X schiebt sein Livestreaming stärker nach vorn und startet mit Live Studio eine neue Schaltzentrale für Streams auf der Plattform. Damit rücken Live-Inhalte bei X sichtbarer ins Zentrum, und der Dienst geht direkter auf YouTube, Twitch und andere Streaming-Plattformen los.
Live Studio für professionellere Streams
Live Studio steckt in der Creator-Studio-Oberfläche von X und richtet sich an Creator, die ihre Live-Sendungen an einer Stelle bündeln und steuern wollen.
Livestreams lassen sich laut X damit nicht mehr nur spontan anschieben. Sie können jetzt über ein Dashboard organisiert werden, das deutlich stärker an bekannte Streaming-Tools erinnert.
Zu den neuen Funktionen gehören nach Angaben von X unter anderem die Planung von Streams, das Hochladen von Vorschaubildern, Einstellungen für die Verwaltung des Publikums und Live-Analysen während der Übertragung.
Creator sehen dort laut X außerdem, wie viele Menschen gleichzeitig zusehen, und bekommen demografische Daten zum Publikum eingeblendet.
Für X ist das ein weiterer Schritt, um Livestreaming auf der Plattform brauchbarer für professionellere Einsätze zu machen.
Davon dürften vor allem größere Accounts, Medienmarken und Event-Formate profitieren.
Neue Auszahlungen für Live-Video
Parallel dazu baut X nach eigenen Angaben die Monetarisierung rund um Live-Video aus.
Das Unternehmen stellt neue Auszahlungen für Creator in Aussicht, die direkt an Livestreaming gekoppelt sein sollen.
Dazu kommt laut X ein Fonds über 1 Million Dollar, mit dem Creator belohnt werden sollen, die das neue Format aktiv nutzen.
Wie die Vergütung auf Dauer konkret aussehen soll, ist aber weiter offen.
Bislang hat X nicht genauer erklärt, nach welchen Kriterien Auszahlungen berechnet werden oder wie tragfähig das Modell über den Förderzeitraum hinaus angelegt ist.
Deutlicher ist die Hürde beim Zugang: Für fortgeschrittene Livestreaming-Funktionen braucht es laut X ein X-Premium-Abo.
Außerdem hat X schon angekündigt, Livestreaming künftig grundsätzlich Premium-Abonnenten vorzubehalten.
X setzt stärker auf Video
Die Live-Strategie passt in den größeren Kurswechsel von X.
Die Plattform will weg vom reinen Text- und Kurznachrichten-Image und sich stärker als videolastiger Dienst aufstellen.
Dazu zählen frühere Schritte wie die X-TV-App, der Ausbau von Videoformaten und die engere Verzahnung von Live-Inhalten.
Bei der Monetarisierung stehen Nutzern auf X schon jetzt mehrere Modelle offen, darunter Werbeumsatzbeteiligung, Abonnements, Trinkgelder und Programme wie Creator Connect.
Potenzial und offene Fragen
Für Sport, Politik, Gaming oder Breaking News ist X wegen seines Echtzeit-Charakters besonders spannend.
Genau dort dürfte die Plattform ihre größte Stärke haben.
Offen sind trotzdem einige Punkte: die technische Zuverlässigkeit, die Transparenz bei den Auszahlungen und die teils abrupten Produkt- und Regeländerungen aus der Vergangenheit.
Ob Live Studio tatsächlich zum Wachstumstreiber wird, entscheidet sich deshalb nicht nur an neuen Funktionen, sondern auch daran, ob Creator X auf lange Sicht vertrauen.