„TBH: Task Bar Hero“ steht auf Steam gerade besonders im Rampenlicht. Das kostenlose Spiel erreichte laut Steam zeitweise mehr als 546.130 gleichzeitige Spieler. Gleichzeitig häufen sich in Steam-Rezensionen und Community-Beiträgen Vorwürfe über angeblich unberechtigte permanente Game Bans.
Überraschungserfolg auf Steam
„TBH: Task Bar Hero“ für den PC ist laut Steam innerhalb weniger Tage in die Liste der meistgespielten Titel geschossen. Für einen kleinen Free-to-play-Titel ist das durchaus bemerkenswert.
Das Idle-RPG ist klar aufs Nebenbei-Spielen ausgelegt. Der Fortschritt läuft weiter, während man arbeitet, Videos schaut oder ein anderes Spiel offen hat. Gerade weil sich der Titel so unauffällig in die Taskleiste einfügt, ist die Einstiegshürde sehr niedrig.
Zum Erfolg beigetragen hat offenbar auch die an den Steam-Marktplatz gekoppelte Gegenstandsökonomie. Bestimmte Items lassen sich handeln und bekommen damit indirekt einen realen Geldwert. Das hat das Interesse zusätzlich angefacht, gleichzeitig aber auch die Probleme rund um das Spiel deutlich sichtbarer gemacht.
Ausgeglichen bewertet, dazu Berichte über unberechtigte Bans
Auf Steam steht „TBH: Task Bar Hero“ derzeit nur bei „Ausgeglichen“. In negativen Rezensionen tauchen vor allem drei Kritikpunkte immer wieder auf: angeblich falsche Sperren, technische Probleme und instabile Server. Für viele Betroffene wiegt der Bann selbst am schwersten, weil ein permanenter „Game Ban“ auf Steam nicht nur den Zugang blockiert, sondern auch öffentlich im Steam-Profil erscheint.
Für Nutzer ist das ein Reputationsproblem. Ein sichtbarer Game Ban wirkt schnell wie ein öffentlicher Cheating-Vermerk, selbst dann, wenn eine Sperre später angefochten oder wieder aufgehoben wird.
Warum das Anti-Cheat-System so scharf reagiert
Auf den ersten Blick wirkt dieses strikte Vorgehen überraschend, denn „TBH: Task Bar Hero“ ist im Kern kein klassisches kompetitives Multiplayer-Spiel. Der entscheidende Punkt ist aber die Handelsfunktion. Sobald Items über den Steam-Marktplatz verkauft werden können, gibt es einen finanziellen Anreiz für Bots, Makros und andere nicht autorisierte Hilfsprogramme.
Genau das scheint nach Einschätzung der Community auch passiert zu sein. Der starke Zustrom neuer Nutzer, darunter offenbar auch automatisierte Accounts zum Item-Farming, setzte die Server spürbar unter Druck. Nugem Studio und Tesseract Studio haben sich nach eigenen Angaben dafür entschuldigt und den Ingame-Marktplatz vorübergehend offline genommen.
Das sagen die Entwickler
Nugem Studio und Tesseract Studio weisen den Vorwurf willkürlicher Sperren zurück. Nach Angaben der Entwickler arbeitet das System mit einer Two-Strike-Regel gegen nicht autorisierte Drittprogramme. Außerdem seien die Nutzungsbedingungen angepasst worden, damit bei möglichen Verstößen ein größerer Datenumfang erfasst werden kann.
Ganz fehlerfrei scheint das System trotzdem nicht zu laufen. Berichten aus der Community zufolge wurden einzelne Sperren nach Einsprüchen wieder aufgehoben. Das dürfte den Ärger kurzfristig etwas abfedern, löst das Grundproblem aber nicht. Solange offen bleibt, wie zuverlässig das Anti-Cheat-System tatsächlich arbeitet, dürfte „TBH: Task Bar Hero“ weiter für Aufmerksamkeit sorgen, und zwar nicht nur wegen seiner Spielerzahlen.
Der Download von „TBH: Task Bar Hero“ für den PC ist über Steam verfügbar.