Wie The Telegraph berichtet, hat das britische Bildungsministerium noch zu Zeiten der konservativen Regierung Beamte GTA Online spielen lassen, um besser zu begreifen, was junge Menschen im eigenen Land beschäftigt.
Für viele klingt das erst mal wie der perfekte Job: Geld dafür bekommen, Videospiele zu spielen. Kein Wunder also, dass so viele ihr Glück heute mit Streaming versuchen.
So simpel ist es natürlich nicht. Manchmal landet man aber fast nebenbei in genau so einer Rolle. So ging es offenbar einer Gruppe britischer Beamter, die für ihren Job tatsächlich GTA Online spielen sollten. Der Hintergrund: Sie sollten besser nachvollziehen können, was junge Menschen im eigenen Land bewegt.
Wie verhalten sich Menschen in GTA Online?
Genau so schildert es The Telegraph: Demnach finanzierte das britische Bildungsministerium ein Projekt, bei dem Beamte GTA Online spielten, um Verhaltensmuster zu beobachten und daraus ein besseres Verständnis der Bevölkerung zu gewinnen.
Im sogenannten Policy Lab sollte laut The Telegraph ein 30-köpfiges Team das Spiel spielen und aus dem dort beobachteten Verhalten politische Maßnahmen ableiten.
Wie soll das gehen? Nach Ansicht der Verantwortlichen der Studie deshalb, weil sich Verhaltensweisen aus dem Spiel zumindest zum Teil auf die reale Welt übertragen lassen.
Die Verantwortlichen kamen laut Studie zu dem Schluss, dass der Kontext des Spiels „die Menschen eher dazu bringt, sich zu öffnen als eine klassische Umfrage“, und werteten das Projekt deshalb als vollen Erfolg.
Ganz ohne Gegenwind lief das Ganze allerdings nicht ab.
Der konservative Abgeordnete Mike Wood nannte die Studie laut The Telegraph „den perfekten Mikrokosmos für alles, was im öffentlichen Dienst schiefläuft“, ließ dabei aber unter den Tisch fallen, dass sie noch während der Regierungszeit der Konservativen genehmigt worden war und nicht erst unter der aktuellen Labour-Regierung. Das zeigt einmal mehr: Videospiele sind nicht nur ein spannendes Forschungsfeld und deutlich mehr als bloße Unterhaltung. Manchmal legen sie auch ziemlich schonungslos offen, wie dünn die Kritik mancher Politiker am Ende wirklich ist.