LG wird das umstrittene McAfee-Pop-up auf Windows-PCs ab sofort abschalten, wie Gamers Nexus berichtet. Das Fenster konnte auftauchen, nachdem Windows beim Anschließen bestimmter LG-Monitore automatisch den „LG Monitor App Installer“ installiert hatte. Nach Kritik in sozialen Netzwerken, auf Reddit und in den Berichten von Gamers Nexus reagiert der Hersteller nun.
Automatische Installation über Windows
Der Auslöser war kein Programm, das Nutzer klassisch selbst heruntergeladen hätten. Beim Anschluss bestimmter LG-Monitore an einen Windows-PC konnte das System laut Gamers Nexus den „LG Monitor App Installer“ automatisch über Geräte-Metadaten und die Windows-Update-Infrastruktur einspielen, ohne klaren Zustimmungsdialog zu sehen war.
In einer aktuellen Version des „LG Monitor App Installer“ war McAfee als „Additional App“ aufgeführt.
Mehrere Betroffene schilderten, dass die Werbung ohne eigenes Zutun auftauchte, teils fast bei jedem Systemstart. Viele wussten nicht einmal, dass überhaupt LG-Software auf ihrem Rechner gelandet war. Aus ihrer Sicht hatten sie nur einen Monitor angeschlossen. Kurz darauf erschien dann Werbung für ein Sicherheitsprodukt von McAfee.
Microsoft kontaktiert LG
Nach der öffentlichen Kritik, unter anderem auf Reddit, durch die Berichte von Gamers Nexus und durch einen Social-Media-Post von Epic-Games-Chef Tim Sweeney, der Windows-Chef Pavan Davuluri direkt markierte, soll Microsoft laut Gamers Nexus direkt auf LG zugegangen sein. Als Sofortmaßnahme soll das McAfee-Pop-up ab sofort nicht mehr erscheinen.
Damit ist der akute Ärger zwar erst einmal eingedämmt. Gelöst ist das Grundproblem damit aber nicht. Der Windows-Mechanismus selbst bleibt bestehen und gibt Herstellern weiter die Möglichkeit, Begleitsoftware automatisch zu verteilen.
Streitpunkt Einwilligung
LG hob laut Gamers Nexus hervor, dass McAfee niemals ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer installiert werde, und verwies dabei auf den offiziellen Microsoft-Verteilprozess. Genau dort liegt der Streit für viele Kritiker aber gar nicht. Die Beschwerden zielen oft nicht darauf, dass McAfee selbst ungefragt installiert worden sei. Der Vorwurf lautet vielmehr, dass schon die Werbung dafür ohne vorherige Zustimmung auf dem System erschien.
Für die Kritiker reicht es deshalb nicht aus, wenn die eigentliche Installation optional bleibt, während Werbeeinblendungen und Begleitsoftware schon vorher ungefragt auf dem PC landen.
Bloatware-Debatte unter Windows
Der Fall heizt die alte Diskussion über Bloatware und Adware unter Windows erneut an. Eigentlich ist die Windows-Infrastruktur dafür gedacht, Treiber, Geräteeinstellungen und nützliche Hardware-Tools bereitzustellen. Aus Sicht der Kritiker wird sie aber immer öfter auch für Promotion und zusätzliche Software eingesetzt. Ähnliche Debatten gab es in der Vergangenheit schon, etwa rund um Razers Synapse-Software.
Dazu kommen Fragen zu Datenschutz und Sicherheit. Eine App, die ohne klar erkennbare Einwilligung installiert wird, könnte weitreichende Zugriffe auf Systemressourcen und womöglich auch auf Nutzerdaten anfordern. Selbst wenn daraus am Ende kein direkter Schaden entsteht, leidet das Vertrauen in den Windows-Setup-Prozess.
Offen ist weiter, wie viele Nutzer und welche Monitor-Modelle betroffen waren, ob das Verhalten auch außerhalb der USA auftrat, welche Vereinbarung zwischen LG und McAfee bestand und ob Microsoft seine Richtlinien auf längere Sicht anpassen wird. Im Moment ist nur das sichtbarste Symptom verschwunden. Die eigentliche Ursache könnte bei einem anderen Hersteller jederzeit wieder auftauchen.
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