Star Wars: Visions: Tsukumo, eine Geschichte aus dem Visions-Kosmos von Star Wars, hat jetzt eine neue erzählerische Erweiterung bekommen. Und die deutet etwas an, das in diesem Universum lange eher außen vor blieb: eine mögliche Verbindung zwischen Droiden und der Macht.
Droiden und die Macht
Star Wars: Visions: Tsukumo spielt nach Order 66, also in der Zeit nach dem Fall des Jedi-Ordens. Im Zentrum steht der Jedi-Ritter Nagi Tsukumo, einer der wenigen Überlebenden der Großen Jedi-Säuberung, der mit zwei Droiden durch die Galaxis reist. Gemeinsam machen sich Nagi Tsukumo und seine beiden Begleiter auf die Suche nach einem sagenumwobenen „Droid Paradise“.
Der Manga erzählt damit nicht einfach nur ein klassisches Abenteuer auf Reisen. Im Kern steht eine größere, fast schon philosophische Frage: Können Droiden von der Macht berührt werden, oder vielleicht auf eine Weise mit ihr verbunden sein, die bisher niemand wirklich in Betracht gezogen hat? In der bekannten Star-Wars-Lore war dieser Gedanke bislang eher ausgeschlossen, bestenfalls mal am Rand angedeutet. Tsukumo rückt genau diesen Punkt nun mitten ins Zentrum der Handlung.
Jetzt lässt sich in der Geschichte auch verfolgen, wie Nagi Tsukumos tiefer Glaube an die Macht auf seine mechanischen Begleiter übergeht. Das mündet schließlich in eine Begegnung mit einem Attentäter-Droiden, der Jedi jagt und durch Nagi Tsukumos unerschütterliche Überzeugung beginnt, sein eigenes Programm infrage zu stellen. Nicht nur Menschen. Auch Maschinen scheinen hier zu einer Art innerem Erwachen fähig zu sein.
Nicht kanonisch, aber für Fans relevant
Lucasfilm führt Star Wars: Visions ausdrücklich außerhalb des offiziellen Kanons. Gerade das gibt dem Format seinen Reiz: Kreative können mit Figuren, Mythen und Ideen spielen, ohne sich strikt an die bestehende Kontinuität halten zu müssen. Bei Tsukumo ist genau das zu sehen.
Ganz neu ist der Gedanke allerdings nicht. Schon die Visions-Episode „T0-B1“ hat in eine ähnliche Richtung gearbeitet. Dort träumt ein Droide davon, ein Jedi zu werden, und wirkt in einigen Momenten sogar machtsensitiv. Tsukumo geht jetzt noch weiter und legt den Schwerpunkt klarer auf das Verhältnis von Glaube, Bewusstsein und mechanischem Leben.
Kreativteam und erste Reaktionen
Hinter dem Manga Star Wars: Visions: Tsukumo stehen Eiichi Shimizu und Tomohiro Shimoguchi. Viele Genre-Fans kennen die beiden unter anderem durch ihre Arbeit an Ultraman. Entsprechend zeigt sich auch hier ihr Stil: dynamisch, emotional, visuell markant, ohne dabei die spirituelle Seite von Star Wars aus dem Blick zu verlieren.
Die ersten Reaktionen aus der Fangemeinde fallen überwiegend positiv aus. Besonders oft genannt werden die emotionale Erzählweise, der ungewohnte Blick auf die Jedi-Philosophie und der Mut, an einer Grenze zu rütteln, die in der Saga bisher ziemlich fest wirkte. Im Fandom gibt es zwar inzwischen eine gewisse Müdigkeit, wenn schon wieder eine Geschichte rund um Order 66 auftaucht. Tsukumo hebt sich mit seinem Fokus auf die Macht und auf Droiden aber spürbar von dieser Masse ab. Ob diese Idee irgendwann doch noch in den offiziellen Kanon übernommen wird, ist weiter offen.