Googles KI-Notiztool NotebookLM kann nach Angaben des Unternehmens ab sofort öffentliche YouTube-Videos , Playlists und ganze Kanäle im Web als Lernquellen einlesen. Für viele ist YouTube schon lange nicht mehr nur Zeitvertreib. Dort liegen Programmierkurse, Sprachtraining, Uni-Vorlesungen und jede Menge anderer Stoff, den sich Nutzer mit NotebookLM zusammenfassen lassen können. Außerdem lassen sich Inhalte gezielt abfragen und in Lernnotizen oder Study Guides verwandeln.
YouTube-Videos als Lernstoff nutzen
NotebookLM liest laut Google öffentliche YouTube-Links samt der zugehörigen Video-Transkripte als Quellen ein. Anschließend macht das Tool daraus eine Art persönliches Wissensheft: Was sind die zentralen Punkte, welche Begriffe kehren immer wieder zurück, und was sagt das Video zu einem bestimmten Thema? Solche Fragen beantwortet NotebookLM laut Google auf Basis der gespeicherten Quellen.
Gerade bei Lernvideos spielt das seine Stärken aus. Wer zum Beispiel einen Kurs zu Excel, Python oder Fotografie verfolgt, muss nicht ständig wieder an die richtige Stelle im Video springen. Der Inhalt wird durchsuchbar und lässt sich leichter zum Wiederholen aufbereiten.
Besonders gut klappt das laut Google unter anderem mit Vorträgen, Tutorials und klassischen Talking-Head-Videos, also Formaten, in denen viel gesprochen und erklärt wird. Eine Bedingung gibt es aber: Die automatisch erzeugten Untertitel müssen etwas taugen. Je sauberer das Transkript, desto verlässlicher fällt die Auswertung aus.
Playlists und Kanäle als Wissensdatenbank
NotebookLM beschränkt sich laut Google nicht auf einzelne Videos. Ab sofort lassen sich auch komplette Playlists und ganze Kanäle in ein Notebook übernehmen. Aus einer losen Sammlung von Videos wird so eine thematische Wissensbasis, etwa für einen kompletten Kurs oder gleich für ein ganzes Fachgebiet.
Das ist vor allem dann praktisch, wenn man sich mehrere Wochen lang in ein Thema einarbeiten will. Statt Informationen über Tabs, Merklisten und lose Notizzettel zu verstreuen, landet alles an einem Ort.
Wer sich den Vorgang noch einfacher machen möchte, kann laut Google außerdem die kostenlose Erweiterung „YouTube to NotebookLM“ für Google Chrome verwenden. Damit klappt der Import per Klick , egal ob es um ein einzelnes Video, eine Playlist oder sogar Suchergebnisse geht. Das macht die Sache deutlich bequemer und taugt eher für den Alltag.
Warum der Trend zunimmt
Die Nachfrage nach digitalen Lernwerkzeugen wächst laut Google seit Monaten. Im Schuljahr 2024/2025 gaben nach den von Google genannten Zahlen 85 Prozent der Lehrkräfte und 86 Prozent der Schüler:innen an, solche Werkzeuge zu nutzen. Gleichzeitig soll der weltweite Markt für Bildungstechnologie laut Google bis 2030 auf 348,41 Milliarden wachsen. Viele wollen Lernstoff heute nicht bloß anschauen, sondern ihn auch abfragen, ordnen und an das eigene Tempo anpassen.
Wo die Grenzen liegen
Ganz ohne Haken ist das Ganze allerdings nicht. Schlechte Untertitel sorgen schnell für lückenhafte oder schiefe Zusammenfassungen. Und bei stark logikgetriebenen Themen, etwa in Mathematik oder formaler Informatik, bleibt die Aufbereitung mitunter zu oberflächlich.
Solche Zusammenfassungen helfen, sie ersetzen aber nicht die gründliche Arbeit mit dem Originalmaterial. Wer wirklich etwas verstehen will, sollte das eher als Ergänzung sehen und nicht als Abkürzung. Dann kann YouTube zusammen mit NotebookLM tatsächlich zu einer Art persönlichem Bootcamp werden.
Downloads: NotebookLM im Web; Google Chrome für Windows, Mac und Linux