Posteo: Neues Design bereitet komplette Verschlüsselung des Postfachs vor

Der sichere und grüne Berliner E-Mail-Betreiber Posteo hat gestern seine neue Benutzeroberfläche für den Webmailer veröffentlicht. Mit dem neuen Design schließt Posteo zu anderen Mail-Betreibern wie den E-Mail Made in Germany-Anbietern Web.de, GMX.de oder T-Online auf.

Die neue Oberfläche löst die bislang stark an die frühen 2000er Jahre erinnernde Oberfläche ab und vereinfacht unter anderem die Bedienung. Moderne und grafisch komplett überarbeitete Menüpunkte ersetzen die bislang quadratischen Knöpfe und fehl-platzierten Bedienelemente wie dem Nachricht senden-Knopf in der alten Benutzeroberfläche. Beibehalten hat Posteo die unter Nutzern beliebte, klare Struktur. Neben dem Posteingang haben auch das Adressbuch und der Kalender ein neues Aussehen erhalten.

Die neue Benutzeroberfläche des Posteo-Posteingangs.

Vorbereitungen für die Komplettverschlüsselung

Bei der Neugestaltung des Designs hat Posteo auch am technologischen Unterbau gearbeitet. Posteo bereitet damit die für diesen Herbst geplante komplette Verschlüsselung des E-Mail-Postfachs vor. Im Mai hatte Posteo bereits den Verschlüselungs-Standard DANE/TLSA eingeführt und damit die Sicherheit bei der Übertragung von E-Mails erhöht.

Außerhalb der Übertragung liegen E-Mails bislang jedoch lediglich auf zentral verschlüsselten Festplatten, wie wir in unserem Artikel Alternative zu T-Online und GMX: Wie sicher ist Posteo? erklären. Rein theoretisch ist daher ein Zugriff auf E-Mails durch die Mitarbeiter des Anbieters möglich.

Ab Herbst geht man daher einen Schritt weiter: Ab dann kann man das gesamte E-Mail-Postfach mit dem Nutzerkennwort verschlüsseln. Wie genau das aussieht, erklärt Posteo bislang nicht. Es wird jedoch “mehrere Optionen zur Verschlüsselung” geben, “nicht nur eine”, wie uns Patrik Löhr von Posteo sagte. Genauere Details, der als OpenSource-Lösung geplanten Verschlüsselungsmethode veröffentlicht Posteo beim Start im Herbst. Spätestens ab dann hat niemand mehr die Möglichkeit auf einen unbefugten Zugriff – ein sicheres Kennwort vorausgesetzt.

Screenshots

Die neue Benutzeroberfläche von Posteo ist ab sofort für alle Nutzer des E-Mail-Anbieters verfügbar und in den Einstellungen unter Benutzeroberfläche -> Oberflächendesign zu finden. Das alte Design bleibt dort noch bis zum Frühjahr 2015 verfügbar und wird dann abgestellt. Einen Vergleich der Designs bieten die folgenden Bildschirmaufnahmen.

Posteo-Posteingang: Alt vs. neu

Posteo-E-Mail-Schreiben: Alt vs. neu

Posteo-Adressbuch: Alt vs. neu

Posteo-Kalender: Alt vs. neu

Was halten Sie von der neuen Benutzeroberfläche von Posteo? Eine längst fällige Überarbeitung oder überflüssiger Schnickschnack? Schreiben Sie einen Kommentar.

Adblock Plus: Kampagne auf GMX und Web.de kämpft gegen Werbeblocker

Der Internet-Provider United Internet geht mit einer Kampagne gegen Werbeblocker vor. Auf den Seiten der E-Mail-Anbieter GMX und Web.de ist derzeit ein Hinweis zu sehen, der vor seitenmanipulierenden Add-ons warnt. Klicken Besucher auf die Meldung, werden sie zur Deinstallation von Werbeblockern und anderen Browser-Erweiterungen aufgefordert.

Die Hinweise in Chrome und Firefox täuschen die Besucher, indem sie echte Sicherheitshinweise der Browser nachahmen. Eine Leiste am oberen Rand der Seiten warnt vor eingeschränkter Sicherheit durch ein Add-on. Ein Klick auf den Button Sicherheit wiederherstellen führt zur Seite Browsersicherheit.info. Hinter der vermeintlichen Aufklärung steht der Anbieter von GMX und Web.de. Die 1&1 Mail & Media GmbH ist ein Tochter-Unternehmen von United Internet.

Die Kampagne hat vor allem ein Ziel: Besucher zur Deinstallation von Werbeblockern zu bewegen. Mit Hinweisen auf seitenmanipulierende Add-ons und damit verbundene erhebliche Sicherheitsrisiken werden Gefahren aufgezählt, aber keine Belege angeführt. In der Anleitung zum Entfernen der als gefährdend bezeichneten Plugins findet sich eine lange Liste von Add-Ons. Darunter sind auch einige Werbeblocker – allen voran Adblock Plus, Adblock Edge und Adblock.

Das Vorgehen bezeichnet Werbeblocker als für Kriminelle interessant. Statt einer Darlegung der beschriebenen Gefahren wird auf die eigenen redaktionellen Inhalt auf Gmx und Web.de verlinkt, die Werbeblocker wie Adblock Plus als für Nutzer riskant darstellen.

Werbeblocker sind Diensten, die sich durch Anzeigen finanzieren, natürlich ein Dorn im Auge. Anstatt aber die Besucher zur Deaktivierung des Add-Ons auf den eigenen Seiten zu bewegen, täuscht die Kampagne Risiken vor.

Update (04.03.2014): Inzwischen hat United Internet die Kampagne eingestellt. Die Seite Browsersicherheit.info ist nach wie vor erreichbar, die Betreiber haben aber die Liste der seitenmanipulierenden Add-ons gekürzt. Besucher der E-Mail-Portale von GMX und Web.de erhaltenen keinen vermeintlichen Sicherheitshinweis mehr.

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Quelle: Browsersicherheit.info

Via: Adblock Plus