Bohemia Interactive hat ein Remaster von Arma: Cold War Assault für Windows angekündigt. Gleichzeitig steht jetzt auch der Quellcode der ursprünglichen Poseidon-Engine auf GitHub.
Arma: Cold War Assault als Remaster
Auf Steam lässt sich ab jetzt eine kostenlose Demo des Militär-Shooters für Windows herunterladen, der 2001 ursprünglich als Operation Flashpoint: Cold War Crisis erschienen ist. Die Demo soll vor allem zeigen, wie das Remaster auf aktueller Hardware läuft. Bohemia Interactive nennt bisher unter anderem Widescreen-Support und weitere Anpassungen, damit das Spiel auf modernen Systemen sauber funktioniert.
Wann die Vollversion erscheint, sagt Bohemia Interactive noch nicht. Für viele langjährige PC-Spieler dürfte die Ankündigung trotzdem spannend sein. Operation Flashpoint: Cold War Crisis war damals ein prägender Titel für das Militärsimulations-Genre. Große Karten, deutlich realistischere Gefechte und starke Skriptfunktionen legten schon früh vieles von dem an, was die spätere Arma-Reihe ausmachen sollte.
Poseidon-Engine jetzt als Open Source
Nicht nur das Remaster ist jetzt Thema. Auf GitHub kann inzwischen auch der komplette Code der Poseidon-Engine eingesehen werden. Bohemia Interactive ordnet die Veröffentlichung in das 25-jährige Jubiläum ein. Für Fans, Modder und Projekte rund um den Spieleerhalt könnte das sogar die größere Nachricht sein als das Remaster selbst.
Der Code wurde von Bohemia Interactive nicht einfach nur hochgeladen und archiviert. Laut Repository hat das Studio die Technik auch für heutige Systeme angepasst. Die Codebasis läuft jetzt auf C++20 und ist mit 64-Bit-Systemen unter Windows und Linux kompatibel. Wer nachvollziehen will, wie ein prägender Open-World-Militärshooter der frühen 2000er technisch aufgebaut war, bekommt damit eine Grundlage, mit der sich tatsächlich arbeiten lässt, zum Experimentieren, Kompilieren und Weiterentwickeln.
GPL mit klaren Ausnahmen
Der Engine-Code steht dem GitHub-Repository zufolge unter der GNU GPL. Sie dürfen den Code also nutzen, verändern und weiterverbreiten, solange die Bedingungen dieser Lizenz eingehalten werden. Nicht freigegeben sind allerdings die eigentlichen Spielinhalte, also Modelle, Texturen und weitere Assets. Diese bleiben laut Bohemia Interactive unter einer restriktiveren Lizenz.
Ausgenommen sind nach Angaben von Bohemia Interactive außerdem die Markennamen rund um Arma und Operation Flashpoint. Wer auf Basis des Codes eigene Projekte startet, kann die bekannten Bezeichnungen also nicht einfach mitverwenden.
Wichtig für Modding und Spieleerhalt
In der Community wird der Schritt schon jetzt als echter Gewinn für Modding, Lehre und Spieleerhalt gesehen. Der Vergleich mit den Code-Veröffentlichungen von id Software zu Doom und Quake drängt sich auf. Auch dort hat die freigegebene Technik dazu beigetragen, dass die Spiele noch über Jahrzehnte lebendig geblieben sind.
Zu Bohemia Interactive passt dieser Schritt ohnehin. Das Studio pflegt seit Jahren ein enges Verhältnis zur Modding-Community und arbeitet parallel an Enfusion-Projekten wie Arma Reforger und Arma 4. Gerade deshalb fällt auf, dass nun ein so wichtiger Vorläufer nicht nur ein Remaster bekommt, sondern zugleich offengelegt wird.
Download: Arma: Cold War Assault Demo für Windows auf Steam