Ford hat Apple Maps für kommende Modelle auf der Universal Electric Vehicle-Plattform, kurz UEV, angekündigt. Nach Angaben des Herstellers startet die neue Architektur 2027 mit einem mittelgroßen Elektro-Pick-up. In diesem Modell soll Apple Maps nativ laufen, also direkt im Fahrzeug und nicht bloß per Apple CarPlay vom iPhone gespiegelt werden. Ford-Chef Jim Farley peilt dabei laut Unternehmen rund 30.000 Dollar an.
Apple Maps läuft nativ im Ford
Den Anfang soll nach Fords Plänen ein mittelgroßer Elektro-Pick-up machen, der 2027 auf den Markt kommt. Neben der Software steht vor allem der Preis im Mittelpunkt: Jim Farley nennt als Zielmarke rund 30.000 Dollar für die Basisversion. Ford rückt damit bezahlbarere Elektroautos stärker in den Vordergrund.
Der zentrale Unterschied zur bisherigen Lösung liegt bei der Einbindung von Apple Maps. Bislang läuft der Dienst bei Ford im Regelfall über Apple CarPlay und damit über das iPhone. Künftig soll Apple Maps direkt im Fahrzeug arbeiten, basierend auf MapKit for Automotive SDK.
Nach Darstellung von Ford erlaubt das eine tiefere Verzahnung mit den Fahrzeugfunktionen und eine Bedienung, die sich direkter ins System einfügt. Turn-by-Turn-Navigation steht dann unmittelbar im Auto bereit, dazu kommen Verkehrsinformationen in Echtzeit und eine Routenführung, die auf Elektrofahrzeuge zugeschnitten ist.
Apple Maps berücksichtigt dabei laut Ford auch den Batteriestand des Fahrzeugs, schlägt passende Ladestopps entlang der Strecke vor und kann den Akku vor dem Schnellladen vorkonditionieren. Gemeint ist damit, dass die Batterie am Ladepunkt bereits die richtige Temperatur hat und Energie schneller aufnehmen kann.
Apple CarPlay bleibt für iPhone-Nutzer bei Ford nach Unternehmensangaben weiter an Bord. Der Hersteller schlägt damit einen anderen Kurs ein als General Motors, das sich in mehreren neuen Elektroautos von Apples Smartphone-Integration verabschiedet hat.
UEV startet 2027 mit Elektro-Pick-up
Das erste Fahrzeug auf Basis der UEV-Plattform soll nach Fords Planung 2027 in den Verkauf gehen. Erste Einschätzungen sprechen von rund 300 Meilen Reichweite, also etwa 480 Kilometern. Außerdem bekommt das Modell laut Ford einen NACS-Anschluss und damit Zugang zum Tesla-Supercharger-Netzwerk.
Gebaut werden soll der Pick-up im Louisville Assembly Plant. Für Ford hat dieses Modell Gewicht, denn die UEV-Plattform gilt intern als ein Kernstück der künftigen Elektrostrategie.
Nach Angaben des Unternehmens soll die UEV-Plattform die Produktion vereinfachen, die Komplexität senken und die Profitabilität verbessern. Zugleich ist die Architektur offenbar so angelegt, dass sie auch globale Märkte bedienen kann, einschließlich Regionen mit Rechtslenkung.
Apple-Daten helfen auch BlueCruise
Ford betrachtet Apple Maps nicht nur als reine Navigationslösung. Kartendaten auf Fahrspurebene sollen nach Angaben des Herstellers auch BlueCruise verbessern, also das Assistenzsystem, das freihändiges Fahren auf geeigneten Autobahnabschnitten ermöglicht.
Das Ziel ist ein flüssigeres Erlebnis von der Auffahrt bis zur Abfahrt, also ein durchgehender Ansatz mit weniger abrupten Wechseln zwischen einzelnen Systemzuständen.
An dieser Entwicklung arbeitet laut Ford Latitude AI, Fords rund 600 Mitarbeiter starkes Team für automatisiertes Fahren.
Genau hier könnte die tiefere Kartenintegration zum Vorteil werden. Einige Hersteller unterstützen EV-Routing mit Apple Maps schon heute über Apple CarPlay. Fords native Lösung greift nach Unternehmensangaben aber deutlich tiefer auf das Fahrzeug zu. So verbindet Ford bezahlbarere Elektroautos mit Software, die direkt ab Werk enger ins Auto eingebunden ist.