Der Open-Source-Emulator RPCS3 für Windows und Linux hat nach Angaben des Projekts einen neuen Meilenstein erreicht: 75 Prozent der erfassten PlayStation-3-Bibliothek laufen inzwischen auf dem PC. Konkret stuft die RPCS3-Kompatibilitätsliste 2.681 von 3.559 Titeln als „spielbar“ ein. Das fällt auch deshalb ins Gewicht, weil Sony bereits die Abschaltung des PlayStation Store für PlayStation 3 und PS Vita angekündigt hat. Wenn es um den Erhalt digitaler Spiele geht, bekommt so ein Fortschritt schnell eine andere Größenordnung.
75 Prozent der PS3-Spiele gelten als spielbar
Nach der Kompatibilitätsliste von RPCS3 gelten 2.681 von 3.559 Titeln als „spielbar“. Heißt in diesem Fall: Sie lassen sich bis zum Ende durchspielen, ohne dass gravierende Fehler den Fortschritt blockieren. Für Spieler auf dem PC öffnet das den Zugang zu einem großen Teil der PS3-Ära ein gutes Stück weiter.
Relevant ist das aber nicht nur aus Komfortgründen. Für den Erhalt älterer Spiele ist die Entwicklung ebenfalls wichtig, weil PS3-Titel auf diese Weise zugänglich bleiben können, wenn originale Hardware seltener wird oder irgendwann schlicht ausfällt.
Sony stellt den PlayStation Store für PS3 und PS Vita ein
Die Meldung kommt für Besitzer von PlayStation 3 und PS Vita zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Sony will den PlayStation Store nach eigenen Angaben in einigen Ländern Lateinamerikas ab August 2026 schrittweise abschalten. Die vollständige weltweite Einstellung ist laut Sony für Juli 2027 vorgesehen.
Danach lassen sich keine neuen Käufe mehr tätigen. Bereits gekaufte Inhalte sollen nach Sonys Angaben immerhin noch für absehbare Zeit erneut heruntergeladen werden können.
Die Sorge um die langfristige Verfügbarkeit digitaler Exklusivtitel, Patches und DLCs wächst trotzdem. Sobald der offizielle Store verschwindet, fällt für einen Teil der PS3-Bibliothek der wichtigste legale Vertriebsweg weg.
Cell-Architektur erschwert die Emulation weiter
Gerade bei der PlayStation 3 ist das Thema besonders heikel. Die Konsole gilt wegen ihrer ungewöhnlichen Cell-Architektur seit jeher als technisch kompliziert. Genau das hat die Emulation über Jahre hinweg ausgebremst.
Dass jetzt drei Viertel der erfassten Bibliothek bei RPCS3 als spielbar geführt werden, ist deshalb mehr als nur eine nette Zahl. Es ist ein echter Fortschritt. Die Entwickler des Emulators und viele, die sich mit dem Erhalt von Spielen beschäftigen, sehen in der Emulation eines der wenigen realistischen Werkzeuge, mit denen sich alte Konsolenbibliotheken langfristig bewahren lassen.
Wenn Hardware altert, Stores verschwinden und digitale Inhalte aus dem Verkauf genommen werden, bleibt oft nur noch die technische Rekonstruktion der Plattform auf moderner Hardware. Dazu kommt, dass Sony insgesamt immer stärker auf digitale Distribution setzt.
Genau dadurch wird die Debatte noch schärfer: Was besitzt man bei digitalen Käufen eigentlich wirklich? Und wie lässt sich Spielegeschichte bewahren, wenn physische und offizielle Vertriebswege nach und nach wegfallen?
Große Exklusivtitel bleiben problematisch
Ganz fertig ist die Arbeit natürlich noch nicht. Rund 25 Prozent der PS3-Bibliothek gelten bei RPCS3 weiterhin nicht als vollständig spielbar.
Zu diesen Titeln zählen laut Kompatibilitätsliste unter anderem technisch besonders fordernde Exklusivspiele wie The Last of Us, God of War 3, Metal Gear Solid 4 und Teile der Uncharted-Reihe. Ganz stillgestanden hat die Entwicklung trotzdem nicht: RPCS3 hat in den vergangenen Monaten nach Angaben des Projekts mehrere spürbare Verbesserungen bekommen.
Ab sofort lassen sich laut RPCS3 unter anderem ISOs direkt laden. Dazu kommen Optimierungen für ARM-basierte PCs, ein besserer Support für PlayStation Move, verschiedene Grafik-Fixes und eine optionale Einbindung in die Steam-Bibliothek. Das sorgt nicht nur für mehr Kompatibilität, sondern macht den Emulator im Alltag auch deutlich angenehmer.
Downloads: Download RPCS3 für Windows und Linux