Netflix arbeitet laut einem neuen Bericht gerade an einer Live-Action-Serie zu Persona, der Rollenspielreihe von Atlus und Sega. Offiziell bestätigt ist das Ganze bisher allerdings nicht.
Was bisher bekannt ist
Noch ist laut dem Bericht offen, welcher Teil der Reihe überhaupt adaptiert werden soll. Genauso möglich wäre demnach, dass Netflix keine direkte Umsetzung eines einzelnen Spiels plant, sondern eine komplett neue Geschichte im Persona-Universum erzählt.
Beteiligt sind dem Bericht nach 21 Laps Entertainment, also die Produktionsfirma von Shawn Levy, sowie Story Kitchen. Story Kitchen ist auf Videospieladaptionen spezialisiert und war unter anderem schon an den Sonic-the-Hedgehog-Filmen beteiligt.
Als Autor, Showrunner und Executive Producer wird in dem Bericht Christopher Monfette genannt, den einige vor allem durch Star Trek: Picard kennen dürften. Auf Seiten von Sega soll außerdem Toru Nakahara als Executive Producer dabei sein, ebenfalls ein Name, den man schon aus dem Umfeld der Sonic-Filme kennt.
Wenn das Projekt tatsächlich zustande kommt, wäre es die erste Live-Action-Adaption von Persona überhaupt. Anime-Umsetzungen und Bühnenfassungen gibt es in Japan schon länger. Eine Live-Action-Serie gibt es bisher nicht.
Warum Persona schwer zu verfilmen ist
Persona ist ein Spin-off von Shin Megami Tensei, hat sich mit den Jahren aber eine ganz eigene Identität erarbeitet. Die Spiele verbinden den Alltag japanischer Schülerinnen und Schüler mit Social-Sim-Elementen, Beziehungen zu Nebenfiguren und übernatürlichen Kämpfen, in denen die Figuren ihre sogenannten Personas beschwören.
Genau darin liegt auch das Problem. Diese Mischung macht die Reihe beliebt, sie macht eine Verfilmung aber auch heikel. Persona lebt nicht nur von Stil, Musik und seinen Menüs. Genauso wichtig sind die kulturellen Feinheiten, der Schulalltag, die Dynamik innerhalb der Gruppe und dieser sehr japanische Blick auf Jugend und Gesellschaft. Gerade dieser Kern könnte in einer westlichen Live-Action-Produktion schnell verloren gehen.
Erste Reaktionen fallen vorsichtig aus
Die ersten Reaktionen sind daher eher verhalten. In sozialen Netzwerken ist bislang mehr Skepsis zu sehen als echte Euphorie. Ein Punkt, der immer wieder auftaucht: Abgesehen von Toru Nakahara in einer Produzentenrolle sind bisher keine größeren japanischen Kreativnamen bekannt, die mit dem Projekt verbunden wären.
Die Sorge dahinter ist nicht aus der Luft gegriffen. Viele aktuelle Game-Adaptionen funktionieren vor allem dann gut, wenn sie Ton, Welt und Blickwinkel ihrer Vorlage wirklich treffen. Bei Persona dürfte genau das noch wichtiger sein als bei vielen anderen Marken.
Der Zeitpunkt passt
Trotzdem wirkt die Entwicklung nicht unrealistisch. Videospielverfilmungen haben gerade Rückenwind, nicht zuletzt durch Erfolge wie The Last of Us und Fallout.
Dazu kommt, dass Persona als Marke gerade so sichtbar ist wie schon lange nicht mehr. Persona 3 Reload hat der Reihe neuen Schwung gegeben, und um Persona 6 wird seit Jahren spekuliert. Für Netflix wäre das also ein ziemlich naheliegender Schritt, um eine bereits vorhandene Fanbasis anzusprechen. Ob das am Ende funktioniert, hängt aber an einer einfachen Frage: Versteht die Serie wirklich, was Persona eigentlich ausmacht?
Downloads: Download Persona 3 Reload für Windows, PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X/S und Xbox One