Spotify hat in den USA ein neues Vorverkaufsprogramm für Premium-Abonnenten gestartet. Der Name: Spotify Reserved.
Spotify Reserved: Vorverkauf für Premium-Nutzer in den USA
Premium-Nutzer in den USA können ab sofort über Spotify Reserved Konzerttickets schon vor dem offiziellen Verkaufsstart kaufen, sofern Spotify sie als besonders engagierte Fans einstuft. Zum Start läuft das Presale-Programm laut Unternehmen nur mit ausgewählten Künstlern und einzelnen Shows. Den Auftakt macht der Indie-Pop-Sänger Role Model. Pro berechtigtem Konto sind laut Spotify bis zu zwei Tickets möglich.
Damit öffnet Spotify ein zusätzliches Verkaufsfenster, das nach Angaben des Unternehmens normalerweise einen Tag vor dem allgemeinen Vorverkauf startet. In die Auswahl fließen laut Spotify unter anderem die Zahl der Streams, gespeicherte Songs und geteilte Inhalte ein.
Wer einen Act besonders oft hört und regelmäßig mit dessen Musik interagiert, hat also bessere Chancen auf Zugang. Zusätzliche Gebühren sollen dabei nicht anfallen. Die Funktion ist laut Spotify bereits im regulären Premium-Abo enthalten.
Partnerschaft mit Live Nation und Ticketmaster
Spotify Reserved basiert laut Spotify auf einer mehrjährigen Partnerschaft mit Live Nation und dessen Ticketing-Tochter Ticketmaster. Damit schiebt Spotify sein Geschäft weiter in Richtung Live-Events. Die Plattform soll also nicht mehr nur für Musikentdeckung und Tourhinweise stehen, sondern stärker auch als Verkaufsweg für Konzerttickets dienen.
Für Spotify liegt dieser Schritt nahe. Nach Unternehmensangaben hat die Plattform bereits Ticketverkäufe im Wert von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar für Künstler vermittelt. Mit Spotify Reserved will das Unternehmen diese Position im Live-Musik-Geschäft weiter ausbauen.
Kampf gegen Scalping mit offenen Fragen
Im Zentrum der Ankündigung steht laut Spotify der Versuch, Weiterverkäufer und Bots auszubremsen. Das Argument des Unternehmens: Ein gezielter Vorverkauf für besonders engagierte Fans soll deren Chancen auf begehrte Tickets erhöhen.
Wie groß der Effekt am Ende wirklich ist, bleibt aber offen. Fans landen schließlich weiter im selben System von Live Nation und Ticketmaster.
Auch die Frage, wie fair die Auswahl der Top-Fans ausfällt, dürfte Diskussionen auslösen. Gelegenheitsfans oder Hörer, die einen Künstler erst vor Kurzem entdeckt haben, könnten benachteiligt sein. Unklar bleibt außerdem, ob durch exklusive Presales am Ende weniger Tickets in den allgemeinen Verkauf gehen. Falls der Testlauf funktioniert, dürfte Spotify Reserved allerdings schnell auf weitere Künstler und Konzerte ausgeweitet werden.