Apple hat sich zum Handelsschluss am Freitag die Spitzenposition an der Börse zurückgeholt. Gemessen an den Schlusskursen war Apple damit wieder das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt und zog erstmals seit April 2025 wieder an Nvidia vorbei. Viel trennte die beiden allerdings nicht: Apple kam auf einen Börsenwert von rund 4,9 Billionen, Nvidia auf etwa 4,8 Billionen.
Nach fast einem Jahr an der Spitze musste der Chipriese Nvidia den ersten Rang damit wieder abgeben.
Apple überholt Nvidia bei der Marktkapitalisierung
Ausschlaggebend für den Platzwechsel war vor allem, wie unterschiedlich sich beide Aktien zuletzt entwickelt haben.
Die Apple-Aktie hat in den vergangenen Monaten spürbar aufgeholt und liegt seit Jahresbeginn gut 23 Prozent im Plus. Bei Nvidia ging es am Freitag dagegen um rund 3,5 Prozent nach unten. Zusätzlich belastet wurde der Konzern davon, dass der gesamte Halbleitersektor derzeit schwächelt.
Der Rückgang bei Nvidia steht also nicht für sich allein.
Der Philadelphia Semiconductor Index liegt inzwischen fast 19 Prozent unter seinen jüngsten Höchstständen. An den Märkten wächst die Sorge über die hohen Ausgaben für neue Rechenzentrumsprojekte, die vorsichtigen Ausblicke mehrerer Chipunternehmen, die anhaltende Flaute bei Speicherchips und dazu noch ein makroökonomisches und geopolitisches Umfeld, das alles andere als einfach ist.
Warum Apple derzeit wieder Rückenwind hat
Bei Apple kommt die Unterstützung im Moment aus mehreren Ecken.
Besonders wichtig bleibt das iPhone-Geschäft. Das iPhone 17 war Berichten zufolge im ersten Quartal 2026 das meistverkaufte Smartphone weltweit. Hinzu kommt, dass Apple für das zweite Quartal die stärksten iPhone-Auslieferungen seiner Unternehmensgeschichte gemeldet hat.
Gut an kommt an der Börse auch Apples neue Software-Offensive rund um Apple Intelligence.
Apple stellt dabei vor allem den Datenschutz und die Verarbeitung direkt auf dem Gerät in den Vordergrund. Genau diese Linie scheint bei Investoren anzukommen, auch weil Apple nach eigenen Angaben auf eine installierte Basis von mehr als 2,5 Milliarden aktiven Geräten aufbauen kann. Zusätzlichen Schwung brachte zuletzt außerdem die Freigabe für den Start der Funktionen in China.
Mehrere Analysten sehen darin zugleich einen Stimmungswechsel innerhalb des Tech-Sektors.
Im Fokus stehen ihrer Ansicht nach nicht mehr nur die Unternehmen, die die technische Basis liefern. Gefragt sind stärker auch jene Konzerne, die neue Funktionen direkt über ihr Ökosystem, ihre Dienste und Hardware-Upgrades zu Geld machen können. Apple wirkt aus dieser Perspektive weniger abhängig von riesigen Investitionszyklen.
Nvidia bleibt trotz Rückschlag ein Schwergewicht
Auch wenn Nvidia den Spitzenplatz verloren hat, steht das Unternehmen operativ weiter sehr solide da.
Der Konzern liefert nach wie vor Rekordumsätze, vor allem im Rechenzentrums-Geschäft. Einige Marktbeobachter sehen den aktuellen Ausverkauf bei Chipwerten deshalb eher als Zwischenkorrektur in einem laufenden Zyklus und nicht als Auftakt zu einem strukturellen Abschwung.
Im Moment gehört die Krone trotzdem wieder Apple.
Und selbst wenn der Abstand nur hauchdünn ist, zeigt der Wechsel an der Spitze, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse unter den größten Tech-Konzernen derzeit verschieben können.