Aleksey Shevchenko tritt online unter dem Namen Indie_RU auf und hat einen nativen Windows-Port von Silent Hill: Downpour angekündigt. Der Serienteil erschien 2012 für Xbox 360 und PlayStation 3. Mehr als zehn Jahre nach dem damaligen Release könnte das Spiel damit doch noch eine zweite Chance auf dem PC bekommen. Nach den Informationen, die Indie_RU bisher veröffentlicht hat, arbeitet er an einem inoffiziellen Port, der nicht bloß die grundsätzliche Spielbarkeit verbessern soll.
Geplant sind außerdem höhere Auflösungen, 60 FPS und einige modernere Komfortfunktionen. Dazu kommen Inhalte, die damals gestrichen wurden, darunter ein entfernter Bosskampf mit dem sogenannten Monocle Man.
Nativer PC-Port statt Emulationslösung
Was Aleksey Shevchenko bislang gezeigt hat, deutet nicht auf einen Emulator hin. Er überträgt und passt die Inhalte direkt für den PC an. Genau das trennt das Projekt von den üblichen Behelfslösungen, mit denen konsolenexklusive Spiele auf aktueller Hardware irgendwie zum Laufen gebracht werden.
Bei Silent Hill: Downpour macht das einen echten Unterschied, weil nie eine offizielle PC-Version erschienen ist. Ein nativer Port könnte die Einstiegshürde spürbar senken und dafür sorgen, dass der Titel auf modernen Systemen deutlich stabiler und angenehmer läuft.
1.440p, 60 FPS und zusätzliche Komfortfunktionen
Technisch soll das Projekt mehrere Schwächen des Originals ausbügeln. Vorgesehen sind höhere Auflösungen bis 1.440p, eine Framerate von 60 FPS ohne festes Limit, überarbeitete Beleuchtung und Schatten sowie Maus- und Tastatursteuerung unter Windows.
Dazu kommen Quick Save, Quick Load und überspringbare Zwischensequenzen. Gerade diese Funktionen dürften vielen Fans wichtig sein, denn Silent Hill: Downpour hatte schon zum Release mit einem eher durchwachsenen Ruf zu kämpfen. Ausschlaggebend waren damals vor allem technische Probleme und Performance-Schwächen auf Xbox 360 und PlayStation 3.
Restaurierte Inhalte mit Monocle Man
Besonders spannend ist bei diesem Projekt der Umgang mit Material, das es damals nicht ins fertige Spiel geschafft hat. Der Port soll entfernte Cutscenes, Dialoge, Notizen, Quests, 3D-Modelle und Waffen zurückbringen. Das bekannteste Beispiel ist der Bosskampf gegen den Monocle Man, der in der Originalversion am Ende fehlte.
Genau darin liegt für langjährige Silent Hill-Fans der Reiz solcher Arbeiten. Sie bekommen nicht nur eine spielbare Windows-Fassung, sondern auch einen Blick auf Inhalte, die im Lauf der Entwicklung verloren gegangen sind.
Positive Reaktionen aus der Community
In der Community fällt die Reaktion bisher überwiegend positiv aus, besonders bei Spielern, die mit Silent Hill: Downpour nostalgische Erinnerungen verbinden. Dass ein so lange konsolenexklusiver Teil auf moderner Hardware zugänglich werden könnte, gibt dem Ganzen außerdem einen klaren Bezug zur Spielebewahrung.
Wie umfangreich und stabil die finale Version am Ende wirklich sein wird, bleibt aber offen. Direkte Einblicke von Aleksey Shevchenko gibt es bislang nur wenige, und auch Stimmen aus der professionellen Archivierungs- und Spielebewahrungsszene sind bisher rar. Der Zeitpunkt spielt dem Projekt trotzdem in die Karten. Nach dem erfolgreichen Remake von Silent Hill 2 im Jahr 2024 und mit Silent Hill: Townfall sowie Silent Hill f in Arbeit ist die Reihe wieder deutlich präsenter. Davon könnte jetzt auch Silent Hill: Downpour profitieren.
Ein Download von Silent Hill: Downpour für Windows liegt bislang nicht vor.