ChatGPT von OpenAI bekommt mit „Scheduled Tasks“ eine neue Funktion für Web und Mobilgeräte. Damit lassen sich Abfragen per Spracheingabe einmalig oder wiederkehrend zu festen Zeiten starten.
geplante Aufgaben per Spracheingabe
Nach Angaben von OpenAI können Abfragen jetzt einmalig oder in festen Intervallen ausgeführt werden, also zum Beispiel jeden Morgen, einmal pro Woche oder nur an bestimmten Wochentagen.
Im Alltag kann das für kurze Briefings, Erinnerungen, Lernanstöße oder einen persönlichen Tagesplan praktisch sein. Gleichzeitig wird schnell klar, dass Scheduled Tasks noch keine voll ausgebaute Automatisierungszentrale ist. Eher ein bequemer Zusatz, mit recht klaren Grenzen.
Die Einrichtung ist bewusst schlicht gehalten.
Wer sich nicht durch Menüs und Regel-Editoren klicken will, sagt einfach etwas wie: „Schick mir werktags um 7 Uhr einen Überblick über meine Termine und die wichtigsten Nachrichten.“ Daraus erstellt ChatGPT dann eine geplante Aufgabe.
Verwaltung in der Web- und Mobil-App
Laut OpenAI lassen sich diese Aufgaben anschließend über eine eigene Übersichtsseite für geplante Aufgaben in der Web- und Mobil-App verwalten.
Dort können Nutzer aktive Tasks prüfen, ändern, pausieren oder ganz löschen. Das macht den Einstieg leichter und dürfte auch Leute ansprechen, die mit klassischen Automatisierungstools sonst nichts anfangen.
Verfügbarkeit und typische Einsätze
Scheduled Tasks ist laut OpenAI in den kostenpflichtigen ChatGPT-Tarifen Plus, Pro, Business und Enterprise verfügbar. Je nach Abo gibt es dabei unterschiedliche Nutzungsgrenzen.
Im Moment passt die Funktion vor allem zu einfachen, wiederkehrenden Abläufen, etwa täglichen Zusammenfassungen, Sprachübungen, Trink- oder Pausenerinnerungen, Wochenrückblicken oder personalisierten To-do-Listen.
Gerade bei solchen kleinen Routinen ist der Vorteil schnell greifbar, weil ChatGPT nicht jedes Mal neu angestoßen werden muss.
Klare Grenzen bei Umfang und Häufigkeit
Wer mehr erwartet, läuft allerdings ziemlich schnell gegen die Wand. Laut OpenAI ist die Zahl gleichzeitig aktiver Aufgaben je nach Tarif begrenzt: in günstigeren Stufen auf etwa drei, in Pro und Enterprise auf bis zu 15. Dazu kommt, dass Tasks höchstens einmal pro Stunde ausgeführt werden können.
Auch beim Funktionsumfang hört die Einfachheit irgendwann auf.
Geplante Aufgaben arbeiten laut OpenAI weder mit benutzerdefinierten GPTs zusammen noch unterstützen sie Sprachchats oder Datei-Uploads. Zugriff auf Projektdateien gibt es ebenfalls nicht. Für komplexere Arbeitsabläufe ist das ein klarer Nachteil.
Noch keine Alternative zu Zapier und Co.
Die Zuverlässigkeit ist im Moment die größte Schwachstelle.
Nutzer berichten von Aufgaben, die zu spät starten, zur falschen Uhrzeit laufen oder inhaltlich kaum Mehrwert bringen. Manche Ergebnisse wirken repetitiv, teils ungenau oder schlicht veraltet. Unterm Strich bleibt der Eindruck: nützlich, ja, aber noch spürbar näher an einer Beta-Version als an einem verlässlichen Assistenten für wichtige Abläufe.
Damit bleibt Scheduled Tasks eher eine Komfortfunktion als ein echter Konkurrent für etablierte Automatisierungsdienste wie Zapier, Reclaim.ai, Motion oder SkedPal.
Mehrstufige Workflows, breite App-Integrationen und kompliziertere Regeln können diese Plattformen nach wie vor deutlich besser. Ganz unwichtig ist der Schritt trotzdem nicht. Die Richtung ist klar: Software soll proaktiv werden und Routinearbeit im Hintergrund übernehmen.
Offen ist allerdings, wie gut solche Funktionen außerhalb des US-Privatnutzer-Alltags funktionieren, etwa in Unternehmen, unter strengen Datenschutzvorgaben wie der DSGVO oder unter den neuen EU-Regeln für Systeme dieser Art.