Nach Aussagen von Regisseur Peter Berg hat Paramount die geplante Verfilmung der Shooter-Reihe „Call of Duty“ jetzt angekündigt und sie dabei zum ersten Mal klar im „Modern Warfare“-Universum verankert.
„Modern Warfare“ dient als Vorlage
Damit greift Paramount auf den erfolgreichsten und für viele Fans auch prägendsten Teil der Marke zurück.
Das hat Gründe. „Modern Warfare“ bringt alles mit, was sich für eine Kinoadaption leicht greifen lässt: moderne Spezialeinheiten, geopolitische Konflikte, bekannte Figuren. Innerhalb des Franchise ist genau dieser Bereich für viele der beliebteste. Überraschend kommt die Entscheidung also nicht. Vor allem der Reboot von 2019 war ein riesiger Erfolg und hat sich Berichten zufolge rund 41 Millionen Mal verkauft.
Auch aus wirtschaftlicher Sicht dürfte das für Paramount die sicherste Wahl sein.
„Call of Duty“ hat insgesamt mehr als 35 Milliarden US-Dollar eingespielt und über 1 Milliarde Spielerinnen und Spieler erreicht. Für das Publikum heißt das vor allem eins: Hier geht es um eine Marke mit gewaltiger Reichweite. Trotzdem bleibt das Risiko da, denn Videospielverfilmungen sind im Kino noch immer kein Selbstläufer.
Taylor Sheridan schreibt, Peter Berg übernimmt die Regie
Für die Adaption sind Taylor Sheridan als Drehbuchautor und Peter Berg als Regisseur gesetzt. Sheridan steht unter anderem hinter harten, stark über Figuren erzählten Stoffen wie „Sicario“, „Hell or High Water“ und dem „Yellowstone“-Universum.
Berg wiederum hat mit „Lone Survivor“ und „Patriots Day“ schon gezeigt, dass ihm militärisch geprägtes Actionkino liegt, vor allem dann, wenn es möglichst realistisch inszeniert sein soll.
Beide, Taylor Sheridan und Peter Berg, haben außerdem betont, dass sie eigene Verbindungen zur Welt der Spezialeinsatzkräfte mitbringen und das Projekt so glaubwürdig wie möglich umsetzen wollen.
Wenn man Berg folgt, soll der Film bei Taktik, Einsatzabläufen und den Actionsequenzen authentisch wirken, gleichzeitig aber auch menschlich funktionieren. Der US-Start ist nach aktuellem Stand für den 30. Juni 2028 vorgesehen.
Paramount plant offenbar mehr
Berichten aus den USA zufolge betrachtet Paramount das Projekt intern wohl nicht bloß als einzelnen Film.
Wenn der erste Teil funktioniert, könnte daraus der Auftakt für ein größeres „Call of Duty“-Universum werden, mit weiteren Kinofilmen und möglichen TV-Formaten. Das passt ziemlich genau zu dem, was die Branche seit einiger Zeit mit bekannten Spielemarken versucht: sie über mehrere Plattformen hinweg auszubauen. Einfacher wird es dadurch aber nicht, im Gegenteil. Der Film müsste dann Fans der Reihe genauso abholen wie ein Mainstream-Publikum.
Kritik an Peter Berg
Ganz ohne Gegenwind läuft das Projekt allerdings nicht.
In der Gaming-Community werden derzeit wieder Aussagen von Peter Berg aus dem Jahr 2013 hervorgeholt. Damals soll er Gamer, darunter auch „Call of Duty“-Spieler, als „pathetic“ und „weak“ bezeichnet haben. Dazu kommen inhaltliche Zweifel. Allein Sheridans Name schraubt die Erwartungen an einen düsteren, geerdeten Militärthriller hoch. Gleichzeitig ist völlig offen, ob der Film den Ton der Spiele tatsächlich trifft, ob er sich am Ende zu weit davon entfernt oder ob er jenseits des eigentlichen Kampfgeschehens inhaltlich zu wenig zu bieten hat.
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