HBO hat für die dritte Staffel von House of the Dragon bislang keine bestätigte Schock-Enthüllung in Aussicht gestellt. Die Aussagen von Showrunner Ryan Condal, über die gerade überall diskutiert wird, beziehen sich laut Condal und HBO nicht auf die noch gar nicht produzierte dritte Staffel. Gemeint ist der heftigste Moment aus Staffel 2, genauer: Episode 1. Die ganze Debatte dreht sich also um die laufende Staffel und nicht um etwas, das erst später kommen soll.
Was hinter „Blood and Cheese“ in Staffel 2 steckt
Ein Teil der Schlagzeilen liegt gerade ziemlich daneben. Die oft zitierten Aussagen von Showrunner Ryan Condal haben nichts mit einer noch nicht produzierten dritten Staffel zu tun, sondern mit dem härtesten Moment aus Staffel 2, genauer mit Episode 1. Trennt man das sauber voneinander, ist schnell klar, worum es eigentlich geht: um die aktuelle Staffel.
Es geht um die Umsetzung von „Blood and Cheese“, einer der grausamsten Wendungen aus George R.R. Martins Fire & Blood. Die Szene setzt direkt bei den Folgen des Staffel-1-Finales an und treibt den Bürgerkrieg der Targaryens weiter voran.
In der Buchvorlage von George R.R. Martin wie auch in der Serie dringen zwei Auftragskiller im Auftrag von Daemon Targaryen in die Rote Burg ein.
Der Antrieb dahinter ist Rache für den Tod von Lucerys Velaryon, der am Ende von Staffel 1 getötet wurde.
Was als Vergeltung anfängt, wird zur Tragödie für die Familie von König Aegon II. und zieht den Konflikt zwischen den verfeindeten Targaryen-Lagern endgültig in eine neue, noch brutalere Phase.
Kein Wunder, dass nach der Premiere so heftig darüber gesprochen wurde. „Blood and Cheese“ ist nicht einfach nur ein Schockmoment. An dieser Stelle kippt die Geschichte. Nach Lucerys’ Tod gibt es kein Zurück mehr, und von da an wird der Tanz der Drachen mit einer anderen Härte ausgetragen.
Warum Ryan Condal die Szene anders inszeniert hat
Ryan Condal erklärte laut HBO, das Kreativteam habe die Sequenz als „missglückte Einbruchssequenz“ gedacht. Im Mittelpunkt stehen Spannung, Angst und dieses Gefühl, dass alles immer weiter entgleitet, nicht eine Inszenierung, die bloß auf maximale Grausamkeit aus ist.
Gerade für Leserinnen und Leser der Buchvorlage ist das ein entscheidender Punkt, denn im Vorfeld wurde ausgerechnet bei „Blood and Cheese“ viel darüber spekuliert, wie weit die Serie gehen würde.
Condal wollte HBO zufolge den Horror der Situation spürbar machen, ohne in eine Darstellung abzurutschen, die nur um ihrer selbst willen grausam ist oder, wie er es formulierte, „outrageously cruel“ wirkt. Genau da versucht HBO den schwierigen Spagat: Die Adaption soll dem Ruf der Vorlage gerecht werden und zugleich eine TV-Inszenierung liefern, die sich nicht allein über ihren Härtegrad definiert.
Was das für Staffel 3 bedeutet
Für Staffel 3 heißt das im Kern: Die Verwirrung stammt aus der Berichterstattung, nicht aus einer geheim gehaltenen neuen Story-Enthüllung. HBO hatte House of the Dragon schon vor dem Start von Staffel 2 um eine dritte Staffel verlängert. Konkrete neue Schocktwists aus diesen Folgen sind bislang aber nicht bestätigt.
Trotz der Debatten über das Tempo und einige Adaptionsentscheidungen bleibt HBO bei seinem Kurs.
Staffel 2 kam in den USA am ersten Abend plattformübergreifend auf 7,8 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Laut HBO sind das rund 22 Prozent weniger als die knapp 10 Millionen, die der Serienauftakt 2022 erreichte. Ja, das ist ein Rückgang. Einer, der ernsthafte Zweifel an der Zukunft der Serie auslösen würde, ist es aber nicht.
Im Moment wirkt Staffel 2 eher wie eine bewusst aufgebaute Übergangsstaffel, die die größeren Konflikte erst in Stellung bringt. Ryan Condal verwies laut HBO unter anderem auf die „Battle of the Gullet“ als kommendes Großereignis. Der Schock, über den gerade überall gesprochen wird, kommt also nicht aus Staffel 3, sondern aus dem Auftakt von Staffel 2.