WhatsApp arbeitet laut Hinweisen aus einer aktuellen Android-Beta offenbar an Geburtstagserinnerungen. Öffentlich freigeschaltet ist die Funktion bisher nicht. Neu wäre sie für den Messenger trotzdem nicht im eigentlichen Sinn, eher etwas, das viele Nutzer seit Jahren aus sozialen Netzwerken kennen. Schon in diesem frühen Beta-Stadium stellt sich aber die naheliegende Frage: Wie läuft das beim Datenschutz, und woher kommen die Geburtstagsdaten überhaupt?
Geburtstagsübersicht direkt in der App
Nach allem, was bisher aus der Android-Beta von WhatsApp bekannt ist, plant WhatsApp für Android eine eigene Geburtstagsübersicht direkt in der App. Dort würden anstehende Geburtstage wohl in chronologischer Reihenfolge auftauchen.
Am eigentlichen Geburtstag selbst soll es außerdem Benachrichtigungen geben, damit Glückwünsche nicht untergehen.
Das erinnert ziemlich klar an eine Funktion, die auf Facebook seit Langem ganz normal ist. Dass Meta als Mutterkonzern von WhatsApp und Facebook so ein soziales Element nun offenbar auch in WhatsApp unterbringt, fügt sich gut in die Konzernstrategie, erfolgreiche Funktionen auch auf anderen Plattformen nutzbar zu machen.
Im Alltag hätte das ohne Frage seinen Reiz. Für viele Nutzer ist WhatsApp längst mehr als ein Messenger, besonders bei Kontakten, mit denen man fast nur dort schreibt. Für nicht wenige ist die App heute das soziale Adressbuch, das sie am häufigsten öffnen.
Und bei mehr als 3 Milliarden Nutzern weltweit wäre das kein kleines Extra. Das Potenzial wäre enorm, vor allem in Ländern wie Indien, Brasilien und Indonesien, wo WhatsApp tief im Alltag verankert ist.
Woher stammen die Geburtstagsdaten?
Noch ist offen, aus welcher Quelle WhatsApp die Geburtstage ziehen würde. Naheliegend wäre das lokale Telefonbuch , jedenfalls dann, wenn dort überhaupt Geburtstage hinterlegt sind.
Technisch wäre das der einfachste Weg. Für viele Nutzer wäre es vermutlich auch die Lösung, die am wenigsten überrascht.
Daneben steht allerdings noch eine zweite Möglichkeit, und die ist deutlich heikler. Meta hat in manchen Regionen bereits Geburtsdaten oder -jahre von Nutzern erfasst, zum Beispiel für Altersprüfungen oder weil gesetzliche Vorgaben das verlangen.
Genau an diesem Punkt wird es heikel. Wenn solche Angaben am Ende auch für eine Komfortfunktion wie Geburtstagserinnerungen herangezogen würden, bekämen Daten, die ursprünglich aus regulatorischen Gründen erhoben wurden, plötzlich einen ganz anderen Zweck.
Datenschutz ohne sichtbare Abwahlmöglichkeiten
Besonders kritisch wirkt, dass in den bislang aufgetauchten Beta-Hinweisen aus der Android-Beta von WhatsApp offenbar noch keine klaren Datenschutz- oder Sichtbarkeitsoptionen zu erkennen sind.
Damit bleibt offen, ob sich überhaupt festlegen lässt, ob der eigene Geburtstag angezeigt wird, ob man die Funktion komplett abschalten kann und wer diese Information am Ende sehen darf.
Bei einem so persönlichen Datum ist genau das der Knackpunkt: Transparenz. Wenn Nutzer hier keine saubere Kontrolle bekommen, könnte aus der harmlos wirkenden Erinnerungsfunktion schnell das nächste Beispiel dafür werden, wie beiläufig sensible Profildaten in soziale Features hineinrutschen.
Teil eines größeren Umbaus von WhatsApp
Zu der Entwicklung, die WhatsApp seit einiger Zeit nimmt, würden solche Geburtstagserinnerungen jedenfalls passen. Der Messenger ist schon länger nicht mehr nur ein Chat-Dienst. Schritt für Schritt baut WhatsApp die App zu einer breiteren Plattform aus, mit zusätzlichen Business-Funktionen, mehr Privatsphäre-Optionen und neuen sozialen Elementen.
Wann die Funktion für alle Nutzer startet, ist weiter offen. Eins zeichnet sich aber schon jetzt ab: Falls Meta das Feature veröffentlicht, wird es nicht nur um Bequemlichkeit gehen. Genauso wichtig wird die Frage sein, wie offen WhatsApp mit den Daten umgeht, die dafür nötig sind.
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