Konto mit der Vollversion freischalten. Das funktioniert nur, wenn ein Abo und eine Zahlungsmethode ausgewählt werden und zwar noch vor Ablauf der Probezeit. Ohne diesen Schritt lässt sich The Elder Scrolls Online nicht weiterspielen.

Je nach Zahlungsmethode wird das Geld schon vor Ablauf der Freifrist abgebucht. Der Hersteller weist darauf hin, dass dieser Schritt zur Autorisierung nötig ist. Transaktionen werden bei Kreditkarten wieder storniert. Andere Zahlungsmodellen wie Giropay oder PaySafe ziehen das Geld sofort ab.

Der Abo-Zeitraum beginnt zwar erst nach Ablauf der kostenlosen Spielzeit, aber viele Spieler sind verärgert. Kostenloses Ausprobieren sieht anders aus, zumal man bei Nichtgefallen bei einigen Zahlungsanbietern nur schwer sein Geld zurückbekommt.

Weitere Probleme entstehen mit der Berechtigungsprüfung, wenn das Bank- oder Kreditkartenkonto zum Zeitpunkt der Prüfung nicht gedeckt ist. Dann ist der Account gesperrt und der Zugang zum Spiel verwehrt, selbst wenn eventuell ein Gutschein zur Freischaltung von The Elder Scrolls Online zum Einsatz kam.

Die Foren der offiziellen Internetseite zum Spiel sind mit bösen Kommentaren von verärgerten Spielern gefüllt. Die Betreiber weisen auf den Kundendienst hin und versichern, dass alle Spieler die 30 Tage kostenlose Spielzeit in Anspruch nehmen können.

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Quelle: Kotaku