Nutzerüberwachung ohne Cookies: Adblock Plus blockiert auch Canvas Fingerprinting

Eine neue Tracking-Methode der Werbeindustrie sorgt gerade für Aufruhr im Internet. Die Rede ist von einer neuen Technologie namens Canvas Fingerprinting, die Nutzer beim Löschen von Cookies identifizieren und überwachen kann.

Anders als häufig behauptet, ist die neue Methode allerdings gar nicht so genau. Auch lässt sich das Canvas Fingerprinting blockieren, das sagt zumindest der Entwickler des beliebten Werbeblockers Adblock Plus gegenüber Softonic.

Wir erklären Ihnen die wichtigsten Fakten zu Canvas Fingerprinting und wie sie diese Methode blockieren.

Was ist Canvas Fingerprinting?

Anders als beim Cookie können Werbetreibende mit Canvas Fingerprinting einen Nutzer identifizieren, ohne Daten auf dem Computer zu speichern und später abzurufen. Ganz grob bedeutet dies, dass ein Werbenetzwerk einen Nutzer überwachen kann, selbst wenn dieser Cookies löscht. Der Nutzer kann nichts dagegen machen.

Wie funktioniert Canvas Fingerprinting?

Durch die Nutzung einer Technologie, die unter anderem moderne Browser-Spiele ermöglicht, überträgt der Browser ein paar Informationen über das Chip-Modell der Grafikkarte eines Computers an die Server der Internetseite. Zusammen mit weiteren verfügbaren Informationen wie den Browser und dessen Versionsnummer, dem genutzten Betriebssystem und, so die Vermutung von Adblock Plus, anderen Einstellungen wie ClearType, erstellen Werbenetzwerke eine mehr oder weniger eindeutige Nutzer ID.

Wie genau ist Canvas Fingerprinting?

Laut Adblock Plus ist die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten der Informationen stark begrenzt. Ein sinnvolles Tracking von Nutzern sei daher höchstens auf kleineren Internetseiten mit einer wiederkommenden Nutzerschaft möglich. “Sobald man mehrere Millionen Nutzer (insbesondere über mehrere Internetseiten) überwachen möchte, ist es sehr wahrscheinlich, dass unterschiedliche Nutzer die gleiche Kombination der Informationen haben und somit durch Canvas Fingerprinting nicht unterscheidbar sind.”

Im besten Fall kann man mit Canvas Fingerprinting eine wage Vermutung über einen Nutzer anstellen, der seine Cookies gelöscht hat.

Wo kommt Canvas Fingerprinting zum Einsatz?

In Deutschland nutzen zurzeit zwei Werbenetzwerke das Canvas Fingerprinting: Ligatus und AddThis. Eingesetzt wird die Technologie unter anderem auf Internetseiten wie T-Online.de, Kicker.te, n-tv.de, Computerbild.de, golem.de und wetteronline.de. Die Seitenbetreiber wissen nicht immer etwas von diesem Einsatz.

Kann ich Canvas Fingerprinting blockieren?

Ja. Zwar sind die im Internet verbreiteten Informationen, dass das Löschen von Cookies gegen das Canvas Fingerprinting nichts nützt, richtig; blockieren kann man die Technologie trotzdem. Laut Ben Williams von Adblock Plus kann man die Erstellung der digitalen Fingerabdrücke durch die Deaktivierung von Java Skript verhindern. Das Problem: Hierdurch funktionieren auch viele andere Sachen auf modernen Internetseiten. Abhilfe schafft das Browser-Plugin Adblock Plus.

So blockieren Sie das Canvas Fingerprinting

Adblock Plus kann die Übertragung des auf dem Computer erstellten Fingerabdrucks, also den gesammelten Daten, an die Server von Werbetreibenden einfach blockieren. Die hierzu notwendigen Skripte unterdrückt Adblock Plus, wenn man die zusätzliche EasyPrivacy Filter-Liste zum Adblock Plus Browser-Plugin hinzufügt.

Die Liste enthält Informationen über Skripte, die den Nutzer überwachen und verhindert dann die Übertragung von Informationen – darunter auch Cookies. Das Werbenetzwerk AddThis, das Canvas Fingerprinting unter anderem auf den Seiten skyscanner.de und eventim.de anwendet, blockiert EasyPrivacy bereits seit fünf Jahren. Ligatus steht ebenfalls in der EasyPrivacy-Liste.

Canvas Fingerprinting: Kein Ersatz für Cookies

Canvas Fingerprinting ist kein großangelegter und unaufhaltsamer Angriff auf die Privatsphäre von Internetnutzern. Dafür ist die Technologie zu ungenau. Wer dennoch etwas gegen die Überwachung durch Werbetreibende unternehmen möchte, sollte entweder Programme wie Adblock Plus nutzen oder Java Skript im Browser abstellen.

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News des Tages: Windows One, Google Play Store, Battlefield Hardline

Microsoft will mit Windows One eine Version des Betriebssystems für alle Bildschirmgrößen bieten, Google hat den Play Store mit Material Design aktualisiert und der Start von Battlefield: Hardline verschiebt sich auf 2015 – die News des Tages.

  • Microsoft Windows One: Microsoft-Chef Satya Nadella hat bestätigt, dass sein Unternehmen alle drei Windows-Varianten zu einem Betriebssystem zusammenfassen will. Auf den Punkt gebracht bedeutet diese Veränderung: Ein Windows für alle Bildschirmgrößen und Geräte.
  • Apple Stellungnahme zu iOS-Hintertüren: Apple hat Informationen zu einer Hintertür in iOS veröffentlicht. Nach einer Warnung des Sicherheitsexperten Jonathan Zdiarski vor möglichem Fernzugriff hat Apple jetzt Angaben gemacht, welche Information iOS-Dienste senden und auf Geräte zugreifen können.
  • Canvas Fingerprinting: Eine neue Methode zum Nachverfolgen des Surf-Verhaltens im Internet nutzt unsichtbare Bilder und lässt sich nicht deaktivieren. Bereits 144 große deutsche Internetseiten nutzen das sogenannte Canvas Fingerprinting, meistens in Anzeigen von Werbevermarktern.
  • Anmeldung mit Microsoft-Konto: Die Android-App Microsoft-Konto vereinfacht die Anmeldung bei Diensten des Unternehmens entweder mit einfacher Smartphone-Bestätigung oder offline über die Generierung von Codes.

Updates

Spiele

  • Modern Combat 5: Blackout: Am 24. Juli 2014 erscheint Modern Combat 5: Blackout. Der offizielle Trailer zum Spielstart ist schon jetzt verfügbar und zeigt jede Menge Action des Ego-Shooters mit Einzel- und Mehrspielermodus.
  • SWIP3: Das erste Spiel für Smartwatches mit Android Wear heißt SWIP3 und ist ein einfaches Match-3-Game, bei dem es gilt, farbige Quadrate  zu verbinden.
  • Battlefield Hardline: Eigentlich sollte das Spiel am 21. Oktober 2014 erscheinen. Jetzt hat der Hersteller bekannt gegeben, dass sich Battlefield Hardline auf nächstes Jahr verschiebt. Als drei Gründe nennt Visceral Games die Verbesserung des Mehrspieler- und Einzelspieler-Modus sowie nötige Stabilitätsanpassungen.
  • HearthStone: Heroes of Warcraft: Die Spielerweiterung Der Fluch von Naxxramas ist jetzt live. Der erste Dungeon-Abschnitt, das Arachnidenviertel, ist für eine begrenzte Zeit kostenlos zugänglich.

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