Valve hat sich jetzt auch zum Preis seiner neuen Steam Machine geäußert. Und wenn Sie auf eine günstigere Variante des 1.049-Dollar-Systems hoffen, fällt die Antwort im Moment eher ernüchternd aus.
Intern wäre ein billigeres Modell zwar nach wie vor willkommen. Nach allem, was Valve dazu sagt, hält man das derzeit aber nicht für machbar. Wer also auf eine schnelle Preiskorrektur spekuliert, sollte die Erwartungen lieber etwas herunterschrauben.
Der Knackpunkt ist der Einstiegspreis von 1.049 Dollar. Genau daran hat sich ein großer Teil der frühen Berichterstattung festgebissen. Gelobt wurden zwar das kompakte Gehäuse, die Qualität der Hardware und das klar aufs Wohnzimmer zugeschnittene SteamOS-Erlebnis. Aber der Preis steht über allem.
Steam Machine: Am Preis entzündet sich die Kritik
Hinter den Kulissen hatte Valve wohl einmal deutlich kleiner geplant. In Berichten ist von einem Zielbereich um 700 bis 750 Dollar die Rede.
In dieser Region hätte sich die Steam Machine sehr viel leichter als Alternative zu klassischen Konsolen verkaufen lassen, oder als unkomplizierter Einstieg in den PC-Gaming-Markt.
Davon ist man inzwischen offenbar abgerückt. Unter den aktuellen Marktbedingungen, so die Einschätzung bei Valve, lässt sich so eine Preisklasse nicht sauber halten, ohne an anderer Stelle zu viel zu streichen oder zu schwächen.
Für eine Hardware-Plattform, die Valve selbst im Markt verankern will, wäre genau das ein heikler Kompromiss.
Teure Bauteile machen ein günstigeres Modell schwer
Als Hauptgrund verweist Valve auf die weiter hohen Kosten zentraler Komponenten. Vor allem beim Arbeitsspeicher und bei Speicherlösungen liegen die Preise offenbar spürbar über dem, womit man anfangs gerechnet hatte.
Dazu kommen allgemeine Lieferengpässe. Die bremsen nicht nur die Verfügbarkeit aus, sie schlagen auch direkt auf die Einkaufspreise durch.
Falls Sie also mit einer kurzfristigen Preissenkung rechnen, ist gerade eher Geduld angesagt. Aus Entwicklerkreisen heißt es sogar, dass die Probleme rund um die Speicherversorgung noch bis mindestens 2028 nachwirken könnten.
Wer auf ein deutlich günstigeres Modell in naher Zukunft setzt, wartet womöglich ziemlich lange.
Kein simples Comeback der alten Steam Machines
Die neue Steam Machine ist außerdem kein Aufguss des alten Konzepts. Die ersten Steam Machines, damals von mehreren Herstellern angeboten, waren nach mäßigem Markterfolg 2018 schon wieder verschwunden.
Diesmal geht Valve einen anderen Weg. Statt vieler Partnergeräte gibt es ein einzelnes System direkt vom Unternehmen, deutlich geprägt von den Erfahrungen mit dem Steam Deck und von einem SteamOS, das heute wesentlich reifer wirkt.
Und genau das kommt in den bisherigen Tests gut weg. Beschrieben wird ein Gerät in konsolenähnlicher Form, passend fürs Wohnzimmer, sauber verarbeitet und mit einer SteamOS-Oberfläche, die ohne großes Herumprobieren funktioniert.
Trotzdem bleibt die naheliegende Frage: Für wen lohnt sich das Ganze bei 1.049 Dollar eigentlich? Neben einer PlayStation 5, einer Xbox Series X oder ähnlich teuren Gaming-PCs bleiben viele Testberichte mit ihrer Kaufempfehlung deshalb vorsichtig.
Vielleicht ist SteamOS am Ende wichtiger als die Box selbst
Strategisch schaut Valve ohnehin über die Hardware hinaus. Das Unternehmen baut SteamOS Schritt für Schritt als Alternative zu Windows für Spieler aus, schraubt weiter an der Proton-Kompatibilität und will Nutzern perspektivisch die Möglichkeit geben, eigene Steam-Machine-artige Systeme auf unterstützter PC-Hardware aufzusetzen.
Genau da könnte auf lange Sicht der eigentliche Wert liegen. Selbst wenn Valves eigene Box vorerst teuer bleibt, hätte SteamOS als Plattform am Ende gute Chancen, weiter zu kommen als die Hardware allein.