YouTube-Sperre in der Türkei: Google geht vor Gericht, Ministerpräsident Erdoğan beharrt auf Internet-Blockade

Google geht gegen die Sperre des Videoportals YouTube in der Türkei vor. Das Unternehmen hat beim türkischen Verfassungsgericht Beschwerde eingereicht. Außerdem klagt Google seinerseits vor dem Verwaltungsgericht in Ankara gegen die Blockade. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan beharrt auf den Sperren von YouTube und Twitter.

Internet-Sperren in der Türkei

Die Telekommunikationsbehörde hatte YouTube am 27. März 2014 gesperrt. Das Verwaltungsgericht in Ankara hat zwar gegen eine Blockade des Kurznachrichtendienstes Twitter entschieden. Im Falle von YouTube wurde die Sperre aber nach einer Aufhebung am 5. April 2014 wieder eingesetzt. Ein Google-Sprecher gab keine Stellungnahme dazu ab und sagte nur, das Urteil sei natürlich sehr enttäuschend. Nach dem Erfolg von Twitter könnte sich aber auch Google vor Gericht durchsetzen. Beide Unternehmen werden in der Sache vom selben Anwalt vertreten. Inzwischen können türkische Nutzer wieder alternative DNS-Server nutzen, um die Sperre zu umgehen. Diese waren zunächst ebenfalls geblockt worden. Eine entsprechende Stellungnahme von den Providern oder der Regierung steht noch aus.

Erdoğan beharrt auf Internet-Sperren

Inzwischen hat der türkische Ministerpräsident Erdoğan das Urteil des Verfassungsgerichts zugunsten von Twitter kritisiert. Er hält an den Internet-Sperren für beide Dienste fest. “YouTube und Twitter müssen sich an türkische Gesetze halten”, sagte er. Es ginge nicht darum, gegen Freiheiten vorzugehen, sondern “gegen Hass und Rassismus im Gewand der Meinungsfreiheit.” Oppositionelle beschuldigen den Ministerpräsidenten der Korruption und wollen dies mit Dokumenten belegen, die sie über soziale Medien verbreiten. Erdoğans Stellvertreter spricht sich ebenfalls für ein Aufrechterhalten der Blockade aus. Die Rechte von Twitter und YouTube dürften nicht über die persönlichen Rechte der Türken gestellt werden, sagte er.

Downloads

Passende Artikel

Quelle: Hürriyet Daily News | Twitter | Der Spiegel | Engadget

Bild: @ZAGNOS_PASA auf Twitter

Microsoft Office für iPad, Türkei sperrt auch YouTube, Pinterest gehackt

Microsoft veröffentlicht Office für iPad, die türkische Regierung sperrt jetzt auch YouTube, und der Facebook Messenger für iOS erhält ein Update – der Nachrichtenüberblick.

Microsoft Office für iOS: Microsoft hat eine iPad-Version des Office-Pakets veröffentlicht. Word, Excel und Powerpoint können kostenlos heruntergeladen werden, allerdings ist das Bearbeiten von Dokumenten nur Kunden des Dienstes Microsoft Office 365 erlaubt. Ebenfalls vorgestellt hat Microsoft ein Update für die kostenlosen Android-Version, mit der man jetzt auch Dokumente bearbeiten kann.

Türkei blockiert YouTube: Kurz vor den anstehenden Kommunalwahlen hat die türkische Regierung YouTube gesperrt. Gegner des Ministerpräsidenten Erdoğan hatten über Googles Video-Plattform Anschuldigungen und Korruptionsvorwürfe verbreitet.

Pinterest gehackt: Hackern ist es gelungen, eine Anzahl von Pinterest-Konten zu knacken. Die Angreifer verbreiteten Butt-Pics, also Aufnahmen vom Allerwertesten. Zum Hinterest-Hack gibt es von Pinterest noch keine Stellungnahme.

Facebook: Das soziale Netzwerk testet erneut einen Save-Button, mit dem Nutzer einen Artikel speichern und zu einem späteren Zeitpunkt lesen können.

Updates

OneNote für iOS: Nach der Veröffentlichung von Office für iPad hat Microsoft auch die iPad-Version von OneNote an iOS 7 angepasst. Das Design der iPad-Version ist noch unverändert.

Facebook Messenger für iOS: Eine Aktualisierung des Facebook Messenger für iOS bringt Gruppenchats und die Möglichkeit, Nachrichten an andere Nutzer weiterzuleiten.

Spiele

Batman Arkham Knight: Neue Screenshots des finalen Titels der Batman Arkham-Reihe zeigen den Helden und seinen Gegenspieler, Arkham Knight. Außerdem ist das Batmobil zu sehen, das Spieler zum ersten Mal steuern können.

Watch Dogs: Ein neuer Trailer zu Ubisofts kommendem Action-Adventure Watch Dogs entführt uns in die Unterwelt Chicagos. Watch Dogs startet am 27. Mai 2014 für Windows PCs, PlayStation 3 und 4 sowie Xbox One und Xbox 360.

Captain America für Android: Gameloft hat ein Android-Spiel zur neuen Marvel-Comic-Verfilmung veröffentlicht. In Captain America: The Winter Soldier wird der Spieler zum Superhelden – und muss natürlich die Welt retten.


!function(d,s,id){var js,fjs=d.getElementsByTagName(s)[0],p=/^http:/.test(d.location)?’http’:’https’;if(!d.getElementById(id)){js=d.createElement(s);js.id=id;js.src=p+’://platform.twitter.com/widgets.js’;fjs.parentNode.insertBefore(js,fjs);}}(document, ‘script’, ‘twitter-wjs’);

{lang: ‘de’}

Türkische Regierung sperrt auch YouTube drei Tage vor Kommunalwahlen

Eine Woche nach der Sperre des Kurznachrichtendienstes Twitter hat die Türkische Regierung inzwischen auch Googles Video-Plattform YouTube blockiert. Innerhalb weniger Stunden nach dem Auftauchen eines vorgeblich kompromittierenden Videos hat die Telekommunikationsbehörde der Türkei eine Sperre des Dienstes in Kraft gesetzt.

Die Website der Behörde nennt eine Verwaltungsmaßnahme gegen YouTube als Grund. Das aufgetauchte, strittige Video zeigt angeblich ein Gespräch zwischen dem türkischen Außenminister, dem Spionage-Chef und einem hochrangigen General. Diese diskutieren Szenarien, die einen türkischen Angriff auf militante Gruppen in Syrien zur Folge haben könnten.

Der Türkische Ministerpräsident Erdoğan hatte wiederholt angedroht, YouTube sperren zu wollen, wenn sich die Plattform nicht an türkische Gesetze halten sollte. In den vergangenen Monaten hatten sich soziale Medien wie Twitter und YouTube zur Arena eines politischen Kampfes entwickelt. Der Hauptgegener Erdoğans ist der in den USA lebende Muhammed Fethullah Gülen, ein früherer Imam und islamischer Meinungsbildner.

Nach Angaben der türkischen Regierung sind Anhänger Gülens für die Verbreitung von Dokumenten und Telefongesprächen über soziale Medien verantwortlich. Die veröffentlichten Informationen und Nachrichten beschuldigen den Ministerpräsidenten der Korruption. Die jüngsten Anschuldigen und die YouTube-Sperre kommen genau drei Tage vor den anstehenden Kommunalwahlen in der Türkei.

Anfang der Woche hatte das Verwaltungsgericht in Ankara die von Erdoğan initiierte Twitter-Sperre aufgehoben. Nachdem Nutzer in der Türkei alternative Server benutzt hatten, um die Blockade zu umgehen, weitete die Telekommunikationsbehörde die Maßnahme aus. Über entsprechende Software zum Aufbau von VPN-Verbindungen können türkische Nutzer die Internet-Sperren trotzdem umgehen.

Downloads

Passende Artikel

Quelle: The Wall Street Journal Europe | Business Insider

Bild: @ZAGNOS_PASA auf Twitter