X hat nach eigenen Angaben seinen Video-Editor für iOS ausgebaut und eine Aufnahmefunktion direkt in die App eingebaut. Videos lassen sich damit in X für iOS nun komplett innerhalb der App aufnehmen, schneiden und veröffentlichen. Der Umweg über eine andere App, in der der Clip erst fertig bearbeitet und danach hochgeladen wird, fällt damit weg.
Mehrsprachige Untertitel und Greenscreen
Zum überarbeiteten Editor gehören laut X unter anderem mehrsprachige Untertitel und ein Greenscreen-Modus. Captions können in verschiedenen Sprachen eingeblendet und optisch angepasst werden. Wer den Hintergrund austauschen will, kann das eigene Motiv mit Fotos oder Beiträgen als Kulisse kombinieren.
X will Creator beim Videoschnitt in der eigenen App halten
Für viele Nutzer dürfte das Update einen der nervigsten Brüche im bisherigen Ablauf beseitigen. Wer auf X bisher Videos mit sauber eingebrannten Untertiteln oder ausgetauschtem Hintergrund veröffentlichen wollte, landete oft erst bei Drittanbieter-Apps wie CapCut oder ähnlichen Editoren. Die fertige Datei wurde erst danach bei X hochgeladen.
Genau diesen zusätzlichen Schritt versucht X mit dem neuen Editor zu verkürzen. Für die Plattform ist das mehr als ein Komfort-Update. Wenn Creator ihre Videos direkt in X aufnehmen, bearbeiten und posten, bleibt mehr von diesem Prozess an einem Ort, samt Veröffentlichung und möglicherweise auch der späteren Monetarisierung.
Dass die neuen Werkzeuge zuerst unter iOS starten, zeigt aber auch, wie begrenzt der Rollout im Moment noch ist. Einen konkreten Zeitplan für Android nennt X bislang nicht. Zur internationalen Verfügbarkeit gibt es ebenfalls nur wenige Angaben. Und offen ist weiter die Frage, wie stark die neuen Funktionen den Alltag von Creatorn am Ende wirklich vereinfachen.
Teil einer größeren Video-Offensive von X
Der Ausbau kommt nicht aus dem Nichts. X schiebt seine Video-Strategie seit Monaten sichtbar an und macht Bewegtbild immer stärker zu einem zentralen Wachstumsbereich. Dazu zählen nach früheren Ankündigungen von X unter anderem ein Live-Studio-Hub, Tests mit einem eigenen Video-Tab und Partnerschaften rund um Originalformate.
Gleichzeitig verknüpft X seine Creator-Tools enger mit finanziellen Anreizen. Zuletzt warb das Unternehmen laut X rund um Live Studio mit einer Ausschüttung von 1 Million Dollar für Creator. Außerdem hat X nach eigenen Angaben die Monetarisierungsregeln zuletzt so verändert, dass originäre Inhalte stärker profitieren sollen als erneut hochgeladene oder kopierte Videos. Das fügt sich in einen breiteren Trend der Branche: Plattformen ziehen Aufnahme, Bearbeitung und Veröffentlichung immer öfter in einer einzigen App zusammen. Meta ist mit Edits für Instagram Reels bereits in eine ähnliche Richtung gegangen.
Weitere Funktionen sollen folgen
Nikita Bier, Produktchef bei X, hat auf X bereits angekündigt, dass der Video-Editor in den kommenden Wochen weiter ausgebaut werden soll. Welche Funktionen als Nächstes geplant sind, sagt das Unternehmen bisher nicht.
Für Nutzer ist die Stoßrichtung trotzdem klar. X will nicht mehr nur der Ort sein, an dem Videos gepostet werden, sondern auch der Ort, an dem sie entstehen.
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