Meta prüft mehreren aktuellen Medienberichten zufolge derzeit mit Meta Compute einen neuen Dienst für Rechenleistung aus Rechenzentren und GPU-Clustern. Damit würde das Unternehmen nicht mehr nur soziale Netzwerke, Werbung und Hardware verkaufen, sondern auch Infrastruktur. Das hieße direkte Konkurrenz für Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud. Offiziell angekündigt ist der Dienst nach diesen Berichten aber noch nicht.
Freie Rechenleistung als neues Geschäft
Mehrere Medien berichten, dass Meta intern eine neue Sparte unter dem Namen Meta Compute durchspielt. Der Hintergrund: Der Konzern steckt demnach gerade in hohem Tempo Geld in neue Rechenzentren und spezialisierte Chips.
Bleibt diese Infrastruktur nicht rund um die Uhr voll ausgelastet, könnte Meta freie Kapazitäten an externe Kunden vermieten. Das würde zusätzliche Erlöse bringen und zugleich helfen, die gewaltigen Investitionen etwas besser aufzufangen.
Für Unternehmenskunden könnte so ein Angebot unter anderem GPUs für Training bereitstellen. Denkbar wäre außerdem, eigene Software auf Meta-Infrastruktur zu hosten oder auf Modelldienste zuzugreifen, die Meta selbst bereitstellt.
Meta würde sich damit zum Teil klassischen Cloud-Plattformen annähern, zum Teil aber auch mit spezialisierten GPU-Anbietern überschneiden.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte sich in Aussagen gegenüber Investoren zuletzt schon offen für so einen Schritt gezeigt. Dort sagte er, die Idee liege definitiv auf dem Tisch.
Nach Zuckerbergs Angaben melden sich fast wöchentlich Unternehmen, die freie Rechenkapazitäten von Meta kaufen wollen.
Hohe Investitionen erhöhen den Renditedruck
Um welche Größenordnung es geht, zeigen die Zahlen: Für 2026 erwartet Meta laut mehreren Berichten Ausgaben von 125 bis 145 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren und moderne Infrastruktur. Im Geschäftsjahr 2025 sollen es denselben Berichten nach rund 72 Milliarden US-Dollar gewesen sein.
Dahinter stehen laut diesen Angaben etwa 30 Rechenzentren sowie Pläne, in den kommenden zehn Jahren Kapazitäten im Umfang von mehreren Dutzend Gigawatt aufzubauen.
Je größer diese Infrastruktur wird, desto näher liegt ein Zusatzgeschäft mit ungenutzten Kapazitäten. Analysten von Morgan Stanley schätzen, dass schon die Vermietung von 250 Megawatt Metas Gewinn je Aktie im Jahr 2028 um etwa 2,97 US-Dollar erhöhen könnte.
Trotzdem bleibt ein Haken. Das Cloud-Geschäft ist normalerweise margenschwächer als Metas extrem profitables Werbegeschäft. Eine neue Sparte dürfte also kaum dieselbe Profitabilität erreichen wie Werbung auf Instagram oder Facebook.
Hohe Nachfrage spielt Meta in die Karten
Für einen möglichen Einstieg spricht auch die Lage am Markt. Die Nachfrage nach leistungsfähiger Infrastruktur bleibt hoch, während selbst große Anbieter immer wieder an Kapazitätsgrenzen stoßen.
Berichten zufolge musste GitHub zeitweise auf Amazon Web Services (AWS) ausweichen, weil Microsoft Azure den kurzfristigen Bedarf nicht komplett decken konnte. Auch SpaceX soll laut Berichten bereits überschüssige Rechenzentrumskapazitäten an externe Kunden vermieten.
An der Börse kamen die Meldungen mehreren Medienberichten zufolge gut an: Die Meta-Aktie stieg um rund 9 bis 10 Prozent und verbuchte damit einen der kräftigsten Kurssprünge seit mehr als einem Jahr. Anbieter wie CoreWeave und Nebius gerieten den Berichten nach dagegen unter Druck, weil Anleger neue Konkurrenz fürchten.
Offen sind weiter die Preise, die Service-Levels, ein möglicher Starttermin und der regionale Ausbau. Solange Meta kein fertiges Produkt vorstellt, bleibt Meta Compute vor allem ein Signal dafür, welchen Wert Rechenleistung in der Tech-Branche inzwischen hat.
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