Anthropic hat mit Claude Security ein Beta-Plugin für Claude Code im Terminal vorgestellt. Nach Angaben des Unternehmens soll es Entwicklern helfen, Sicherheitslücken früher zu finden: schon beim Bearbeiten von Dateien, nach Interaktionen mit Claude Code und noch vor dem Commit. Damit drängt Anthropic in einen Markt, in dem der Bedarf spürbar wächst. In der Beta geht es aber nicht nur um Funktionsumfang, sondern auch um Vertrauen.
Früher dran: Prüfungen vor Repository und Commit
Claude Security soll Entwickler direkt bei der Suche nach Sicherheitsproblemen unterstützen. Der Ansatz setzt früher an als viele klassische Scans.
Nach Darstellung von Anthropic prüft das Tool Änderungen schon bevor sie überhaupt im Repository landen. Schwachstellen sollen also nicht erst in der CI-Pipeline oder nach einem Merge auftauchen.
In der Beta gibt es dafür einen mehrstufigen Ablauf. Problematische Muster will Claude Security bereits während der Bearbeitung von Dateien erkennen.
Nach jeder Interaktion mit Claude Code folgt laut Anthropic eine tiefere Analyse. Beim Commit startet dann eine umfassende agentische Abschlussprüfung.
Mehrere Agenten für Analyse und Patches
Anthropic beschreibt Claude Security als System aus mehreren spezialisierten Agenten. Sie arbeiten sich nacheinander durch die Codebasis, modellieren mögliche Bedrohungen, suchen nach Schwachstellen, lassen die Ergebnisse unabhängig gegenprüfen und schlagen danach verifizierte Patches vor.
Genau darin sieht Anthropic den eigentlichen Vorteil.
Viele Scanner finden vor allem bekannte Muster, unsichere Bibliotheken oder klare Regelverstöße. Claude Security soll stärker auf kompliziertere Logikfehler zielen und auf Zusammenhänge, die sich erst über mehrere Dateien hinweg zeigen.
Das spielt vor allem dort eine Rolle, wo das Risiko nicht in einer einzelnen Zeile steckt. Manchmal entsteht es erst dann, wenn mehrere Komponenten zusammenspielen.
Drei Prüfschichten näher am Entwicklungsprozess
Praktisch läuft das laut Ankündigung auf ein Modell mit drei Ebenen hinaus. Beim Editieren greift zuerst eine schnelle Mustererkennung, die sofort warnen kann.
Danach kommt, nach jeder Interaktion mit Claude Code, eine gründlichere Prüfung des aktuellen Arbeitsstands. Und zum Commit erhalten Nutzer eine vollständige agentische Review, die Befunde zusammenführt und Patch-Vorschläge ausgibt.
Für Teams dürfte das spannend sein, weil Sicherheitsprüfungen damit näher an den eigentlichen Schreibprozess rücken.
Der Hinweis kommt also nicht erst am Ende eines Sprints oder erst im Pull-Request-Review. Das Plugin meldet sich schon in dem Moment, in dem eine problematische Änderung entsteht.
Wachsender Markt, offene Vertrauensfragen
Der Start kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck im Markt steigt. Anthropic verweist darauf, dass 2025 bisher 48.185 neue CVEs veröffentlicht wurden, also im Schnitt rund 131 pro Tag. Gleichzeitig sei die durchschnittliche Zeit bis zur Behebung auf 252 Tage gestiegen.
Tools, die Probleme früher finden und verständlicher aufbereiten, treffen damit auf einen ziemlich konkreten Bedarf. Nach Einschätzung von Anthropic soll der Markt für automatisierte Werkzeuge zur Schwachstellenanalyse von 2,41 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 9,09 Milliarden US-Dollar bis 2034 wachsen.
Damit positioniert sich Anthropic neben Anbietern wie Snyk Code und den Sicherheitsfunktionen von GitHub Copilot.
Aus ersten Praxisstimmen zitiert das Unternehmen Lob dafür, dass Claude Security auch Probleme finden könne, die in anderen Workflows durchrutschen. Ganz ausgeräumt sind die Vertrauensfragen damit aber nicht.
Bei anderen Anthropic-Produkten wurden in der Vergangenheit ebenfalls Schwächen gemeldet. Dazu gehören Probleme rund um die Sandbox und Deny-Regeln von Claude Code, außerdem weiterhin offene Berichte zur Claude-Erweiterung für Google Chrome.
Für Anthropic wird diese Beta deshalb zum Härtetest. Entscheidend ist nicht nur, wie viel das Tool findet. Genauso wichtig wird sein, wie belastbar und sicher das eigene Sicherheitswerkzeug im Alltag wirklich ist.
Downloads: Download Claude Code für Windows, Mac und Linux