Beim Festival von Venedig hat man beschlossen, alle Rekorde auf die spektakulärste Weise überhaupt zu brechen. Man hat fast 25 Minuten lang NAZA zugejubelt, einem Dokumentarfilm, der die Tötung palästinensischer Zivilisten in Gaza systematisch dokumentiert. Etwas, das ihm die größte Ovation in der Geschichte nicht nur des Festivals, sondern aller Filmfestivals eingebracht hat, die es in der Filmgeschichte je gab.
Ein Film über ein kontroverses Thema
NAZA ist ein Film, der heimlich auf den Dächern von Tel Aviv gedreht wurde und dabei insgesamt 24 israelische Offiziere und Soldaten interviewte. Nach drei Jahren im Schneideraum und mit einem Titel, der den Begriff für die Kollateralschäden aufgreift, die man bei jeder Art von Angriff in Kauf nimmt, ist der Film der große Favorit auf den Goldenen Löwen. Etwas, das ziemlich offensichtlich wurde, als man 25 Minuten lang für den Film applaudierte.
Auch wenn der Gewinn des Goldenen Löwen normalerweise ein gutes Omen für die Oscars ist, scheint NAZA wegen seines Themas die Ausnahme sein zu können, falls es dazu käme. Aber da noch abzuwarten bleibt, ob er ihn tatsächlich gewinnt, ist eines sicher: er wird niemanden kaltlassen, angesichts der Wirkung, die er beim Publikum in Venedig bereits entfaltet hat.