Emily Watson verrät, dass sie wegen des Aufwachsens in einer religiösen Sekte beinahe nie geschauspielert hätte

A priori würdest du dir bei einem Ort namens Schule für Philosophie und Wirtschaftswissenschaft nichts Schlechtes denken. Noch weniger, wenn er 1938 entstanden ist und sich über Dutzende Länder ausgebreitet hat. Was soll schon schlecht sein an einer Organisation, die Erwachsenen Unterricht über alle möglichen Themen gibt? Nun ja, dass sich unter ihrer Fassade eine Sekte verbirgt, die auf dem Advaita Vedanta basiert, einer hinduistischen Religion, die sie dazu brachte, auf repressive Werte, klassische Geschlechterrollen und natürlich eine harte Sexualmoral zu setzen. Fragst du dich gerade, wer auf so etwas hereinfallen könnte? Nun, ich stelle dir Emily Watson vor.

Breaking the Waves, mit allem brechen

Nachdem sie in mehreren Theaterstücken gespielt hatte, bekam Watson 1996 ihre erste große Hauptrolle, als Helena Bonham Carter bei Breaking the Waves ausstieg und man nicht zögerte, sie anzurufen. Überall sonst wäre das ein Grund zur Freude gewesen, aber nicht an der Schule für Philosophie und Wirtschaftswissenschaft, wo sie gezwungen war, mit allem zu brechen und sich gewaltsam loszureißen, weil niemand wollte, dass sie in einem Film mitspielte.

„Es war ein Bruch. Da bin ich aufgewachsen, da waren meine Freunde, und ich ging weg. Ich war verzweifelt traurig, aber ich hatte auch das Gefühl, mein Herz würde abheben. Eine unglaubliche Freiheit. Ich wusste in diesem Moment, dass ich an dieses Gefühl glauben musste, weil mein wahres inneres Ich mich auf den richtigen Weg schickte. Aber dieses Gefühl des Bruchs, wenn es so etwas wie eine nukleare Explosion und eine Exposition gegenüber Licht und Energie gibt… All das ist im Film. Zum Teil funktioniert er deshalb, weil es als wäre ein Kabel herausgezogen worden“, kommentiert sie. Und nein, natürlich hat sie nie zurückgeblickt. Sie wurde für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert, wie sollte sie das auch tun?

Vielleicht bist du neugierig darauf, was man ihr in der Schule sagte, und das müsste man sich einrahmen, weil jeder merken konnte, dass sie in einer Sekte war: „Ich wusste, dass ich eine Affinität zu dieser Figur hatte. An dieser Geschichte gibt es einen interessanten Teil: Als ich den Anführern erzählte, dass ich einen Film machen würde, und sie mich fragten, welcher Art er sei, sagten sie mir ganz klar, dass ich ihn nicht machen würde. Sie sagten mir, ich solle diesen unwürdigen Weg einschlagen. Das tat sie, und schau sie dir jetzt an: Wer will schon Sekten, wenn er Erfolg hat?

Author: Randy Meeks

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