Frankreich verbietet Social Media für unter 15-Jährige: Start ab September 2026 geplant

Frankreich hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Kindern unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten soll. Sollte es wie geplant in Kraft treten, wäre Frankreich das erste Land in der Europäischen Union mit einer solchen Regelung. Vorgesehen ist der Start grundsätzlich für September. Ganz sicher ist der Termin aber noch nicht, denn zuerst muss der französische Verfassungsrat prüfen, ob das Gesetz mit der Verfassung vereinbar ist. Fällt diese Prüfung kritisch aus oder zieht sich das Verfahren länger hin, kann sich der Zeitplan noch nach hinten verschieben.

Start im September noch nicht endgültig sicher

Mit diesem Schritt würde Frankreich als erstes EU-Land ein solches Verbot einführen. Geplant ist der Beginn im September, fest steht das allerdings noch nicht. Zunächst befasst sich der französische Verfassungsrat mit der Frage, ob das Gesetz verfassungskonform ist. Kommt dabei Kritik auf oder dauert die Entscheidung länger als erwartet, dürfte sich auch die Einführung verzögern.

Social-Media-Verbot in zwei Stufen

Die Umsetzung ist in mehreren Schritten geplant. Ab dem 1. September 2026 sollen Unter-15-Jährige keine neuen Konten mehr auf Social-Media-Plattformen eröffnen dürfen. Wer für ein Kind in dieser Altersgruppe ein neues Konto anlegen will, soll das in Frankreich dann nicht mehr tun können. Ab dem 1. Januar 2027 sollen außerdem bereits bestehende Accounts geschlossen werden.

Für die Plattformbetreiber heißt das, dass sie technisch nachrüsten müssen. Vorgesehen sind Systeme zur Altersprüfung, die von der französischen Datenschutzaufsicht genehmigt werden sollen. Ohne eine belastbare Altersverifikation lässt sich das Gesetz am Ende kaum durchsetzen.

Warum Frankreich jetzt handelt

Auslöser sind die wachsenden Sorgen um die mentale Gesundheit und die Online-Sicherheit von Kindern. Dabei geht es um problematische Inhalte, um Cybermobbing, um Suchtverhalten und auch um die Frage, was soziale Netzwerke mit Selbstbild und Selbstwertgefühl junger Menschen machen.

Wie groß das Thema inzwischen ist, zeigen Zahlen der französischen Gesundheitsbehörden. Rund 90 Prozent der 12- bis 17-Jährigen nutzen täglich ein Smartphone, um ins Internet zu gehen. Mehr als die Hälfte verbringt demnach zwischen zwei und fünf Stunden pro Tag an ihren Geräten. Für Befürworter des Gesetzes ist das ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass die bisherigen Schutzmechanismen der Plattformen nicht reichen.

Nicht alle Online-Dienste sind betroffen

Das Gesetz zielt nicht einfach auf das gesamte Internet. Ausgenommen sind unter anderem Online-Enzyklopädien sowie Bildungs- und Wissenschaftsangebote. Im Fokus stehen also gezielt klassische Social-Media-Dienste.

Zur Reform gehört noch ein weiterer Punkt: Auch die Nutzung von Mobiltelefonen an französischen Gymnasien soll verboten werden. Insgesamt geht es darum, die Bildschirmzeit junger Menschen zu senken und den Schulalltag stärker von digitaler Ablenkung freizuhalten.

Kritik an Datenschutz und Wirksamkeit

Trotz breiter Unterstützung ist das Vorhaben umstritten. Kritiker zweifeln daran, dass die Regelung tatsächlich verfassungskonform ist und im Alltag am Ende funktioniert. Ein zentraler Einwand betrifft den Datenschutz. Alterskontrollen könnten dazu führen, dass Nutzer sensible persönliche Daten offenlegen müssen.

Dazu kommt die Frage, wie leicht sich das Ganze umgehen lässt. Minderjährige könnten versuchen, Sperren mit falschen Angaben, fremden Accounts oder technischen Hilfsmitteln wie VPN-Diensten auszuhebeln. Genau daran wird sich später zeigen, ob Frankreichs Vorstoß mehr ist als ein symbolisches Signal. Klar ist schon jetzt: Das Land setzt in Europa einen neuen Maßstab, und andere Regierungen werden sehr genau darauf schauen, ob dieses Modell in der Praxis trägt.

Author: Monique Irish Casingal

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