Microsoft hat laut einem aktuellen Bericht des Podcasts The Business of Video Game die Gespräche über neue Xbox-Game-Pass-Deals für Xbox und PC mit mehreren Indie-Studios vorerst auf Eis gelegt. Ausgelöst wurde die Debatte durch Aussagen von Publishing-Manager Mike Rose in The Business of Video Game. Seinen Angaben nach steckten mehrere Entwickler bereits mitten in Verhandlungen, manche sogar kurz vor dem Abschluss, bevor die Gespräche überraschend abrissen. Öffentlich geäußert hat sich Microsoft dazu bisher nicht.
Xbox Game Pass und Indie-Deals
Nach dem, was derzeit bekannt ist, geht es nicht um eine bestätigte Streichung von Indie-Partnerschaften, sondern eher um eine Pause auf Zeit.
Aus der Branche ist zu hören, dass ein vorübergehender Stopp durchaus ins Bild passen würde, falls Microsoft seine Strategie rund um Xbox und den Game Pass auf Xbox und PC gerade neu sortiert.
Für kleinere Studios ist das ein heikler Punkt, weil Xbox-Game-Pass-Vereinbarungen oft fest in der Finanzplanung eingeplant sind.
Solche Deals können sehr unterschiedlich aussehen: pauschale Einmalzahlungen, eine komplette Produktionsfinanzierung für Day-one-Releases oder Modelle, bei denen Nutzung und Engagement den Ausschlag geben.
Wie groß die Bedeutung solcher Summen sein kann, zeigt das oft genannte Beispiel Cooking Simulator: Ein Game-Pass-Deal soll dem Spiel rund 600.000 US-Dollar eingebracht haben.
Planungssicherheit für Indie-Studios
In einem überfüllten Markt, in dem jedes Jahr tausende neue Spiele erscheinen, senken gesicherte Einnahmen vor dem Release das Risiko deutlich.
Ein Xbox-Game-Pass-Deal kann einem Studio Geld für Marketing, Entwicklung oder den letzten Feinschliff bis zum Launch verschaffen. Wenn dieser Baustein wegfällt oder plötzlich unsicher wird, geraten Businesspläne schnell ins Rutschen.
Das betrifft auch den Dienst selbst. Xbox Game Pass lebt schließlich nicht nur von großen AAA-Titeln.
Gerade kleinere Produktionen sorgen regelmäßig für Nachschub und bringen Abwechslung in den Katalog. Wenn neue Indie-Deals mit Drittanbietern seltener werden, könnte der Dienst auf lange Sicht an Vielfalt verlieren.
Microsoft hat in den vergangenen Jahren immer wieder betont, wie wichtig das eigene Indie-Netzwerk ist. Über das ID@Xbox-Programm sind seit 2013 nach Unternehmensangaben mehr als 5 Milliarden US-Dollar an Lizenzzahlungen an unabhängige Entwickler geflossen.
Im März 2025 arbeitete das ID@Xbox-Programm laut Unternehmen mit mehr als 5.000 Studios aus über 100 Ländern zusammen und unterstützte rund 6.000 Spieleveröffentlichungen.
Möglicher Zusammenhang mit dem Xbox-Reset
Der gemeldete Stopp bei den Verhandlungen fällt in eine Phase, in der sich bei Xbox gerade einiges verschiebt: Preisänderungen, neue Regeln für große Veröffentlichungen im Game Pass, höhere Konsolenpreise in einzelnen Märkten sowie Berichte über mögliche Entlassungen oder Studioschließungen.
Vor diesem Hintergrund wirkt eine strategische Neubewertung nicht abwegig. Offen bleibt aber, wie weit diese Pause tatsächlich reicht und ob sie auch Studios außerhalb der westlichen Kernmärkte betrifft.
Gerade das wäre heikel, weil Microsoft mit dem Developer Acceleration Program zuletzt gezielt auch Lateinamerika, Südostasien, Japan und Südkorea stärker einbinden wollte.
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